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Das jüdische Echo · 1919-10-03 · 40 (3.10.1919) · p. Seite 478

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
40 (3.10.1919)
Date
1919-10-03
Page
Seite 478 (sequence 6)
Language
German
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478 Das Jüdische Echo Nr. 40 erst unsere Nachkommen in Erez Israel können. Der Wes: ist weit und hart, aber nicht unendlich und nicht unbefriedigend. Wir wollen ihn durch unsere Arbeit ebnen und so eine geistige Brücke schlagen. Befleißigen wir uns zu Folgerichtigkeit in Denken und Handeln! Nur so wird „der große Moment kein kleines Geschlecht“ finden! — Ich! weiß nicht genau, ob ich mit diesen Ausführungen Beifall finden werde. Vielleicht theoretischen bei der Mehrzahl unserer Gesinnungsgenossen. Aber an diejenigen, die es wirklich Ernst mit unserer heiligen Sache meinen, möchte ich den dringenden Apell richten: Wir wollen gemeinsam arbeiten, Seminare und Kurse abhalten. uns gegenseitig erziehen und so einen Stamm in München errichten; eine iüdische Elite soll sie bilden. Besonders unsere Jugend möchte ich erfassen; ich glaube nicht, daß es iüdische Eltern gibt, die so gleichmütig, um nicht zu sagen, gewissenlos sind, daß sie ihre Kinder jüdisch ganz verwahrlosen lassen wollen. Kommt alle! Nur durch die Mitarbeit aller kann unser Werk gedeihen. Alle, die den festen Willen haben mitzuarbeiten, wollen ihre Adresse an die Redaktion des „Jüd. Echo“ für H. F. gelangen lassen, worauf alles getan wird, um das Vorhaben fruchtbringend zu wirklichen. H. F. Hebräisches Sprachseminar. Der jüdische Schulverein plant für Ende Oktober d. J. die Errichtung eines hebräischen Sprachseminars in Berlin. An ihm sollen hebräische Sprachlehrer und -lehrerinnen für die Unterrichtstätigkeit im Galuth ausgebildet werden. An systematisch geschulten Lehrern der hebräischen Sprache herrscht ein so katastrophaler Mangel, daß dieser Beruf nicht nur aus Gründen zionistischer Notwendigkeit sich empfiehlt, sondern auch weil er eine gesicherte Stellung und dankbare Arbeit verspricht. Daneben kommt das Seminar für solche in Betracht, die ihren Beruf (als Lehrer für allgemeine Fächer, als Beamte usw.) für Palästina hebräisieren wollen. Der Unterrichtsplan umfaßt Bibel, Neuhebräisch, Grammatik, Ausbildung im mündlichen und schriftlichen Gebrauch der Sprache. Die Unterrichtssprache ist im ersten Semester teilweise, später ausschließlich hebräisch. Aufnahmebedingung ist mindestens die Fähigkeit, eine einfache Bibelstelle verstehen zu können. Sehr erwünscht ist auch die Anmeldung weiter Fortgeschrittener, da gegebenenfalls für diese sofort eine höhere Stufe errichtet werden soll. 10 Wochenstunden Unterricht, monatliches Schulgeld Mk. 15.—. Die Ausbildung dauert 2 bis 2th Jahre. Der Besuch der Anstalt läßt sich mit dem Universitätsstudium und mit anderer beruflicher Beschäftigung verbinden. Umgehende Anmeldung an das hebräische Sekretariat W. 15, Sächsischestr. 8, erbeten mit Angabe der Vorkenntnisse und der gewünschten Unterrichtszeit. Unverbindliche Beratung (mündlich oder schriftlich) beim Sekretariat, bei Dr. Schwabe. Südende, Potsdamerstr. 23 (Steglitz 90) und bei Dr. Smoira, Berlin W. 15, Württembergischestr. 26. (Uhland 6012.) Eine jüdische Volksschule in München. In einer am 28. September abgehaltenen außerordentlicher* Mitgliederversammlung der orthodoxen Religionsgesellschaft wurde bei zahlreicher Beteiligung einstimmig der Beschluß gefaßt, an die zuständigen Stellen wegen Errichtung einer jüdischen Bekenntnisschule in München heranzutreten. Maßgebend für diese Stellungnahme waren insbesonders die Beschlüsse des bayerischen Landtages zum Lehrergesetz, wonach auch die Simultanschiulen einen ausschließlich christlichen Charakter tragen und Volksschullehrer israelitischen Bekenntnisses an denselben (nicht Unterricht erteilen dürfen. Wir begrüßen den Beschluß der Religionsgesellschaft und geben uns der Erwartung hin. daß nunmehr energische Schritte eingeleitet werden, die uns der Verwirklichung der israelitischen Bekenntnisschule näher bringen. Eine Sprachenfrage. Gesetzt den Fall, daß eine holländische Volkstheatertruppe, wenn es das gäbe, eine Truppe also, welche in holländischer Sprache dramatische Produkte des holländischen Volksschauspieles, so gut oder schlecht sie immer seien, auf die Bühne brächte — in einem Münchener Theater gastierte, so brauchte der Kritiker, welcher darüber zu berichten hat. nicht unbedingt Holländisch zu verstehen. Es liegt im Wesen des Animalischen solcher Volksschauspielertruppen, das Sprachenproblem durch Mimik überwinden zu können, ja imstande zu sein, primitive Schicksale, die sich nach immerhin nationaleigentümlichen Abweichungen gestalten, unmittelbar durch körperlichen Ausdruck und die Kraft der Geste jedem Betrachter zu übermitteln. Es ist sehr oft dagewesen, daß deutsche Liebhaber der Bühne in fremden Ländern, auch ohne die Sprache hinreichend zu verstehen, genußvolle Abende von Darbietungen dieser Art gehabt haben, und erschüttert wurden Jftundjiter Jleueffe Jladjndjfen <9röjjte,tügl.2mat erfdjeinenbe 3eitung ©üb* unb Vlittelbeutfd)* lanb$.ftauffräft1ger£eferfrete unb über ©euffdjlanb$<3ren$en hinauf geljenbe Verbreitung. <5rofjerfauf* männ.u.ge©erbl.©teflenmarft Slnerfannf feftr erfolgreid) für Sfoseigen Otter Strt. Sinnigen* preil unb Vadjlafj na$ Sarff. Vejugäprett monatt.3J?f.3.— bei allen beutfdjen poftanffalten 2lä<jUd)e3luftoge 2ma( l60 000(Sjcmptarc/Üf)er ‘/zSOWUionXefer

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