Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 24 (13.7.1919)
- Date
- 1919-07-13
- Page
- Seite 282 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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282 Dm Jüdische Echo Nr. 24 Eine Zeitschrift für jüdische Kinder. Von C. Z. Klötzel. Berlin. Eine Zeitschrift für jüdische Kinder zu schaffen, ist nach dem Urteil aller, die sich bisher mit dieser Frage beschäftigt haben, ein überaus schwieriges Unternehmen. Diese Zeitschrift, deren Notwendigkeit von allen Seiten immer wieder betont wird, muß angeblich aus Mangel an geeigneten Mitarbeitern scheitern. Bis jetzt ist es nur gelungen, für die ganz Kleinen Märchenbücher und für die Halberwachsenen ..Jugendblätter“ zu schaffen. Für diejenigen aber, die für das Märchen zu groß sind und noch zu jung, um sich im „Jerubaal“ oder im „Jüdischen Willen“, der „Jüdischen Jugend“ oder den „Jüdischen Jugendblättern“ die Problematik der eigenen jüdischen Existenz klar machen zu lassen, gibt es bis heute nichts. Unsere Jugend im Alter von 9—13 Jahren kennt keinen für sie passenden jüdischen Lesestoff. Vielleicht darf ich* mit dem Interesse und der Unterstützung aller einsichtigen Eltern rechnen, wenn ich ab 1. Juli den Versuch mache, allen bisher gemachten „Erfahrungen“ zum Trotz, mit der Herausgabe einer Zeitschrift für jüdische Kinder zu beginnen. Um kurz anzudeuten, in welchem Rahmen diese Zeitschrift gehalten werden soll, brauche ich nur wörtlich das zu widerholen, was ich in der Sondernummer der „Hamburger jüdischen Nachrichten“ zum jüdischen Jugendtag im vorigen Jahre zu diesem Thema geschrieben habe. „Was diese Zeitschrift unserer Jugend geben soll, ist dreierlei. Zunächst soll sie eine Verbindung hersteilen zwischen den Jungen und der Jüdischen Welt... Unsere Jugend weiß viel zu wenig von dieser Welt, in der sie beheimatet sein sollte. Wir dürfen es nicht dem Zufall überlassen, ob sie aus Zeitungen oder anderen mehr oder minder einwandfreien Quellen bruchstückartig etwas über die jüdischen Dinge erfährt und sich danach ihr Weltbild formt.... Nichts Jüdisches darf ihnen fremd bleiben. Ich bin überzeugt davon, daß es eine Möglichkeit gibt, auch zu den ganz jungen Menschen über jede Sache m gemeinverständlicher Weise zu sprechen, ohne daß der Bedeutung der Dinge irgendwelcher Abbruch geschieht ... Soll so die Zeitschrift der jüdischen Jugend zunächst ein lückenloses Bild der jüdischen Gegenwart geben, so soll ihr eigenes Leben besonders eingehend besprochen werden. Auch hier handelt es sich in erster Linie um Tatsachen, deren Bewertung der Jugend selbst überlassen bleibe. Ferner versteht sich von selbst, daß in dem jüdischen Weltbild, das die Zeitschrift vermitteln soll. Leben und Arbeit in Erez Israel eine besondere Rolle spielen müssen. Unsere Jugend soll in Erez Israel Bescheid wissen. Daß die unserer Jugend zum größten Teil unbekannten Lebensverhältnisse der jüdischen Massen im Osten und in Amerika eingehende Darstellung erfahren müssen, versteht sich von selbst. Die zweite Aufgabe der Zeitschrift ist. unsere Jugend mit der Geschichte ihres Volkes bekannt zu machen... Gar zu viele sind ohne jede Tradition aufgewachsen, ihnen muß die Zeitschrift nach und nach festen geschichtlichen Boden unter die Füße bereiten. Zuletzt — und darauf möchte ich besonderen Wert legen. — soll die Zeitschrift unterhalten. Unterhaltung ist etwas, was unsere Jugend nur in sehr bedingtem Maße kennt Daß es Blüten der Schriftstellerei gibt, deren Duft und Schmelz man genießt, ohne daraus den Honig irgend einer einzu* heimsenden Weisheit oder Lehre saugen zu wollen, ist eine botanische Erkenntnis, die uns mangelt. Damit mangelt uns aber auch eine Art der Freude, die sonst für die Jugend kennzeichnend ist... Wenn wir in unserer Zeitschrift es verstehen werden, im besten Sinne gute Unterhaltung durch Erzählung. Lied, Spiel und Rätsel zu bringen. so bin ich gewiß, daß wir damit eine vorhandene. aber noch nicht recht wach gewordene Veranlagung unserer Jugend zur Entfaltung bringen.“ Auf diesen Grundsätzen wird die Kinderzeitschrift aufgebaut werden. Einfachheit soll ihr besonderes Kennzeichen sein. Gesund, natürlich, aller falschen Romantik ebenso fern wie jeder Nüchternheit sollen Ton und Inhalt sich halten. Sie soll in erster Linie weder belehren noch irgendwie „charakterbildend“ wirken, sondern sie soll in erster Linie Freude bereiten: alles andere wird sich dann von selbst einstellen. Der ..Weltverlag“, der sich anerkennenswerterweise der Auigabe unterzogen hat, entgegen allen Bedenken das Blatt herauszugeben, wird für eine, bei aller Einfachheit gute und geschmackvolle Ausstattung sorgen. Es wird eine reiche Beigabe von Bildern beabsichtigt, und zwar sowohl Reproduktionen nach Photos zu aktuellen Ereignissen aus dem jüdischen Leben in allen Ländern, besonders Palästinabilder, als auch zeichnerische Ausstattung des Textes. Dieser Teil der Arbeit ruht in den bewährten Händen von Menachem Birnbaum. Der Preis wird mit M. 3.— pro Quartal (bei zwei Heften von je 16 Seiten im Monat) so billig sein, wie es bei den gegenwärtigen Verhältnissen möglich ist Verlag und Herausgeber richten nun an alle jüdischen Eltern und Erzieher die dringende Bitte, sie dürch rege Anteilnahme an dem Plan die Überzeugung gewinnen zu lassen, daß sie sich nicht darin getäuscht haben, wenn sie glaubten. mmm on; JJlöndjncr Dleuefte Jiadjndjten <$röfite,fägl2mal erfdjetnenke 3eituna ©ük* unk Ottittelkeutfd)* lanki. ftauffräftigcr£efertrett unk ßker&eutfdtiankKSrenien hinauf gefpnk* Verbreitung. 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