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Das jüdische Echo · 1919-04-04 · 14 (4.4.1919) · p. Seite 183

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
14 (4.4.1919)
Date
1919-04-04
Page
Seite 183 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 14 Das Jüdische Echo 181 Samen wird hier sicher aufgehen und damit ist der Hauptzweck wohl erreicht. Stuttgart. Am 20. März sprach hier in einer von .200 Ostjuden besuchten Versammlung Herr Loebel Taubes aus Colomea über den Zionismus und seine Bedeutung für die Ostjuden. Der Redner zog Parallelen zwischen der Lage des heutigen Judentums und verschiedenen Erzählungen aus dem Talmud und ging dann insbesondere auf die Stellung eines Teiles der deutschen Orthodoxie zum jüdischen Volksgedanken und zum Zionismus kritisch ein. Reicher Beifall dankte dem Redner für seinen in jüdischer Sprache gehaltenen Vortrag. Zahlreiche Anwesende meldeten ihren Beitritt zur hiesigen zionistischen Ortsgruppe an. Stuttgart. Im hiesigen neutralen Jugendbunde fand diese Woche ein Diskussionsabend über den Jüdischen Kongreß in Deutschland statt. Die Diskussion schloß sich an das Referat, das Herr Dr. Apfel vor einiger Zeit in Berlin hielt, an. Es beteiligten sich an der Aussprache Herr Dr. Dessauer, der den Kongreß verwarf, während Herr Richard Rothschild für denselben eintrat, jedoch die verlangte Erklärung der Zugehörigkeit zum jüdischen Volk für verfrüht hielt, da diese erst vom Kongreß ausgesprochen werden solle. Demgegenüber erklärte als weiterer Redner Herr Preßburger u. a., daß der Kongreß nur als ein Glied in der allgemeinen jüdischen Kongreßbewegung aufzufassen sei und sich dieser einordnen müsse, und daß daher ein jüdischer Kongreß in Deutschland, der nicht von vornherein auf dem Boden des jüdischen Volkes stehe, zwecklos sei. Im übrigen zeigte sich, daß die Mitglieder des Jugendvereins über die Bewegung noch recht wenig orientiert waren und es wurde beschlossen, die Diskussion in den nächsten Wochen fortzusetzen. München. Als nächster literarischer Abend des Jüdischen Echos, der in der zweiten Aprilhälfte stattfindet, wird Herr Arnold Zweig aus eigenen unveröffentlichten Werken vorlesen. Jüd. Wanderbund München. Sonntag. 6. April. Buben. 1. Zug: 7.45 Uhr Feilitzschstraße; 2. Zug: 7 Uhr Isartalbahnhof, 80 Pfg.; 3. und 4. Zug: 12 Uhr Giesinger Bahnhof, 5 Pfg.; 1. Gruppe: 8.30 Uhr Isartalbahnhof; 2. Gruppe: 8.40 Uhr Isartalbahnhof, 40 Pfg.; 3. Gruppe: 10—12 Uhr Heimvormittag; 4. Gruppe: 8.30 Uhr Cafe Harras, Billet zum Waldfriedhof, 40 Pfg. Poale Zion-Gruppe München. Samstag, den 5. d. M., 8 Uhr abends, in Vereinsheim des Vereins Bne Jehuda, Burgstr. 3/II, Vortrag über die Stellung der Intellektuellen zum Weltkrieg und zur Revolution, von Leser Schindler. Hapoel Hazair. Dr. Stahl!, München, Kapuzinerplatz 5, bittet alle Gesinnungsgenossen, die sich für den Hapoel Haza'ir interessieren, sich mit ihm in Verbindung zu setzen. Zionistische Ortsgruppe München. Jeden Mittwochabend Zusammenkunft Nebenzimmer Hotel 3 Raben, Schillerstraße 6, 8 Uhr abends. Jüd. Turnu. Sportverein Nürnberg. Ausflug 6. April. Treffpunkt 1.15 Uhr Nordostbahnhof, 1.32 Uhr Abfahrt nach Herolldsberg—Ziegelstein. — Der nächste Heimabend findet am Donnerstag. 