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Das jüdische Echo · 1919-11-07 · 45 (7.11.1919) · p. Seite 544

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
45 (7.11.1919)
Date
1919-11-07
Page
Seite 544 (sequence 8)
Language
German
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544 Das Jüdische Echo Nr. 45 erster Ordnung zu machen suchen. Am meisten wird man in Palästina Holzwaren jeder Art benötigen. Der Krieg hat die letzten Reste der Wälder des Landes zerstört. Man wild deshalb alles, was an Holz zum Wiederaufbau notwendig sein wird, Balken, Türen. Fensterrahmen und fertige Möbel einführen müssen. Aber auch Papier wird, je mehr die jüdische Einwanderung zunimmt, gebraucht. Ferner werden Petroleummotore, Petroleumöfen viel gesucht, da das Land weder Kohle noch anderes Brennmaterial hat. Bisher hat in Palästina das Telephon fast vollständig gefehlt, da die türkische Regierung dessen Anlegung aus Angst vor Verschwörungen möglichst verbot. Deshalb wird die Nachfrage nach telephonischen Apparaten und nach zugehörigem Material sehr groß werden. Vor dem Kriege wurden bereits fünf Eisenbahnlinien, von Jerusalem ausgehend, geplant. Diese werden nun fertiggestellt werden. Ein gigantischer Plan existiert auch zur Anlegung eines Wasserfalles nach dem Toten Meere, wodurch man eine Kraftquelle schaffen will. Auch der Jordanfluß soll durch entsprechende Grabungen für elektrische Anlagen nutzbar gemacht werden. Deutschland. Deutschnationale Volkspartei. Der Hauptvorstand der Deutschnationalen Volkspartei ist am 13. Oktober zu einer Tagung zusammengetreten, die von über 200 Vertretern der Landesverbände besucht war. Eine vorhergehende Sitzung des Parteivorstandes hatte bei der endgültigen Wahl der Parteileitung die bisherigen Mitglieder derselben einstimmig wiedergewählt, und zwar Staatsminister a. D. Hergt, Geh. Justizrat Dr. Dietrich,Bankier Edler v. d. Planitz, Buchdruckereibesitzer Gräf. Nach den Mitteilungen des ».Hauptgeschäftsführers zählt die Parteiorganisation 1 100 000 Mitglieder (?) in 3024 Ortsgruppen. Die Verhandlungen am Vormittag galten der „völkischen“ Frage. Unter stürmischem Beifall wurden einstimmig folgende beiden Entschließungen angenommen : 1. „Die Deutschnationale Volkspartei steht auf dem Boden des deutschen Volkstums. Von dieser Grundlage aus kämpft sie gegen jeden zersetzenden undeutschen Geist, mag er von jüdischen oder anderen Kreisen ausgehen. Sie wendet sich besonders scharf gegen die Vorherrschaft des Judentums, die seit der Revolution in Regierung und Öffentlichkeit immer verhängnisvoller hervortritt.“ 2. „Der Hauptvorstand der Deutschnationalen Volkspartei spricht den deutschnationalen Fraktionen der Nationalversammlung und der Landesversammlung volle Zustimmung zu ihrem Vorgehen gegen die Überschwemmung mit ostjüdischen Elementen aus. Er ersucht sie, auch weiterhin nach Kräften auf ein Verbot der jüdischen Einwanderung hinzuwirken.“ Danach hielt es der Vorsitzende für geraten, in einem persönlichen Schlußwort von dem Radau- oder Pogromantisemitismus abzurücken, der die völkische Frage mit den Mitteln der persönlichen Hetze oder Gewalttat lösen will. Diese taktische Wendung ändert nichts an der Feststellung, daß mit der Annahme der oben abgedruckten Resolutionen die Deutschnationale Volkspartei vollkommen ins Lager des Hetzantisemitismus abgeschwenkt ist. Austritte aus dem Judentum. Das Gemeindeblatt der Berliner Jüdischen Gemeinde verzeichnet im Monat Oktober 113 Austritte (ohne die Unmündigen) aus dem Judentum. Das ist die größte Zahl von Austritten, die bisher vom Gemeindeblatt verzeichnet worden ist. Umwandlung des Verbandes der deutschen Juden. Der Hauptversammlung des Verbandes der Deutschen Juden am 30. November, die voraussichtlich im Plenarsaal im Preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt in Berlin, Leipzigerstraße 3, tagen wird, soll eine den Forderungen und Aufgaben der Gegenwart entsprechende Änderung der Organisation des Verbandes zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Resolutionen der Zionistischen Ortsgruppe Breslau. Die Z. O. Breslau faßte auf ihrer Sitzung vom 29. IX. 1919 folgende bemerkenswerte Entschließungen: 1. Die Zionistische Ortsgruppe Breslau hat mit Bedauern festgestellt, daß die Zionistische Vereinigung für Deutschland du-rch ihre Beamten und offizellen Verlautbarungen, so insbesondere in der „Jüdischen Rundschau“, Anschauungen vertritt, die der bisherigen allgemeinen Auffassung des Zionismus keineswegs entsprechen. Die Z. O. Breslau fordert von der Leitung in Zukunft ein energisches Eintreten für die Anschauung, welche im Zionismus nach wie vor die Lösung der Judenfrage durch Konzentration der jüdischen Wanderung auf Palästina und seine Nachbarländer und durch baldigste Schaffung einer jüdischen Majorität in Erez Israel erblickt. 2. Die Z. O. Breslau fordert im Einzelnen von der Leitung die Hinzuziehung von Vertretern der maximalistischen Tendenz zu den entscheidenden Beratungen. Auf Grund der bisherigen Entwicklung der Dinge hegt sie die Befürchtung, daß die Leitung bei den Fragen des Aufbaues schwerwiegende Entscheidungen treffen könnte auf Grund von IIHIIII IliilMII ÜHundjner iJleueffe 3lad)rfd)fen <5röfjte,fagl.2mal erfd)einenbe 3eitung 6üb* unb 2flittelbeutfd)* fonb$. S?auffröftiger£eferfrei$ unb über 0euffd)lanb$<3ren$en f)tnou$* gel)enbe Verbreitung. (Srofjerfauf* mann. u. getoerbl.€>tellenmarff Sfnerfannt fefyr erfolgreich für Slnseigen aller 51rt. Slnjelgen* preil unb Nachlaß nach Sarif. 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