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Das jüdische Echo · 1919-10-15 · 42 (15.10.1919) · p. Seite 506

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
42 (15.10.1919)
Date
1919-10-15
Page
Seite 506 (sequence 11)
Language
German
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506 Das Jüdische Echo Nr. 42 will noch' nicht viel sagen, denn der einzige andere Hafen ist das durchaus ungenügende Jaffa. Immerhin könnte man ohne große Schwierigkeiten Haifa und die Bucht von Akko zu einem Hafen machen, der besser wäre als irgend ein anderer an der syrischen und palästinensischen Küste. Beirut ist keineswegs ein guter natürlicher Hafen und hat den Nachteil, daß das Gebirge bis dicht an Beirut heranreicht, so daß der Verkehr in das Innere des Landes nur über Bergstraßen oder eine enge Zahnradbahn bewerkstelligt werden kann. Dagegen liegt Haifa an der Mündung der großen Ebene Jesreel; der ganze Verkehr von Galiläa, Samaria und dem Jordantal ergießt sich nach Haifa. Auch die Erreichung der transjordanischen Hochebene von Haifa aus über das Jarmuktal ist verhältnismäßig leicht, so daß Haifa der Hafen für dieses ganze große Produktionsgebiet ist. Häfen an der Küste von Syrien und Palästina würden jedoch nicht allein den Lokalverkehr dieser beiden Provinzen heben, sondern auch den Handel mit dem großen Hinterlande von Mesopotamien, das eine unabschätzbare Zukunft vor sich hat. Damaskus wird gewöhnlich der Hafen der Wüste genannt. Er ist zugleich das Handelszentrum für Südsyrien. Nachdem jetzt England die Bagdadbahn und Mesopotamien beherrscht, wird sicherlich die englische Regierung den westlichen Mündungspunkt bestimmen, und sicherlich wird England einen Mündungspunkt in Palästina wählen. Haifa ist von der englischen Regierung deutlich dazu bestimmt, der Mittelmeerhafen für Mesopotamien zu werden. Eine Handelsschule in Jaffa. Das Kopenhagen er Zionistische Bureau berichtet: Die Gesellschaft der jüdischen Kaufleute in Jaffa berief vor kurzem eine Versammlung zur Beratung der Maßregeln, die notwendig sind, um die kommerzielle Ausbildung der jüdischen Jugend in Palästina zu heben. Vielfach hat es sich gezeigt, daß infolge mangelnder kommerzieller Schulung die Söhne nicht fähig waren, die Geschäfte der Eltern zu übernehmen, und besonders fühlbar erwies sich der Mangel an kaufmännisch ausgebildeten jungen Leuten bei Einführung des neuen Regimes, wo alle vakanten kaufmännischen Posten mit Nichtjuden besetzt werden mußten. Die Versammlung beschloß, um diesem Übelstande abzuhelfen, in Jaffa eine Handelsschule zu errichten, die aus 4 Klassen bestehen soll. Von fremden Sprachen werden arabisch, englisch und französisch in der Handelsschule unterrichtet werden. Außerdem findet Unterricht in Buchhaltung und Handelskorrespondenz, Maschinenschreiben und Stenographie statt. (In Palästina ist vor kurzem ein hebräisches Stenographiesysfem ausgearbeitet worden.) Die Handelsschule soll aus den eingehendien Schulgeldern erhalten werden, ohne die materielle Hilfe irgend einer Organisation oder öffentlichen Körperschaft in Anspruch nehmen. Ein eventuelles Defizit wird durch Umlagen von den jüdischen Kaufleuten gedeckt. Bau-Unternehmungen. Das Kopenhagener Zionistische Bureau berichtet: Der Vertreter der Petrograder Gesellschaft „Haboneh“ in Palästina, Herr J. L. Goldberg, hat eine Reihe von Bau-Unternehmungen im Lande ins Leben gerufen. In Haifa und Jaffa wurde mit dem Bau größerer Hotels begonnen. Ebenso wurde der Bau von. mehreren Privathäusern in Angriff genommen. Die Grundsteinlegung zum Hotelbau in Tel-Awiw ist sehr feierlich begangen worden. Sämtliche Führer und zahlreiche angesehene Bewohner sowie die Mitglieder der Zionistischen Palästina-Kommission wohnten der Feier bei .— Für die Bauten in Haifa ist ein Vertrag mit einer jüdischen Arbeitergruppe abgeschlossen worden. Der Asphalt des Toten Meeres. Die Gegend des Toten Meeres ist bekanntlich reich an Asphalt, der leicht gesammelt und zum Straßenbau verwendet werden kann. Die Preise sind bedeutend niedriger als in Europa oder im nahen Orient. Unzweifelhaft wurde er seit undenklichen Zeiten für die Tempel und Paläste Assyriens und Babyloniens, sowie für die Zisternen Syriens verwendet. Da die letzteren noch heute gebrauchsfähig sind, müßte der Asphalt des Toten Meeres nach Bearbeitung nach modernen Verfahren und mit modernen Maschinen für die Herstellung von Straßen ganz besonders wertvoll sein, da sich die Wege, wie sie heute gebaut werden, unter den Einwirkungen der klimatischen Verhältnisse rasch abnutzen. Wenn man uns fragt, was wir mit den Ansiedlern anfangen wollen, so sind wir nicht in Verlegenheit. Wir wollen sie zu Bodenständigen, zu wirklichen Landsassen machen. Sie sollen auf der Scholle, von der Scholle leben, nicht besorgt als kraftlose Händler nach dem Marktpreise auslugen. Den Markt sollen sie mit den Erzeugnissen aufsuchen, die sie über den Eigenbedarf haben. Jede Ansiedlung soll sich nach den Grundsätzen, die uns Erfahrung und Wissenschaft heute schon an die Hand geben, als landwirtschaftliche Produktivgenossenschaft selbst verwalten. — So lassen sich die Grundlagen bereiten für die dauernde Ruhe, nach der sich das so viel umhergehetzte Volk der Juden mit Inbrunst sehnt. Theodor Herzi JJtüncfjner Jleueffc Jiadjridjten (9röfjte,tägl.2mal erfdjeinenbe 3eitung ©üb* unb QJhttefbcutfd)* lanbä. tfaujträftiger&ferfrete unb über ©euf jd)lünb^C9rensen hinauf* gefyenbe Verbreitung, (5ro$erfauf* männ. u. getoerbl.©teflenmarff ainerfannf fefyr erfolgreich für 2ln$etgen aller SIrt. Sinnigen* preiä unb SRadjlaf? nach £arif. #esug$pre!fil monatf.27tt,3.— bei allen beutftfjen pojtanffalten SägticfyeSfuflage 2m<U i6oooo<5jemj>lare/Uber‘/22JUUion£efer

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