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Das jüdische Echo · 1919-08-29 · 35 (29.8.1919) · p. Seite 415

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
35 (29.8.1919)
Date
1919-08-29
Page
Seite 415 (sequence 7)
Language
German
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1 Nr. 35 Das Jüdische Echo 415 lichung katholischer und protestantischer Religionslehrer? — Gegebenenfalls die jüdischen Religionslehrer seien mit einbegriffen, so wäre dieses auch nur ein schlechtes Äquivalent für die verlorenen Rechte zur Anstellung an einer Simultanschule; wir würden noch mehr als seither zu Kultusdienern herabsinken! Julius Lamm. Beschlüsse der Hapoel Hazair- Konferenz. Das Kopenhagener Zionistische Bureau veröffentlicht folgende Beschlüsse der landwirtschaftlichen Beratung des Hapoel Hazair. die am 6.-9. Sivan d. J. in Kinereth stattfand: I. Betreffs der Immigranten: Die Konferenz begrüßt mit Freude die neuen Mitglieder. Sie kam bei der Behandlung der notwendigen Schritte zwecks Organisierung der neuen Immigranten zu folgenden Resultaten: 1. Die Konferenz drückt den Wunsch aus, daß die agrarische Kommission der Partei dafür sorgen möge, daß die neuen Immigranten in Arbeiterfarmen angesiedelt werden. 2. Bei Gründung neuer Arbeiterfarmen (wie Kwuzoth usw.) hat die agrarische Kommission die Arbeitskräfte der neuen Immigranten zu berücksichtigen. 3. Die Konferenz hält es für notwendig, daß ausgebildete Arbeiter in neuen Zentren der Arbeit gemeinsam mit den neuen Immigranten arbeiten, und bevollmächtigt die agrarische Kommission, zu diesem Zwecke landwirtschaftliche Arbeiten zu organisieren. 4. Die Konferenz fordert von der zionistischen Leitung, daß sie ihre ganze Kraft dafür einsetze, eine Aktion zur Erleichterung der Pionier-Immigration und zur Schaffung von Landarbeitsmöglichkeiten für jüdische Arbeiter einzuleiten. 5. Die Konferenz verpflichtet die landwirtschaftliche Kommission, sofort ohne Aufschub die Vorschläge der Mitglieder J. Bussei1 und Elieser Joffe, sowie die anderen Vorschläge in Bezug auf die neue Arbeit zu behandeln und zu praktischen Resultaten in dieser Hinsicht zu kommen. II. Gründung einer Arbeiterkolonie. A. Die Konferenz ist der Ansicht, daß die Zeit gekommen ist, um mit der praktischen Arbeit betreffs Gründung von Arbeiterkolonien zu beginnen. Die Bedürfnisse der Arbeiter und der Arbeit verpflichten uns. auch unter den jetzigen Bedingungen mit dieser neuen Kolonisationsform zu beginnen. Die Konferenz beauftragt die landwirtschaftliche Kommission, die praktischen Vorschläge, die zu dieser Frage vorliegen, zu untersuchen und eine spezielle Kommission für diese Frage zu wählen. III. Arbeiter-Bank. Die Konferenz drückt nach Anhörung des Vortrages ihres Mitgliedes Twerskv über die Schaffung einer finanziellen Institution den Wunsch aus. den von Herrn Twersky unterbreiteten Vorschlag bezüglich Gründung einer Arbeiterbank sofort zu verwirklichen Die Konferenz wählt ein vorbereitendes Komitee, das zusammen mit der Leitung der Partei die Gründung einer solchen Bank, den Arbeitsbediirinisen entsprechend, durchführen soll. Das vorbereitende Komitee hat die Bemerkungen und Hinweise der Konferenz in Bezug auf die organisatorische Seite des Unternehmens, sowie in Bezug auf den hauptsächlich agrarischen Zweck der Bank zu berücksichtigen und die Mitglieder im Galuth zu dieser Arbeit heranzuziehen. IV. Krankenkasse und Darlehenskasse. A. Die Konferenz beauftragt die Partei, die medizinische Hilfe für Mitglieder und für Nicht-Mitglieder zu organisieren. Zu diesem Zweck wird eine besondere Kommission gewählt der folgendes obliegt: 1. Die Grundsätze der medizinischen Selbsthilfe» die im Vortrage des Mitgliedes J. Efter ausgeführt sind1, zu bearbeiten und zu bestimmen und hierbei die Bemerkungen und Vorschläge der Mitglieder in dieser Richtung zu berücksichtigen. 2. Die Institutionen der allgemeinen medizinischen Hilfe im Lande (Hadassa usw.) zu studieren und die Stellung der Arbeiter in den betreffenden Institutionen festzustellen. 3. Die Kommission hat bis zur Gründung einer selbständigen Institution für medizinische Hilfe die Rolle einer provsorischen Krankenkasse zu erfüllen. Sie ist berechtigt, zu diesem Zweck mit Zustimmung des Zentralkomitees den Mitgliedern eine besondere Steuer aufzuerlegen. 4. Die Kommission hat ihre Vorschläge binnen 2 Monaten dem Zentralkomitee zur Bestätigung vorzulegen. B. Die Konferenz drückt der Wunsch aus. daß das Zentralkomitee die Vorschläge des Mitgliedes J. Efter betreffs Gründung einer Darlehenskasse für Mitglieder untersuchen und alsbald verwirklichen möge. Diese Institution ist von größter Bedeutung für die alten und neuen Arbeiter, die zuweilen eine sofortige Anleihe benötigen. V. „H a m a s c h b i r.“ (Lebensmittelkommission). Die Konferenz fordert von der Leitung des „Hamaschbir“, indem sie ihn als allgemeine Institution der landwirtschaftlichen Arbeiter Palästinas anerkennt, die Einberufung einer Generalversammlung der Aktionäre zur Regelung der Angelegenheiten des Hamaschbir. Ein Wort zur Judenfrage spricht Dr. Fritz Endres in Nr. 314 der „München-Augsburger Abendzeitung“. Endlich einmal ein Nichtjude, der anscheinend wenigstens guten Willens ist. Aber wie armselig und traurig ist das, was dabei herauskommt. Ein paar Gemeinplätze im Geist etwa des „Abwehr“- oder des „Zentral-Vereins“. Es gibt überall Drückeberger und Kriegswucherer, nicht bloß bei den Juden und es gibt „eine lange Reihe von Männern und Frauen, die Großes, Unvergängliches für Deutschland getan“. Diese Verteidigung geht natürlich nicht ohne kräftige Fußtritte gegen die Ostjuden, denen gegenüber sich der Antisemitismus des Herrn Dr. Fritz Endres austoben kanh. Wer sollte sich auch ihrer annehmen! (Die Anreger des Herrn Dr. Endres ganz gewiß nicht!) So bildet denn die e^^gische Verdammung der „kulturlosen Orientalen“, wie sie da zur Abwechslung genannt werden — kurz zuvor werden Levien. Levine, Landauer, Toller. Eisner, Rosa Luxemburg angeführt — einen wesentlichen Teil des Artikels von Endres, „Es ist geradezu ekelerregend, dieses Gesindel alljährlich seine Grotesken etwa in unsern altbayerischen Sommer-

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