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Das jüdische Echo · 1919-06-20 · 25 (20.6.1919) · p. Seite 294

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
25 (20.6.1919)
Date
1919-06-20
Page
Seite 294 (sequence 6)
Language
German
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294 Das Jüdlscfce Echo Nr. 25 anderen Sittengesetz als demjenigen, das dem Strafgesetzbuche zu Grunde liegt. Alle echten Zionisten, wahrscheinlich auch mit Einschluß des Herrn Ludwig Strauß, begeistern sich für das Hebräische und halten den Gebrauch dieser Sprache als conditio sine qua non für unsere künftige Siedelung in Palästina. Ich kann mir ein jüdisches Leben, auch ein staatliches, in Palästina ohne Hebräisch als Umgangssprache sehr wohl vorstellen. Dagegen ist es vollkommen ausgeschlossen, daß die Juden sich dauernd erhalten ohne jüdische Sittlichkeit und Lebensanschauung. Zuerst vermindern sie sidhi an der Zahl, und die anderen versinken unrettbar in die Flut der Assimilation. Diese Erscheinung ist keine ausgeklügelte Möglichkeit. sie ist vielmehr durch viele historische Tatsachen bewahrheitet. Man lese — um ein Beispiel zu nennen — das lehrreiche Werk von Felix A. Theilhaber: „Der Untergang der deutschen Juden.“ Die wirksamsten Momente, die eine Verminderung der Juden in Deutschland bewirken, lassen sich auf Nichtbeachtung jüdischer Sittenlehre, insbesondere auf die Laxheit der sexuellen Moral zurückführen, weil sie leider unter den deutschen Juden, namentlich der Großstädte, vorherrschend ist. Daher die zahlreichen Geschlechtskrankheiten mit ihren verderblichen Folgen: Sterilität, Schlaganfällen, Paralyse (Gehirnerweichung), Rückenmarksschwindsucht usw. Die Entfremdung von jüdischer Lebensführung hat zur Zerstörung des arterhaltenden Familienlebens geführt, hat die Verachtung der Mutterschaft gelehrt, die Mischehen in so erschreckender Anzahl gehäuft, die das Verschwinden aus der jüdischen Gemeinschaft zur Folge hat, sie höchstens um eine einzige Generation aufschiebt. Sie hat ferner die Trunksucht gefördert und die Selbstmordziffer in bedrohlicher Weise gesteigert. Es ist eine trügerische Hoffnung, unser neues Heim in Palästina aufblühen zu sehen, wenn wir die Degenerationserscheinungen der westeuropäischen Judenheit in sie hineintragen. Wir wollen als ..freies Volk auf freiem Boden“ leben, aber wir wollen die Freiheit nicht im Sinne der Zügellosigkeit auf fassen. Jüdische Sittlichkeit muß dort unser Leben regeln. Wir wollen uns immer vor Augen halten die Worte der heiligen Schrift: ino-m n« KDttn vtn Der Frauenkongreß und die Judenfrage. In Zürich tagte der internationale Frauenkongreß für einen dauernden Frieden. Seine ersten Verhandlungen waren stockend, er wuchs aber unter der sicheren Leitung der amerikanischen Sozialpolitikerin Mrs. Addams täglich zu größerer innerer Kraft. Die Engländer herrschten vor. Alle Weltteile waren vertreten. Auch aus Australien waren streitbare Frauen gekommen, die berichten konnten, daß sie den zweimaligen Versuch der Kolonialregierung, die allgemeine Wehrpflicht für Kriegsdauer einzuführen, mittels des Referendums verhindern konnten. Nur die Französinnen fehlten anfangs. Die Regierung hat ihnen die Pässe verweigert. Am Vormittag des fünften Verhandlungstages bemerkte nun Frau Dr. Jakobs, eine holländische Jüdin eine der ältesten Vorkämpferinnen der Frauenrechte, vom Präsidium aus, daß Mkime. Dumont eingetreten war. die sie als führende französische Pazifistin kannte. Sie hatte sich unter der Vorspiegelung privater Angelegenheiten den Weg nach Zürich gebahnt. Unter stürmischem Applaus des Kongresses wurde sie auf die Tribüne geleitet, wo sie Mrs. Addams feierlich und herzlich begrüßte. Mdme. Dumont antwortete in einer Ansprache, die den tiefen Gegensatz zu den Männern bekundete, die für die Versailler Episode, wie sie sie nannte, verantwortlich-sind. Darauf trat Frau Heimann aus München auf sie zu, die Frauen reichten einander die Hände, der Kongreß jubelte, viele Frauen weinten. Beide Frauen hielten Ansprachen. in denen sie die Hoffnung ausdrückten, daß die Frauen die Brücke zwischen den Völkern wieder schlagen werden, die gewalttätige Männer abgerissen haben und daß sie statt Haß Liebe säen werden. Die Szene erreichte ihren Höhepunkt, als alle anwesenden Frauen daraufhin die Hand zum Schwur erhoben, den Krieg in jeder Form zu bekämpfen und zu verhindern. Viel vorbereitende Arbeit wurde geleistet, den Frauen war es ernst, sie gehen daran, nun ihre pazifistischen Organisationen auszubauen, und die Grundsätze, die sie sich aufgestellt haben, zu verwirklichen. Der Kongreß war nach Nationen aufgebaut und erkannte folgerichtig auch! die Minoritätsrechte an. Die jüdische Nation war nicht vertreten. Es fehlte nicht an bedeutenden jüdischen Frauen, aber sie kamen nicht als Jüdinnen. Mrs. Ethel Snowden, der Star des Kongresses, wurde für die jüdische Sache interessiert. Sie ist die Gattin des Führers der englischen Labour Partv. selbst eine führende Frau und bedeutende Rednerin. die die Wie di*l)et im Weitfrieg nimmt die fitötußnet fugend oud) dehn HJicdecnufhau #cieöcnd iftte ausgeprägte Stellung unter den deutfcften fflujtrferten feftföciften ein. 4fe iß nod) tute öor die Hicftftngtfleftfite etot* feint/ tu «tn/1 an« MtutMkfrt Im Jett« geiß Uerfilgt Dejugspteis Uiertetpfßefhß Ütt i©._ ($ut$ßande( adee Daß) Unmittelbar »am Üerlog in Heden necjMuft mit Porte, in ftetttftiead IW. 12.50 im Ausland HTt 13_ Prebebdnde 4 Hummern enthaltend Ulf. f.fo £fnjelne Haramern Ulf. 1.— ttcclag!et,fugen!' IKünttyeti, tefffugßr. I

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