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Das jüdische Echo · 1919-04-25 · 16/17 (25.4.1919) · p. Seite 200

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
16/17 (25.4.1919)
Date
1919-04-25
Page
Seite 200 (sequence 4)
Language
German
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200 Das Jüdische Echo Nr. 16/17 fortan enger besiedelt werden. Neuer Bodenbesitz wird uns vorläufig nicht zur Verfügung stehen und neu zu erwerbende Gebiete werden zuerst für‘Kolonisationszwecke durch Bewässerung. Drainage, Wegebauten. Straßenanlagen usw. vorzubereiten sein. Die bestehenden Kolonien und Farmen, von denen ein Teil noch leer steht, können sogleich nutzbar gemacht werden, während auf neu zu erwerbenden Ländereien zuerst diese Vorbereitungsarbeiten ausgeführt werden müssen, ehe man Kolonisten ansiedeln kann. Aufnahmefähigkeit des erhältlichen Landes. Auf den verschiedenen in jüdischem Besitz befindlichen Terrains ist Raum für wenigstens 600 Ansiedler-Familien. Das ist ziemlich wenig im Vergleich zu dem bevorstehenden Bedarf. Um so mehr müssen wir uns nach Kräften anstrengen, um die vorhandenen Mittel voll auszunutzen, vor allem die Landreserven des Jüdischen Nationalfonds und der Palestine Land Development Co. Allgemeine Bedingungen für die Ansiedlung. Nationaler Landbesitz. Das Land sollte durch den Jüdischen Nationalfonds solchen Arbeiterfamilien in Erbpacht gegeben werden, von denen man annehmen kann, daß sie es ohne fremde Arbeitskräfte bewirtschaften. Ein besonderes landwirtschaftliches Kredit-Institut, das noch geschaffen werden muß, sollte entsprechende Vorschüsse gewähren. Die Kolonisten der ersten Siedlungen, die nach dem Kriege untergebracht werden, sollten hauptsächlich oder ausschließlich aus dem Kreise der Arbeiter genommen werden, die während der verflossenen Jahre genügend Erfahrung in der Landwirtschaft gesammelt haben. Für jede Ansiedlung sollte ein besonderes Siedlungskomitee alle Einzelheiten der Unterbringung übernehmen. Das Komitee hätte aus Vertretern der Siedler selbst zu bestehen, ferner aus Mitgliedern des Jüdischen Nationalfonds, der Kreditinstitute und der beabsichtigten jüdisch-nationalen Kolonisations-Gesellschaft. Die Ansiedler haben zu bestimmen, ob sie auf der Basis der genossenschaftlichen Produktion oder der Individualwirtschaft arbeiten wollen. Jedes Siedlungskomitee hat von Anfang an die Bildung einer Gesellschaft mit allen für eine wohlorganisierte Gemeinschaft notwendigen kulturellen Einrichtungen ins Auge zu fassen. Schulen, Gesundheitswesen und andere Gemeindeeinrichtungen werden aus den allgemeinen Mitteln der Zionistischen Organisation bestritten. Die aus dem Kreise der jetzigen Arbeiter gewählten Ansiedler werden nur sehr kleine oder gar keine Ersparnisse besitzen, da die Verhältnisse vor dem Kriege solche nicht zuließen. Aus diesem Grunde kann gar kein oder nur ein sehr kleiner Beitrag zu den Kosten für die Einrichtung der Farm von dieser Kategorie von Ansiedlern gefordert werden, die, da sie mehrere Jahre lang unter besonders schweren Bedingungen auf dem Lande gearbeitet haben, ein besonderes Anrecht darauf besitzen, in erster Linie für die Ansiedlung auf nationalem Boden in Betracht zu kommen. Bei der künftigen Ansiedlung von Kolonisten braucht das Vorrecht, zu den Einrichtungskosten keinen Beitrag zu leisten, keineswegs beibehalten zu werden. Die Ausgestaltung der Siedlungen. Die