Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 23 (6.6.1919)
- Date
- 1919-06-06
- Page
- Seite 266 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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266 Das Jüdische Echo Nr. 23 1. 250—300 demobilisierte Soldaten können mit Aufforstungsarbeiten beschäftigt werden. 2. 100 Leute können in der Ackerbauschule Mikweh Israel untergebracht werden, wo zur Zeit etwa 70 entlassene Soldaten aus Australien und Neuseeland ausgebildet werden. 3. Nach Beendigung der Aufforstungsarbeiten können die Leute einer Ackerbaugesellschaft unter der Aufsicht von Experten und Spezialisten überwiesen werden. Die Gesamtausbildung soll etwa 2 Jahre dauern, während1 deren die Kommission für sie sorgt. Nach Ablauf dieser Zeit sollen die Leute kleine Terrains in einer Kolonie oder in der Nähe von jüdischen Kolonien erhalten. Jüdische Kulturarbeit in Palästina. Aus Palästina wird uns berichtet: Die neueste Gründung, die sich allgemeiner Popularität erfreut, ist jetzt in unserem Lande die Wasser-Gesellschaft „Agudath Hamaim“. Der Zweck der neuen Gesellschaft ist, die palästinensichen Gewässer der Öffentlichkeit dienstbar zu machen. Kein Gebiet in unserem Lande ist so vernachlässigt wie gerade dieses. Kenner des Landes wissen, welche großen Verkehrs- und Erwerbsmöglichkeiten mit der Ausnutzung der palästinensischen Flüsse und Gewässer. mit der Errichtung verschiedener Schiffahrtswege, namentlich aber mit dem Ausbau und der Entwicklung der Fischerei verbunden sind. Die neue Gesellschaft hat sich die Aufgabe gestellt, auf diesem Gebiete eine gründliche Reform dürdnzuführen. Die Arbeiten sollen theoretischer und praktischer Natur sein. Gleichzeitig mit der Errichtung einer Seemanns-Schule sollen auch Gruppen von Fischern und Schiffern gebildet werden. Sowohl das Palästina-Amt als auch die Zionistische Palästinakommission bekunden das lebhafteste Interesse für die neue Gesellschaft und haben ihre Unterstützung zugesagt. Polen anerkennt die nationalen Rechte der Juden. Haag, 29. Mai. Das Jüdische Preßbüro meldet: Das fertiggestellte Abkommen der Entente mit den Polen wurde von der polnischen Delegation genehmigt. Das Abkommen erkennt den Juden ihre nationalen Rechte im vollen Umfange zu, verbietet jegliche Unterdrückung, gewährt ihnen den Gebrauch ihrer eigenen Sprache und verbietet die Vornahme von Wahlen an Samstagen. Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. Aus dem Arbeitsgebiet der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, das sich in letzter Zeit bedeutend erweitert hat. sei nachstehend das Wesentliche hervorgehoben: Eine besonders rege Tätigkeit wurde auf dem so wichtigen Gebiete der Jugendfürsorge und Jugendpflege entfaltet. Der Krieg und die lange Abwesenheit der Väter hat auch auf die jüdische Jugend, insbesondere die männliche demoralisierend gewirkt, und die dringende Notwendigkeit, hier mit größter Beschleunigung eine planmäßige Erziehungsarbeit einzusetzen, hat auf Anregung der Zentralwohlfahrtsstelle zur Schaffung eines Heimes für schwer erziehbare Knaben in Halbe bei Königs Wusterhausen geführt. Es ist von einer jüdischen Siedlungsgenossenschaft gegründet und nimmt Knaben im Alter von 10 bis 16 Jahren auf. Unter Leitung eines landwirtschaftlich geschulten Lehrers sollen die Kinder durch das Leben in der Natur den schädlichen Einflüssen der Großstadt entzogen und von ihnen geheilt werden. Die Erziehung ist streng jüdisch: das Heim ist bereits seit dem 1. Mai im Betrieb. Eine ähnliche Gründung ist ebenfalls auf Anregung des Jüdischen Frauenbundes in Süddeutschland geplant; leider hat sich noch kein geeignetes Grundstück finden lassen, doch ist zu hoffen, daß auch dieser Plan bald in die Wirklichkeit umgecetzt werden kann. In diesem Zusammenhang mag erwähnt sein, daß auf dem Gut in Halbe, wo sich das Heim für schwer erziehbare Knaben befindet, 60 Morgen Land zur Ansiedlung von 10—15 jüdischen Kriegsbeschädigten auf genossenschaftlicher Grundlage bestimmt sind. Auch die körperliche Schädigung, die die jüdischen Stadtkinder durch die vielen Entbehrungen davon getragen haben, hat die Beachtung der Zentralwohlfahrtsstelle gefunden. Im Verein mit der Großloge für Deutschland, dem Jüdischen Frauenbund, dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebund und dem Verein für Ferienkolonien jüdischer Kinder ist auch in diesem Jahre versucht worden, jüdische Stadtkinder auf dem Lande unterzubringen. Es wurde insbesondere darauf hingearbeitet, in der Nähe von größeren Städten Landerholungsheime zu schaffen, in welchen die Kinder aus dem betreffenden Bezirk für die Ferien untergebracht werden, nachdem sich die Unterbringung in Familienpflege auf dem Lande nicht als zweckmäßig und auch nicht durchführbar erwiesen hat. HUfe frisier im HPeltfriep nimmt die ittümtynet fiüQtnd aurf} 6dm HJicöccauf&nu öe$ $möen$ ihre ausgeprägte Stellung unter den äeutfäjen illußeierten ^dtfrfjriften ein. Oie iß nad) toie öor die &ie6Ungg(eftüte rint* 2M*n/ 6er ernß un6 UorueteilSlo* 6en 5eit* geijt öerfoigt Bezugspreis üierieljäfyr(f<f| ttlf. 10.— (Burfjfjanflei oder poß) ilnmitteldar t»om Oerlag in Rollen Oerparft mit Porto/ ln Oeutfdjland ffif.12.50 (m 2fa*land fflf. 13.— Proäedände 4 Hummern enthaltend me. o einzelne Hummern UT!. l.— ©erlag fler /Jugenfl' iltändjeit/ ießingßt. 1