Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 33 (15.8.1919)
- Date
- 1919-08-15
- Page
- Seite 390 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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390 Das Jüdische Echo Nr. 33 Posten in der gegenwärtigen Regierung einnehtige tragische Situation in eine Katastrophe vermen. Dieser Umstand wird von der russischen wandeln. Reaktion geschickt ausgenützt, welche an der In den bolschewistischen Gegenden ist der Antiantisemitischen Hetze die direkte Verantwortung semitismus fast unbekannt und es hat dort keinen trägt. Da sie weder Wurzeln noch reale Grund- Pogrom gegeben. Dies ist der deutlichste Beweis, lagen hat und wohl weiß, daß sie sich mit einer daß der Ursprung des wiedererweckten Juden- Methode des offenen, ehrlichen Kampfes nicht behasses nicht in der Tatsache zu suchen ist. daß haupten kann, versucht die Reaktion, die vereinige Volkskommissäre Juden sind — denn in lorene Partie zu gewinnen, indem sie das tradieinem solchen Falle müßte der Antisemitismus in tionelle Instrument der alten zaristischen Politik Großrußland viel stärker sein — sondern in der hervorzieht, den nationalen Haß. welcher von jeböswilligen Propaganda der Reaktion, welche antinen Kreisen in immer akuterer Weise entflammt jüdische Gefühle zu erwecken sucht in Gegenden, wird. Die separatistische ukrainische Bewegung, wo die Gewalt völlig in den Händen der Christen welche in den letzten Zeiten einen reaktionären ist und die Juden nicht einmal einfache Soldaten Charakter angenommen und nicht mehr als eine sein können. Nicht einmal die Kommunisten nehgesunde nationale Bewegung angesehen werden men besondere Rücksichl auf die antibolschekann. ist in eine Reihe grausamster Pogroms entwikischen Juden — sie erschießen sie und setzen artet. Ausgesprochen reaktionär ist auch die Besie gefangen, ebenso, wie sie es mit den Christen wegung des Generals Denikin und des Admirals machen — aber sie verfolgen sie als politische Koltschak. Es bedeutet wenig, daß diese aus Op- Gegner und nicht als Juden. Außerdem muß beportunismus ihre Armeen bis nun von antijüdimerkt werden, daß die russischen Arbeitermassen sehen Exzessen zurückhalten. Tatsächlich sind die in den Übergangsperioden bewaffnete Abteilun- Offiziere und zaristischen Funktionäre, welche den gen gebildet haben, welche zusammen mit den iü- Kern der sibirischen Bewegung bilden, durchaus dischen Abteilungen die jüdische Bevölkerung vervom Antisemitismus beseelt und die zügelloseste teidigten. antisemitische Propaganda, die durch Flugblätter, Um sich vor dem Bolschewismus und vor den offiziöse und offizielle Zeitungen besorgt wird, reaktionären Greueln zu schützen, gibt es für die bildet den organischen und hauptsächlichen Teil juden keinen anderen Weg als die Fortsetzung ihrer Tätigkeit. Es ist bezeichnend, daß in der der Politik vom März 1917: Gemeinsam mit Armee Denikins Juden den Offiziersgrad nicht wallen demokratiisbhen russischen Kräften gegen erhalten können und in der letzten Zeit auch nicht die äußerste Rechte und die äußerste Linke anals Soldaten zugelassen werden. Der Sieg dieser zukämpfen, gegen die Gewalt Lenins und die Reaktion würde zweifellos für die Juden eine Ara Koitschaks und für das demokratische Regime, der schwersten Verfolgungen und der schreckwelches ihnen Sicherheit und Freiheit verbürgt, liebsten Pogroms bedeuten und ihre gegenwärff MHe fntffjec I im tfffdtfrieg | nimmt öle ffifimffncr fugend auef) (eint SDteäecauffrau öc$ $cft6ett£ (Qte ausgeprägt* Stellung unter den deutfd}en fUuftrierten feitfrfjriften ein. Sie ijl narfj tuie üot die fife&lmgöleftüre eine* Jtflat/ der ernß und üorurteilsiod den feit* geift öerfolgt Bezugspreis ulerteljäfjrllifr HTf. 10.— (Budföanäel oder poß) Unmittelbar nom Oering in Hollen üerpadt mit Porto/ in t>entstand Jffl.12.50 im Ausland Ulf. 13.— pro6edände 4 Hummern enthaltend UU. 1.5© Binjetne Hummern IW. 1.— ■ netlag titc /fugenö' i l JKütufjen, J teff ingßr. 1 JA Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina. Der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina wird nicht allen bekannt sein. Manche werden wissen, daß er Spitzenateliers in Palästina unterhält, manche werden vielleicht auch von der landwirtschaftlichen Mädchenfarm gehört haben, die der Verband in Kineretb am Tiberiasee bis zum Krieg unterhalten hat. Wenige werden wissen, daß der Verband sich auch der Krankenpflege durch Unterhaltung einer Wöchnerinnenstube und durch Subventionen an das Jaffaer und das Haifaer Krankenhaus gewidmet hat. Die allerwenigsten aber werden wissen, wie groß und schön das Programm ist, das sich der Verband gestellt hat und wie sehr er dazu der eifrigen Mitarbeit jeder jüdischen Frau bedarf. Zionistisch gesinnte Frauen beschlossen im Jahre 1907 im Haag die Gründung des Verbandes. Aber in der richtigen Einsicht, daß eine Kulturarbeit für das heilige Land nicht einseitig aufgefaßt werden darf, und daß jede jüdische Frau für eine soziale Tat ihr Interesse bekunden wird, gaben sie der Gründung den Namen „Verband jüdischer Frauen“. Sie behielten recht, denn es kamen viele Frauen aus anderen Lagern, die bei der praktischen Arbeit für Palästina nicht fehlen wollten. Es war ein schwerer Anfang, der mit der Spitzentechnik gemacht wurde. Wer die wundervollen Erzeugnisse gesehen hat. die in der letzten Zeit in den Geschäften und Ausstellungen reißend Absatz fanden, der kann den Fortschritt ermessen, den die Technik in den Schulen gemacht hat. Das Erfreulichste war jedoch, daß schon kurz nach Eröffnung der Schulen die Mädchen in die Lage kamen, ihre Familien wirksam zu1 unterstützen. Während des Krieges war däs Spitzennähen in