Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 12 (21.3.1919)
- Date
- 1919-03-21
- Page
- Seite 166 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9072829-9102975-9139979--02713-9075533- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
156 Das Jüdische Echo Nr. 12 Aus der Jüdischen Welt Ctaaluzim. Eine Gruppe von 14 Chaluzim hat auf der Durchreise nach Palästina München passiert Palästina. Eine Landarmee Jerusalemer Mädchen. Frau Norman Bentwicb, die Gattin des Rechtsbeistandes der palästinensischen Verwaltung, ist dabei, eine Organisation der Jerusalemer Mädchen zu schaffen. Sie wirbt unbescholtene jüdische Mädchen für eine Landarmee Jerusalemer Mädchen an, welche die Aufgabe hat, unbebautes Land1 in der Stadt und ihrer nächsten Umgebung zu bebauen. Das zu bebauende Land, sowie Sämereien, Pflanzen und Arbeitsgeräte sind bereits vorhanden, und Mrs. Bentwich ist zur Zeit bestrebt, einen Betrag von 1000 Pfund zu sammeln, der zur Aufbringung der Löhne bis zur Zeit der Fruchttragung bestimmt ist. Die Mädchen arbeiten unterder Leitung einer in Kinereth ausgebildeten Lehrerin. Frankreich. Eine französ. Stimme zur jüdischen Forderung. „Echo de Paris“ schreibt: „Seit langer Zeit gibt es zwei Auffassungen: Wird man in Palästina jüdische Niederlassungen schaffen (etablissements) oder muß man in Palästina einen jüdischen Staat gründen? Weizmann, Sokolow, Andree, Spire und Ussischkin neigen nach der Auffassung des jüdischen Staates. Sie haben das Wort „Commonwealth“ gebraucht, das dem französischen „republique“ beinahe gleichkommt, aber in einem weniger klaren Sinn gebraucht wird. Als man sie fragte, was sie unter „Commonwealth“ verstehen, antwortete einer der Delegierten: „Ein jüdisches Commonwealth, um zu beginnen.“ Sylvain Levi hat in prächtiger (!) Weise die Schwierigkeiten gezeigt, worauf die -Gründung eines palästinensischen jüdischen Staates stossen würde. In Palästina bilden die Juden, die durch eine starke Immigration künstlich vermehrt werden, nur einen fünften Teil der Bevölkerung. Mit welchem Recht hätten sie die Vorherrschaft über die christlichen und mohamedanischen Elemente? Und noch mehr, ein jeder Jude hätte zwei Vaterländer, das Land, das er heute bewohnt und den palästinensischen Staat, das wäre, das Gesetz Delbrück einführen. Und übrigens ist Palästina doch zu eng und zu arm, um jemals einen großen Teil des jüdischen Volkes ernähren zu können. Nach den französisch-englischen Bestimmungen von 1916 soll Palästina ein internationaler Staat, wo die verschiedenen Gemeinschaften auf gleichem Fuße leben, werden. Das Prinzip der Trennung Palästinas von Syrien ist, wie man weiß, lebhaft besprochen worden. Aber die Klausel der Gleichheit bleibt unanfechtbar. Herr Levi erinnerte daran, daß nur sie allein mit der jahrhundertealten Mission Frankreichs an den heiligen Stätten Zusammengehen kann. Übrigens hat das Londoner und Pariser Kabinett, indem sie den Juden ein „etablissement national“ versprochen haben, schon 1917 und 1918 davon Meldung gemacht. Drei der jüdischen Vertreter haben das Protektorat Englands verlangt. Die Herren Spiro und Levi haben diese Forderung nicht gestellt Bei denen, die sie formuliert haben, zeugt sie von einer gewissen Unlogik: sie verlangen in einem Atem einen jüdischen Staat und beeilen sich zu erklären, daß sie ihn, er sich nicht selbst wird verwalten können!“ Amerika. Der kanadisch-jüdische Kongreß. Vom 16. bis 18. März fand in Montreal der auf Grund allgemeiner Wahl zugel'assenen Kommission der canadisch-jüdische Kongreß statt. Seine Tagesordnung lautete: 1. Palästinafrage. 2. Die Nationalrechte in der Diaspora. 3. Die Emigrationsfrage. Palästinabeschluß der Jüdischen Farmer. Die 10. Jahreskonferenz der Föderation der jüdischen Farmer in Amerika, die kürzlich in New York tagte, nahm einen Beschluß an, in dem sie ihre Freude über die Palästinaerklärung der britischen und der alliierten Regierungen ausdrückte und die Hoffnung aussprach, daß diejenigen ihrer Mitglieder, die sich im Lande unserer Väter niederlassen wollen, in der Bestellung und Bewirtschaftung des Bodens erfolgreich sein werden. T?auilhallmcuer München Thea£inevfa:t& 5lasor tJhnzellaiw-