6. April, im Hotel Roter Hahn, Königstr., abends 7 Uhr statt. Jüd. Wanderbund Nürnberg. Sonntag, 6. April 1919. Buben : 8 Uhr Ludwigsbahnhof Nbg. Fahrt nach Egersdorf. Halb 3 Uhr Maxbrücke Fürth (Endh. Linie 1). Mädels: Treffpunkt 6.15 Uhr Prinzregentendenkmal. Eine Palästinawoche des Jüdischen Nationalfonds. Von Dr. Albert B a e r - Berlin. Bei der Werbung für unsere Palästina,-Arbeit bedarf es nicht eines Bekenntnisses wie bei der Kongreßbewegung, hier können wir jedem die Möglichkeit geben, durch Unterstützung unseres KolonisationsWerkes, besonders des Jüdischen Nationalfonds, zu seinem Teil am Ausbau des neuen jüdischen Palästina mitzuarbeiten. In Erkenntnis der Propagandamöglichkeiten gerade auf diesem Gebiet hat die Nationalfondskommission für Deutschland beschlössen, eine „Palästinawoche des Jüdischen Nationalfonds“ zu veranstalten. Diese Woche soll unmittelbar nach Pessach, vom 23. April bis 1. Mai, stattfinden. Nachdem nunmehr Palästina als nationale jüdische Heimstätte offiziell anerkannt ist, nachdem das „Palästina wird jüdisch“ auch die trägsten Geister aufgerüttelt hat, sind doch auch weiteste Kreise des deutschen Judentums von der Notwendigkeit durchdrungen, selbst zum Aufbau Palästinas beizutragen. Wir selbst aber haben angesichts dieses ungeheuren politischen Erfolges das brennende Bedürfnis, über den Kreis unserer Anhänger hinaus von dem Ausbau des neuen jüdischen Palästina zu sprechen und für ihn zu werben. Ich glaube, wir werden — mehr als bisher — ein williges Ohr finden; es gilt die Zeit zu nützen! Wenn es uns gelingt, möglichst zu derselben in Aussicht genommenen Zeit in allen unseren Gruppen, von den größten bis zu den kleinsten, die Palästinawoche zu veranstalten, so wird schon allein diese Tatsache, die die Geschlossenheit unserer Organisation und unseren einheitlichen Willen für Erez Israel dartut, ihre Wirkung auf das deutsche Judentum nicht verfehlen. Wir sollen uns auch nicht mit einer Palästinaveranstaltung in jeder Gruppe begnügen, möglichst die ganze Woche soll Erez Israel geweiht sein. Vor allem wird ein allgemeiner Vortrag über „Palästina“ zu halten sein; über die Besiedlungsmöglichkeiten, die jüdische Arbeit der Vergangenheit und der Zukunft usw. Lichtheims Referat vom Delegiertentag oder seine bereits erschienene Broschüre wird dabei gute Dienste leisten. Ich habe bei allen Vorträgen, die ich hielt, festgestellt, daß der Gedankengang: „unser Endziel ist nicht nur theoretisch als richtig erwiesen, sondern seine Verwirklichung ist durch die bereis vor dem Kriege entstandene Siedlung in den Anfängen dargetan“ — besonders auch durch die Schaffung des hebräischen Milieus. — daß dieser Gedankengang seine Wirkung nicht verfehlt; und die Aufstellung bestimmter Pläne für die Zukunftsarbeit, wie sie Oettinger und Ruppin geben, z. B. die Gründung von Kolonien in einer bestimmten Anzahl von Jahren, die Angaben, wie und wann eine jüdische Majorität im Lande zu schaffen sei, die Summe der aufzuwendenden Geldbeträge usw. erwecken überall das größte Interesse. Eine zweite Veranstaltung der Palästinawoche wird die Arbeit des Nationalfonds im besonderen darzustellen haben. Denn der praktische Zweck der Veranstaltung soll die Werbearbeit für den Jüdischen Nationalfond sein. Hier wird in der Zeit, da überall, besonders auch in Deutschland durch die letzten gesetzgeberischen Maßnahmen die Bodenpolitik im Vordergrund steht, besonders auf das Prinzip des Nationallfonds: „Boden zu unveräußerlichem Eigentum des Volkes zu erwerben“ hinzuweisen sein, wie überhaupt auch auf die

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