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Das jüdische Echo · 1919-11-07 · 45 (7.11.1919) · p. Seite 545

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
45 (7.11.1919)
Date
1919-11-07
Page
Seite 545 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 45 Das Jüdische Echo 545 Gutachten von Männern, die bei Anerkennung aller ihrer Verdienste und Fähigkeiten nicht genügend sachverständig erscheinen. 3. Die Z. 0. Breslau fordert weiterhin sofortige sachliche Vorbereitung des Kongresses, ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt der Einberufung. 4. Die Z. 0. Breslau fordert schließlich Fortsetzung der vorzeitig abgebrochenen Palästina- Diskussion in der „Jüdischen Rundschau“ als wichtigste Gegenwartsarbeit. Ungarn. Würdelosigkeit. Wie das „Hamburger Israelitische Familienblatt“ mitteilt, hat die Budapester Jüdische Gemeinde beschlossen, alle Juden, die sich aktiv für den Bolschewismus eingesetzt oder sich an seiner Verbreitung beteiligt haben, auszuschließen. — Leider gibt es zahlreiche deutsche Juden, die ein ähnliches Vorgehen jüdischer Gemeinden in Deutschland mit Freuden begrüßen würden. Es gibt eben Leute, die sich direkt an den Pranger drängen. (D. Schriftl.) Litauen. Ein Kongreß der jüdischen Gemeinden in Litauen. Wie das Jüdische Korrespondenz-Büro berichtet, wird Anfang November in Kowno ein Kongreß der jüdischen Gemeinden von Litauen abgehalten werden. Das jüdische Ministerium in Kowno hat bereits eine Reihe von Gesetzentwürfen bezüglich jüdischer Autonomie ausgearbeitet. England. Der 2. Jahrestag der Balfour-Deklaration. Auf Aufforderung des zionistischen Aktions-Comites wird der 2. November in allen Ländern durch große Demonstrationskundgebungen gefeiert werden. Für London ist eine Massenversammlung, der Lord Rothschild präsidieren und in welcher u. a. Herbert Samuel die Festrede halten wird, angekündigt. Amerika. Vorbereitungen zu einem jüdischen Emigrantenkongreß. Im Zusammenhänge mit der vom Kongreß in Washington gefaßten Bill, betreffend die Einschränkung der Einwanderung in die Vereinigten Staaten, nahm die jüdische politische Öffentlichkeit von neuem das alte Projekt der Einberufung eines jüdischen Emigrantenkongresses auf. Der Kongreß soll, wie verlangt wird, in Paris mit der Beteiligung der Vertreter der Juden aller Länder stattfinden. Wie mitgeteilt wird, sollen in den Reisebüros in Amerika bereits 200 000 Juden notiert sein, die ihre Verwandten in Osteuropa haben und bei der ersten Möglichkeit sie nach Amerika zu bringen entschlossen sind. Persien. Die Mission und der Zionismus. Das Jüdische Korrespondenzbüro in London berichtet: Der Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung des Christentums unter den Juden, welche ihren Sitz in York hat, erklärte in der Generalversammlung, die kürzlich stattfand, daß die Gesellschaft in ihrer Tätigkeit, die sie in Persien entfalte, in der empfindlichsten Weise durch die zionistische Agitation gehemmt werde. „Wo immer“ sagte er, „die Gesellschaft in Persien Abteilungen errichtet und an die Gründung von christlichen Schulen schreitet, hat sie unter der kräftigen Opposition der zionistischen Organisaton zu leiden, die durch die Gründung von Schulen die Arbeit der Mission in beträchtlicher Weise unterminiert. Feuilleton Der hohe Rabbi Löw und der Tod Nach einer Prager jüdischen Sage. In den Zeiten des hohen Rabbi Löw kam die Pest über die Stadt Prag. Der Würger Tod schritt durch die Gassen, und war kein Haus, das er verschonte: wo ehedem die Fiedel klang, schallten jetzt Grabeslieder; wo eben bunte Kleider prahlten, hüllte man sich in graues Bußgewand. Und die Tage vergingen, aber das Sterben blieb. Wer Abends, die Feder am Hut, zur Liebsten ging, lag Morgens kalt und starr mit erloschenen Augen und aschgrauem Antlitz im Sande. Der Ritter, den Fuß im Bügel, schwang sich nicht in den Sattel, eine kalte Faust zerbrach sein Herz unter dem Harnisch. Dem Schalksnarr erstarrte der Witz auf den Lippen, das Mädel, das singend zum Brunnen schritt, taumelte, stöhnte und verstummte für immer. Und die Säuglinge auf dem Arme der Mutter erloschen wie kleine Flämmchen, die der Wind ausblies; ja die Vögel fielen aus der Luft und in den Ställen verreckte das verlassene Vieh. Schon begrub man die Toten nicht mehr; denn das Entsetzen lähmte jede Kraft: von allen Türmen wimmerten die Glocken, in allen Kirchen klatschten die Geißeln auf sündige Rücken, und während die Frommen beteten und büßten, raubten leichtfertige Buben in den leeren Häusern oder feierten rauschende Feste auf den Hügeln dei Toten.... Und die Tage vergingen, aber das Sterben blieb. Die Geißel Gottes schlug die verruchte Welt und verschonte nicht den Überrest Judas, der sich in dem engen Prager Ghetto zusämmendrängte. Tag für Tag sammelte sich die Gemeinde zur Totenfeier, Tag für Tag waren es weniger, die den Kaddisch sagen konnten, und Tag für Tag waren es mehr, die man in das traurige Gebet einschließen mußte. Da einten sich die Trauer und die Verzweiflung in inbrünstigem Flehen, daß die Gebete der Armen die verschlossenen Pforten des Himmels sprengten und den Weg fänden zum Herzen des Ewigen, gelobt sei er. Und der Herr erhob einen Mann über alle Welt und gab ihm Kraft, sein Volk zu trösten in dieser Not; denn noch war des Sterbens kein Ende. Da scharten sich die Juden um Rabbi Löw, und er war unter ihnen wie ein Unsterblicher. Denn er pflegte die Kranken und segnete die Sterbenden und küßte den Schwachen den Schmerz von der Klaviere Spezial - Reparaturwerkstätte für Flügel, Pianinos Harmoniums und Einbauklaviere. Stimmungen prompt und gewissenhaft. Ia Referenzen. Albert Boden jun., München Gabelsbergerstr. 60. 9999995 424984760860804602427160

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