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Das jüdische Echo · 1919-08-01 · 31 (1.8.1919) · p. Seite 367

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
31 (1.8.1919)
Date
1919-08-01
Page
Seite 367 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 31 Das Jüdische Echo 3fi7 wir uns zusammenschließen, um unsere sozialen, politischen, religiösen und1 kulturellen Interessen verteidigen zu können. Der Einzelne von uns ist schwach und hilflos; alle zusammen vereinigt zu einer Organisation werden wir einen achtunggebietenden Faktor bilden! Mit vereinten Kräften müsen wir alle gegen die ausländischen Juden gerichteten Ausnahmebestimmungen bekämpfen! Wir müssen volle Gleichstellung in den jüdischen Gemeinden und Organisationen fordern! Daß wir in dieser Hinsicht noch viel zu kämpfen haben, beweißt auch der Beschluß des Zentralvereins d. St. j. G., die ausländischen Juden von der Teilnahme am jüdischen Kongreß in Deutschland ausschließen zu wollen. Wie man sich auch zu dem Kongreß an und für sich verhalten mag, — so müssen wir doch prinzipiell den stärksten Einspruch gegen einen solchen Beschluß erheben, der hunderttausende Juden von einer jüdischen Veranstaltung ausschließen. unsere Brüder als Parias behandeln will! Eine Wirkung können wir nur dann erzielen, wenn wir alle unsere Kräfte zu einem mächtigen Faktor vereinen. Der „Verband der Ostiuden in Deutschland“, dem bisher außer einer Anzahl Einzelmitglieder zirka 50 Vereine angehören, muß die gesamte Ostjudenheit in Deutschland umfassen, um seine großen bedeutsamen Aufgaben erfüllen zu können, und ein wichtiger Faktor im jüdischen Volke zu werden. Brüder! Eure eigenen vitalsten Interessen fordern von Euch: Schließt Euch der Gesamtorganisation der in Deutschland lebenden Ostjuden an! Verband der Ostiuden in Deutschland. Berlin, Gormannstr. 29. Wert- und Geldsendungen sind an den Vorsitzenden des Verbandes. Herrn Josef Lin. unter obiger Adresse zu richten. Die Forderung der Schadlos» haltung der Pogromopfer. An Ihre Exzellenzen den Herrn Präsidenten und die Herren Delegierten der Friedenskonferenz! Das Comite des D61£gations Juives aupres de la Conference de la Paix. welches im Namen der verschiedenen Unterzeichneten Organisationen handelt und für 9 Millionen Juden eintritt. hat die Ehre. Ihnen nachstehenden Vorschlag zu unterbreiten, der den Schutz der jüdischen Bevölkerung in Bulgarien, Estland. Finnland, Griechenland. Litauen. Polen, Rumänien, Rußland, . der Tschecho- Slpvakei. der Ukraine, Jugoslavien und anderer Länder Ost- und Zentraleuropas zum Gegenstand hat, und bittet Sie ergebenst, ihn gefälligst bei der Abfassung der Verträge, die mit diesen Ländern abgeschlossen werden, in Betracht zu ziehen. Die Opfer aller Pogrome, welche in der Zeit vom I. August 1914 bis zur Unterzeichnung dieses Vertrages stattgefunden haben und welche gegen die Juden von . . . gerichtet waren, oder die Opfer der Pogrome, welche eventuell nach diesem Datum . . . noch Vorkommen sollten, müssen voll und ganz für den Verlust und die erlittenen Schäden durch . . . entschädigt werden. Genehmigen Sie. Herr Präsident und Herren Delegierte, den Ausdruck unseres Vertrauens in Ihre Gefühle der Gerechtigkeit und die Versiehe^- rung unserer ausgezeichneten Hochachtung. Im^ Namen des Comite des D6I6gations Juives aupres de la Conference de Üa Paix. das aus Vertretern der nachstehenden Länder und Organisationen zusammengesetzt ist. Präsidium des Comitäs: Präsident: Julian W. Mack; Vizepräsidenten: Louis Marshail, L6on Reich. Israel Rosoff. Nahum Sokolow. Menahem Ussischkin; Mitglied des Präsidiums: Harry Cutler; Generalsekretär: Leo Motzkin. Denkschrift zur Begründen* der Vorschläge. Die Pogrome, welche in einigen Ländern Osteuropas gegen friedliche jüdische Einwohner stattfanden, haben mehr als einmal das Weltgewissen in Aufruhr versetzt. Diese höchste Schmähung der Menschheit diese Geißel, welche über unglückliche Opfer geschwungen wird, kann nicht länger als Übel betrachtet werden, gegen das keine Abhilfe möglich wäre. Wenn es bedauerlich ist. daß die Urheber dieser Verbrechen unbestraft bleiben, so würde es eine wirkliche Verleugnung jeglicher Gerechtigkeit sein, wenn die Gemeinden, in deren Schoße derartige Schrecken begangen wurden, durch den Staat nicht gezwungen werden könnten, dieses Unrecht wieder gut zu machen. Tausende von Familien haben durch diese Ereignisse ihre Existenzmittel verloren, oder sind vollständig ruiniert worden. Es muß eine vollständige Wiedergutmachung gewährt werden. Die Frauen, welche Witwen, die Kinder, welche infoge dieses Unheils Waisen geworden sind, müssen vom Staat eine Pension erhalten, die er ihnen als Milderung dieser Leiden schuldet. Die elementarste Gerechtigkeit verlangt die Wiedergutmachung der geschehenen Unrechte und die öffentliche Sicherheit verlangt, daß derartige Geschehnisse in Zukunft vermieden werden. Es steht tatsächlich zu befürchten, daß die gegenwärtigen Regierungen dieser Länder, mangels genügenden Verständnisses den Staatsinteressen gegenüber, es verabsäumen werden, die notwendig gewordenen Maßnahmen zu ergreifen, um eine Wiederholung derartiger Grausamkeiten zu verhindern. Tausende von Massakers, deren alleinige Opfer die Juden sind, werden täglich aus Osteuropa gemeldet und haben den Verlust zahlreicher Menschenleben und die Zerstörung beträchtlichen Eigentums im Gefolge. Wenn die Staaten, in welchen diese Verbrechen sich ereignen, nicht gezwungen werden, denselben durch Schutzmaßnahmen vorzubeugen, sowie die Verantwortlichkeit für deren Folgen auf sich zu nehmen, so werden die Abscheulichkeiten zweifellos fortdauern und sich verallgemeinern. Gesetz und Gerichtsbarkeit verschiedener Staaten anerkennen die Wohlbegründetheit dieser Grundsätze, für deren Annahme wir an die Friedenskonferenz appellieren. Vereinigung „Bajith Wegan“ ln Jaffa. Die durch die Misrachi-Landesorganisationen in Palästina gegründete Vereinigung „Bajith-Wegan“ hat den Zweck, in Jaffa ein Wohnviertel, bestehend1 aus modernen Wohnungen mit Gärten, zu errichten. Die Metropole Jerusalem, die Handelsstadt Haifa, in der sich voraussichtlich, wie in Jaffa, die jüdische Handelswelt niederlassen wird, sind für Errichtung solcher Wohnviertel geeignet. Hebron und Sefad1, die auf einer Anhöhe liegen, und ein gutes Klima haben, sowie Tiberias, das

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