anzulegenden „Pionier“ - Kolonien müssen unbedingt einen Erfolg darstellen. Enge Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen, der Ansiedler, der Landinstitute, des Kredit-Institutes usw. sowie der Organisation zur Anlage von Schulen, Hospitälern usw. wird in Palästina einen neuen Typ nationaler Siedlungen schaffen. Obwohl wir als idealen Siedlungstyp eine Dorfgemeinde von mindestens hundert Familien, die sich mit der Bestellung des Landes befassen, betrachten, müssen wir uns auch mit Siedlungen kleineren Ausmaßes, die schon vor dem Kriege bestanden, bei den Kolonien begnügen. Diese werden sich hoffentlich durch Hinzukommen neuer Ländereien vergrößern können. Wenn es irgend möglich ist, in der unmittelbaren Nachbarschaft geeignetes Land zu erwerben, so wird man gut tun, größere Gebiete in Besitz zu nehmen, als die, mit denen wir heute rechnen müssen. Landarbeit der jüdischen Arbeiter. Zur Zeit der Einnahme von Samaria und Galiläa gab es im ganzen Lande 19 Arbeitergenossenschaften. die nach Arbeitsmöglichkeiten Ausschau hielten. Da es schon ziemlich spät im Jahre war, — erst Ende Oktober und im Laufe des November wurde die Verbindung zwischen Judäa und Galiläa vollkommen hergestellt — mußte man Maßregeln ergreifen, um es den Genossenschaften zu ermöglichen, noch in diesem Jahre mit der Landarbeit zu beginnen. Glücklicherweise gewährte die Zionistische Kommission den Arbeitergruppen Vorschüsse, die im Verhältnis zu ihrer Arbeitskraft und dem bearbeiteten oder zu bearbeitenden Gebiet standen. Die interessanteste Kategorie der Genossenschaften sind zweifellos die Frauen-Gruppen für Parzellierung und Gemüsezucht. Jede Gruppe besteht aus 8 bis 15 Mitgliedern, darunter Mädchen, die bereits in den vorhergehenden Jahren besondere Erfahrung auf diesem Arbeitsgebiet gesammelt haben. Im vergangenen Jahre wurden die Bestrebungen dieser Gruppen dadurch unterstützt, daß man ihnen besonders hohe Preise für ihre Produkte bezahlte. Wahrscheinlich werden dieses Jahr zur Zeit der Gemüsereife die Preise beträchtlich heruntergehen, da die Verbindung und der Transport dann leichter sein werden. Aus diesem Grunde ist vorläufig die Gemüsezucht in einem nicht allzu großen Maße aufgenommen worden. Um so mehr empfand es das Landwirtschafts- und Kolonisations-Amt als seine Pflicht, den Frauen, die trotzdem entschlossen waren, ihre Arbeit fortzusetzen, Anleihen zu gewähren. Eine Gruppe von Gemüsezüchtern besteht hauptsächlich aus männlichen Arbeitern (in Nachlath Jehudah) und zwei Gruppen nur aus Männern (in Rechoboth und die Gruppe Zeire Israel in Petach Tikwah). Eine andere Kategorie von Arbeitergruppen ist diejenige, die sich mit Getreidebau befaßt. Sieben Gruppen dieser Art arbeiten auf Privatgütern. Obgleich die Preise für Weizen. Gerste, Bohnen usw. im kommenden Jahre wahrscheinlich nicht so hoch sein werden wie bisher, hoffen diese Gruppen Erfolge zu erzielen und sind bemüht, ihr Land so intensiv wie möglich zu bewirtschaften. Die Gruppe in Petach Tikwah, die „Achwah“ heißt, hat neben der Getreidezucht die Pflege einiger Orangengärten übernommen, die Privatbesitzern in der Kolonie gehören. Die Gruppe in Kfar Uria hat seit dem letzten Herbst begonnen, auf einem Boden zu1 arbeiten, welcher einer jüdischen Gesellschaft aus Bialystok gehört. Die beiden Gruppen in Kerkur arbeiten auf Land, das teils

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