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Das jüdische Echo · 1919-06-27 · 26 (27.6.1919) · p. Seite 306

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
26 (27.6.1919)
Date
1919-06-27
Page
Seite 306 (sequence 6)
Language
German
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306 Das Jüdische Echo Nr. 26 c) gegen die Verletzung: der von Juden proklamierten und' von beiden Parteien anerkannten Neutralität im polnisch-ukrainischen Kampfe durch die rechtswidrige Heranziehung der ostgalizischen Juden zum Dienst im polnischen Heere: d) gegen die rechtswidrige Entlassung iüdischer Staatsbeamten vom Dienst, weil sie gemäß der Haager Konvention auf ihrem Posten ausharrten, ihre Neutralität bewahrten und sich keines anderen „Vergehens“ schuldig machten, als daß sie sich zur jüdischen Nationalität bekennen; e) gegen den Ausschluß jüdischer Mittel- und Hochschüler in Ostgalizien aus öffentlichen Unterrichtsanstalten. III. Protest gegen die rumänische Invasion. Die Delegation des Jüdischen Nationalrates für Ostgalizien erhebt ferner Protest gegen die Besetzung ostgalizischer Gebiete durch die Rumänen, die den Juden im eigenen Lande die primitivsten menschlichen und bürgerlichen Rechte stets verweigerten und auch nach Galizien, auf welches sie weder einen ethnographischen noch den geringsten Schein eines historischen Rechtes beanspruchen können, das rumänische System der Judenknechtung und der Judenverfolgung, das bereits in Kolomea in blutigen Ausschreitungen gegen Juden seinen Ausdruck fanden, hineintragen. IV. Gegen den materiellen Ruin der Juden. Die Delegation des Jüdischen Nationalrates für Ostgalizien fordert die jetzigen Machthaber in Ostgalizien auf, gemäß den ihnen nach der Haager Konvention obliegenden Verpflichtungen die Valutafrage auf die Weise zu ordnen, daß die jüdische Bevölkerung in Ostgalizien von einer materiellen Katastrophe bewahrt werde, indem die von der ukrainischen Regierung zwangsweise eingeführte eigene Valuta in ihrem vollen Nominalwert erhalten werde. Der Zusammenbruch der Jüdischen Gemeinden in Rußland. Vor kurzem fand in Moskau unter dem Vorsitz des H. Kreinin eine Konferenz der jüdisch-demokratischen Gemeinden Großrußlands statt. Auf der Tagesordnung stand die Frage der Liquidierung des Zentralkomitees des Gemeindeverbandes, dessen weitere Existenz im Hinblick auf den bereits erfolgten Zusammenbruch der Provinzgemeinden zwecklos ist. Von mancher Seite wurde beantragt, bei der Sowjetregierung für die Ermöglichung eines normalen Funktionierens der jüdischen Gemeinden zu intervenieren, wogegen sich fast alle Teilnehmer ausgesprochen haben. „Man dürfe sich nicht erniedrigen lassen“ — lautete die Antwort auf diesen Vorschlag. Der Rechenschaftsbericht widerspiegelte den völligen Zusammenbruch! der jüdischen Gemeinden Großrußlands. In Moskau ist man darauf gefaßt, daß eines schönen Tages die dortige jüdische Gemeinde geschlossen werden wird. Jüdische Wahleriolge im Tschecho-slowakischen Staat. Prag. 22. Juni 1919. Die ersten Gemeindewahlen in der tschecho-slowakischen Republik hatten, soweit sich bis heute die Wahlresultate in Böhmen und Mähren übersehen lassen, in den größeren Städten einen schönen Erfolg zu verzeichnen. Nach den bisher bekannt gewordenen Resultaten sind bereits ungefähr 80 jüdisch-nationale Vertreter in die kommunalen Verwaltungen gewählt worden, ein Beweis, wie tief der jüdische Volksgedänke bei den Juden dieser Landesteile Wurzel gefaßt hat. So haben z. B. in Groß.-Prag 60 Prozent der jüdischen Wähler ihre Stimme für die national-jüdische Liste abgegeben und dadurch 9 Juden in den Stadtrat entsandt. Der Ausfall dieser Wahlen zeigt, daß hinter den National-Juden die große Majorität der Juden überhaupt steht und daß die Assimilanten, die hier eine so besonders merkwürdige Rolle spielten, gründlich abgehaust haben. Jetzt werden wohl auch die offiziellen Repräsentanten in den jüdischen Kultusgemeinden, welche durch die kriegerischen Verhältnisse seit längerer Zeit Neuwahlen hintanzuhalten wußten, gezwungen sein, auf die Stimmen aus dem Volke zu hören und auch hier baldigst Neuwahlen zu veranlassen. Delegiertentag des Schweizerischen Zionistenverbandes. Am 28. und 29. Mai fand im Großratsaal in Basel der 22. Delegiertentag des Schweizerischen Zionistenverbondes statt. Der Präsident des Verbandes, Rechtsanwalt Dr. Brunschwig, eröffnete die Tagung durch eine Begrüßungsansprache, in der er die Mitarbeit aller Juden auf rief für die in den nächsten 10 Jahren zu leistende schwere Arbeit in und für Palästina. Er begrüßte die Herren Andrö Spire aus Paris. Dr. Mossinsohn aus Jaffa, die ostjüdischen Nationalräte Dr. Krämer und Dr. Diamant, sowie den Präsidenten der Gemeinde Adass Jisroel, Herrn Kaller. Darauf begrüßte Herr Dr. Mossinsohn in hebräischer Ansprache die Tagung, Dr. Diamant sprach im Namen der jüdischen Nationalräte. 3Jlünd?ner Jlcueftc Jladjndjten <9röfHe,tägl.2mal erfdjeinenbe 3eitung ©üb* unb Jflitfelbeutfch* tanb&ftauffräftigerXeferfrete unb über £)eutfrf?fo»btf<s*ren$en fyinauS* gefjenbe Verbreitung. <9ro§erfauf* mann.u.gea>erbl.©teflenmarft Sfnerfannt fefyr erfolgreich für Slnseigen aller 21rt. 2fn$eigen» preiä unb 3tad)lajj nach Sarif. 25ejug$prel4 monatt. SW. 2.50 bei allen beutfehen pojtanftaften SäglidjeSluffage 2mal l60 000(S|emplare/Ubcr‘/2 3Jti(Uon£efer

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