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Das jüdische Echo · 1919-06-06 · 23 (6.6.1919) · p. Seite 265

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
23 (6.6.1919)
Date
1919-06-06
Page
Seite 265 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 23 Das Jtidlsche Echo 265 1. Aufstellung eines für alle Schulen geltenden Minimalprogramms, das die Kenntnisse des jüdischen Schrifttums im weitesten Umfange als Zwangsunterrichtsgegenstand1 enthält. 2. Ausbau des Schulwesens auf der Grundlage des Prinzips der Schulgemeinden, die untereinander nach kulturellen Gesichtspunkten differenziert sind: 3. Ermöglichung der Begründung und Aufrecbterhaltung von Lehrhäusern und1 Hochschulen, denen die Durchforschung des gesamten jüdischen Schrifttums obliegt. 4. Schaffung einer Zentralbibliothek sowie einer möglichst großen Anzahl lokaler Bibliotheken, deren Benutzung unentgeltlich sein muß, in denen das jüdische Schrifttum den seiner Bedeutung angemessenen Raum einnimmt. 5. Die jüdischen Kunstdenkmäler sind zu sammeln und der Allgemeinheit zugänglich zu machen.“ Ohne Debatte wurde endlich ein Antrag Dr. Wilhelm Levys angenommen, der bei der Schaffung des Palästina-Amts Maßnahmen fordert, um jedem Einwanderer Gelegenheit zu geben, sich die Kenntnis der hebräischen Sprache schon vor der Übersiedlung anzueignen. Hat so der Delegiertentag in eingehenden Referaten und den mit großer Sachkenntnis und tiefem Interesse geführten Diskussionen alle Seiten des Aufbaus von Erez Israel besprochen und in den angenommenen Resolutionen den Standpunkt der deutschen Zionisten vor der zionistischen Öffentlichkeit zum Ausdruck gebracht, so endete die Tagung nicht, ohne durch einen organisatorischen Beschluß die Palästinaarbeit der deutschen Zionisten auf gesicherte Grundlagen zu stellen. Es wurde ein Palästina-Amt der Zionistischen Vereinigung für Deutschland geschaffen. Diesem wird die Aufgabe zufallen, die Registrierung der Auswanderungsbereiten vorzunehmen und die notwendigen Informationen zu erteilen. Natürlich wird sein Aufgabenkreis wachsen, ie mehr wir uns dem Stadium des Beginns der Einwanderung nähern. Neben dem Palästina-Amt soll ein Palästina-Ausschuß gebildet werden, der dem Geschäftsführenden Ausschuß der Zionistischen Vereinigung für Deutschland beratend zur Seite steht. Die Personalvorschläge für Palästina-Amt und Palästina-Ausschuß sind vom Präsidium des Delegiertentages dem Geschäftsführenden Ausschuß zu machen. Nachdem so die Tagesordnung erschöpft war, sprach Dr. Hantke, der den Delegiertentag geleitet hatte, einige Schlußworte. Obwohl wir noch in Monaten des Übergangs leben, führte er etwa aus, haben wir doch heute Probleme erörtert, die vielleicht noch nicht praktisch sind, aber es morgen sein können. Dr. Hantke wies dann auf die Bedeutung der behandelten wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Fragen hin und1 gab zum Schluß seiner Freude Ausdruck über die zahlreichen neuen Gesichter, die unter den Delegierten zu bemerken waren. Mit einigen Dankesworten Dr. Arnold Barths an Dr. Hantke und dem Gesänge der Hatikwah schloß der Palästinadelegiertentag. Arbeitsplan des Palästina-Amtes. An alle Zionistischen Landesverbände. Das Palästina-Amt der Zionistischen Organisation in London sendet folgende Bekanntmachung an alle zionistischen Landesverbände: Die Gründung des Palästina-Amtes ist Ihnen bereits angezeigt worden, und wir möchten Sie jetzt mit der Arbeit bekantmachen, die vom Immigrations-Departement dieses Amtes in Ausführung der Beschlüsse der Londoner Zionisten-Konferenz in Angriff genommen wird. 1. Gründung eines Zweigbüros in Kopenhagen zur Organisierung und Regulierung der Auswanderung aus Osteuropa. 2. Desgleichen in New-York für Nord- und Südamerika. 3. Desgleichen in London für Groß-Britannien. Südafrika und die britischen Kolonien. 4. Organisation einer Einwanderungszentrale in Palästina. 5. Eröffnung von Informationsbüros für Auswanderer in allen Landesverbänden, die von der Auswanderung berührt werden. 6. Schaffung von Vorzugsbedingungen für solche Auswanderer, welche sich den Bestimmungen betr. Regulierung der Auswanderung unterwerfen. 7. Vorbereitung von Verträgen mit Schiffahrtsgesellschaften. Wir hoffen, bald in der Lage zu sein. Ihnen durch die Zweigbüros Formulare, die zur Registrierung der Auswanderer bestimmt sind, übersenden zu können. Die Formulare können gewisse Veränderungen je nach den lokalen Bedingungen erfahren. Gleichzeitig werden wir Ihnen allgemeine Instruktionen als Richtschnur für die Eröffnung und Führung von Informationsbüros zugehen lassen. Alle Landesverbände, in denen die Registrierung von Auswanderungslustigen schon durchgeführt wird, werden gebeten uns postwendend ganz ausführlich über die Organisation und den Verlauf dieser Registrierungsarbeit zu berichten und uns Musterformulare und die als Resultat dieser Registrierung in ihrem Besitz befindlichen Informationen zugehen zu lassen. Die jüdische Legion. Das Kopenhagener Zionistische Büro berichtet: Leutnant Wladimir Jabotinski hat dem Londoner Zionistischen Büro folgende Angaben über die jetzt in Palästina befindlichen Legionäre gemacht: Die jüdischen Legionen werden als ein Teil der englischen Armee angesehen und bleiben in Palästina, falls England dort eine Armee unterhält Falls Palästina unter englisches Mandat kommt, wird dort eine noch größere jüdische Legion stehen, die ihren eigenen Namen haben wird (jetzt ist die jüdische Legion ja nur ein Teil der ägyptischen Expeditionsmacht). Die jüdischen Legionäre zerfallen in eine Kategorie, die in England oder Amerika demobilisiert zu werden wünscht, und eine solche, die auf eine Demobilisierung in Palästina rechnet. Die erste Kategorie steht außerhalb der Gewalt der Zionistischen Kommission. Was die zweite Kategorie anbetrifft, so ist es in ihrem eigenen Interesse ratsam, daß sie bis zur definitiven Entscheidung über das Schicksal des Landes und bis die Zionistische Organisation den Leuten systematisch Arbeit verschaffen kann, im Verbände der englischen Armee bleibt. Die jüdische Legion in Palästina hat jetzt eine noch wichtigere Aufgabe als zuvor. Die Zionistische Kommission sucht zur Zeit festzustellen, wieviel Juden im Lande bleiben wollen und womit sie sich beschäftigen können. Für die meisten Stellungen ist eine gewisse Kenntnis des Hebräischen notwendig. Die Kommission hat folgende Pläne für die Beschäftigung der Leute ausgearbeitet:

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