Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 14 (4.4.1919)
- Date
- 1919-04-04
- Page
- Seite 182 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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180 Das Jüdische Echo Nr. 14 ihr ins Land kommt und allerlei Bäume pflanzet...“ Reb Nachum hebt die Augen und schaut zu den Bergen Judäas hinüber. Das weißbllaue Licht, das auf den wilden Bergrücken ruht, tröstet und liebkost ihm das Herz. Tränen rollen aus seinen Augen, und er spricht zu sich selbst: „Und wenn ihr ins Land kommt und allerlei Bäume pflanzet...“ Mosche kommt in den Mandelgarten, geht auf Reb Nachum zu, begrüßt ihn und sagt: „Ich fahre bald fort.“ (Fortsetzung folgt.) Gemeindenu. Vereins-Echo München. Im Rahmen der Zionistischen Ortsgruppe sprach Kurt Blumenfeld - Berlin, am Samstag, den 29. März über die Überwindung des Antisemitismus. Ursachen, Äußerungen und Wirkungen des Antisemitismus traten unter den fesselnden Ausführungen des Redners klar zutage. Bekämpfung des Antisemitismus dadurch, daß man ihm die Angriffspunkte entzieht, was nur bei völliger, bis zur letzten Konsequenz durchgeführter Assimilation möglich ist. oder Überwindung durch neu-aufbauende Arbeit unseres Volkes für unser Volk und eben dadurch für die Menschheit überhaupt, waren die beiden Hauptfragen des Abends. Die Lösung des Zwiespaltes: Zusammenschluß zu eigener Leistung. So klar lag dieser einzige für das jüdische Volk als solches beschreitbare Weg vor den Zuhörern, daß sich eine Diskussion, trotzdem sie eigentlich vorgesehen war, erübrigte. Das Publikum dankte dem Redner für seine1 äußerst interessanten Darlegungen durch reichen Beifall. Jüdische Jugendversammlung in München. Am Sonntag, den 30. März veranstaltete der Ausschuß der national-jüdischen Jugend Münchens eine große jüdische Jugend-Versammlung, in der Kurt Blume n f e 1 d - Berlin über die „Jüdische Jugendbewegung“ sprach. Jugend aus allen Lagern füllte den Saal, lauschte den instruktiven Ausführungen des Referenten, der sich über Geschichte, Art und Ziel der jüdischen Jugendbewegung verbreitete, und vertrat dann in regen Debatten ihre, vielfach von einander abweichende Meinung. Dem Ruf nach Zerstreuung unter die Völker, nach Aufgehen in denselben stand der nach Sammlung, nach jüdischer Gemeinschaft, — der Mahnung, zunächst die Gegenwarts —, die Galutbedürfnisse zu befriedigen, der Wunsch nach Ewigkeitswerten, nach außerzeitlicher Arbeit gegenüber. Hoffentlich folgen dieser Veranstaltung noch weitere Aussprachen, damit vor allem auch diejenigen, die bisher uninteressiert der Bewegung ferngestanden haben, Gelegenheit gegeben wird, sich zu informieren. Talmud-Thora-Schule, Am 23. März beging der Verein Talmud-Thora unter starker Beteiligung die Einweihungsfeier seiner neu eröffneten Schule. Dem uns zugegangenen Bericht, der aus technischen Gründen zurückgestellt wurde, entnehmen wir, daß der Vorsitzende des Vereins, Herr B.. Wadler, in seiner Begrüßungsrede einen Über^ blick über die Entstehung des Unternehmens gab. Nach der Brgrüßung wurden die vom 2. Vorsitzenden, Herrn A. Kohn, gestifteten Bilder des sei.. Rabbiner Professor Dr. Werner und des Herrn Rabbiner Dr. Ehrentreu enthüllt, die eine bleibende Zier der Räume bilden sollen. Der Weiherede, die Herr Rabbiner Dr. Ehrentreu hielt, folgten Ansprachen des Herrn Rabbiner Dr. Bärwald,, des Schulleiters Herrn Schweitzer u. a. Ein Festmahl mit jüdischen Gesangs- und Musikvorträgen beschloß die Feier, die alle Teilnehmer vollauf befriedigte. Sie brachte auch einen großen finanziellen Erfolg, indem das Benschen mit 1500 Mk.. versteigert wurde und an Spenden 15000 Mk. eingingen. Wir hoffen, daß die Schule die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen und wirklich das leisten wird, was so dringend not tut: Religiösnationale Erziehung der jüdischen Jugend Münchens. Sobald uns das Lehrprogramm der Schule vorliiegt, werden wir uns noch einmal eingehend mit ihr befassen. R. Bamberg. Vor einem zahlreich erschienenen Publikum hielt am 24. ds. Herr Kurt Blumenf e 1 d aus Berlin hier einen Vortrag über das Thema „Der Antisemitismus und seine Überwindung“. Die interessanten Ausführungen des die Materie vollkommen beherrschenden Redners stießen bei einem Teil des Auditoriums auf lebhaften Widerspruch, wobei der Referent durch — manchmal geschmacklose — Zwischenrufe öfters unterbrochen wurde. Die sich an die fast zweistündige Rede anschließende Diskussion gestaltete sich zu einer wahren Redeschlacht zwischen dem Vortragenden und dem hiesigen Rabbiner Dr. Eckstein, der von seinem Assimilanten-Standpunkt aus, die vom Referenten mit Recht hervorgehobenen Argumente über die Gründe des Antisemitismus, unter Angriffen auf die zionistische Bewegung, zu entkräften suchte. Auch der Kultusgemeinde-Vorsteher Herr Justizrat Dr. Werner fühlte das Bedürfnis die Gemeinde vor der zionistischen Flut zu warnen. Für diejenigen, die den zionistischen Bestrebungen das richtige Verständnis entgegenbringen, bedeutete diese Veranstaltung einen genußreichen Abend. Bemerkenswert war die zahlreiche Anwesenheit von Nichtjuden, die den geistvollen Ausführungen mit ungeteiltem Interesse folgten. Auch auf die studierende Jugend, wie wir nachträglich feststellen konnten, machte die Veranstaltung einen tiefen Eindruck. Der ausgestreute JJlündjner Jleuefte 3ta (Größte,tägl.2mal erfcheinenbe 3ettung <5üb* unb 37ttttelbeutfd)* lanH. ftauffräftiger£eferfrete unb über ©cutfd)lan6^ren?cn hinauf gef)enbe Verbreitung. <9 r oft er f auf* männ.u.getoerbl.6tellemnarft SInerfannf fefyr erfolgreich für SInseigen aller Slrt. Slnjeigen* |>ret$ unb Nachlaß nach $arif. 25ejug$brei$ monatf. 2JH.2. — btt allen beutfd)en pojlanftalten SäglidKSCuflage 2ma( i6ooooej-emp{are/Üt>er‘/2:XIUllt0n£efer-W