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Das jüdische Echo · 1919-03-21 · 12 (21.3.1919) · p. Seite 167

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
12 (21.3.1919)
Date
1919-03-21
Page
Seite 167 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 12 Das Jüdische Echo 157 Gemeindenu.Verelns-Echo (Unter« Ltttr sind zur Einsendung von Mitteilungen tue Gemeinden und Vereinen und von Pereonalrtoohrlohten,dle In diesen Spalten gerne Aufnahme linden, bttfllohst eingeladen.} München. Purimfeier des Vereins Haschachar. Der Anregung der verehrten Leiterin des hebräischen Sprachvereins Haschachar, Frau Reich, verdanken wir ein geselliges, frohes Purimfest, das am Dienstag abend, den 18. März, im Hause der Damen Ehrlich-Behrend stattfand. Mit besonderer Herzlichkeit und freudigem Entgegenkommen wurde uns hier in einem blau-weiß geschmückten Raum fröhliche, anerkennenswerte Gastlichkeit zuteil, die bei allen Anwesenden die beste Stimmung: auslöste. Mit den Klängen der Hatikwah und einem von Fräulein Jenny Feuchtwanger selbstverfaßten und rvorgetragenen Prolog begann die Purimfeier und brachte im Verlaufe des Abends noch viele Beweise von dem einheitlichen Streben der Mitglieder. Fräulein Minna Klägers eigene humoristische Dichtung erweckte Bewunderung — sowohl für die Verfasserin des Zweiakters, als auch für das flotte, begeisterte Spiel der kleinen Theatergruppe von M. Klugers, R. Feuchtwanger, E. Glaser und Helene Reich. Viel Jubel und Beifall lösten Frau Reichs parodistische Jeremias Jammermeier-Strophen, die von den Tugenden und Schwächen der Mitglieder sprachen, aus. Fräulein Ehrlich und Hohenberger, die gleichfalls in bezüglicher Art ihre Verse in kunstgerechter kritischer Begabung zum besten gaben, wurden gebührend mit Hedadrüfen bedacht, ebenso E. Lichtenstein nach ihrem Violinsolo. Ein Reigen in Kleidern unserer Nationallfarben — getanzt von 6 Damen des Haschachar — fand begeisterte Aufnahme; besonders aber muß ein Al-Hanissim Nigun gerühmt werden, den uns Hanna Behrend in jener seltsamen alten chassidischen Gesangsart vortrug. Der Abend der Haschacher-Vereinigung war getragen von der großen Idee unserer Palästinazukunft, von jüdischem Geist und1 zionistischen Idealen. Die stattliche Summe von 160 Mark, dem Erträgnis einer Versteigerung eines Glücksrades und eines Büffets, wird zu gleichen Teilen dem Nationalfonds und der Vereinskasse des Haschachar dienen. So bewahrheitete sich der Spruch aus n-dx joya DiB? :rvax 'p"13 und der Haschachar ist durch den Erfolg des Festes weiterhin für neue positive hebräische und jüdische Arbeit angespornt worden. Gina Jadesohn. München. Einer alten Sitte gemäß wurde bei der Verlobung Aß-Bogopolski das Benschen versteigert und durch die besonderen Bemühungen der Herren Josef Cheikowski, Z. Honig. J. Kluger, Josef Fleischer, Max Orlof und E. Seligsohn der stattliche Betrag von Mark 1220.50 erzielt, der dem Gesamtausschuß der Ostjuden überwiesen wurde. Ein erfreulicher Beweis für die Opferwilligkeit der Tischgesellschaft und für das Wirken der genannten Herren, von denen ganz besonders Herr Honig gezeigt hat, daß er keine freudige Gelegenheit vorübergehen läßt, ohne unserer jüdischen Aufgaben zu gedenken. München. Am Dienstag, den 18. ds. fand sich im Lokal der „Talmud-Thora“ eine größere Anzahl ostjüdischer junger Leute zusammen zwecks Gründung einer Gemeinschaft zur Pflege des Thorastudiums. Herr cand. med. Rosner begrüßte mit warmherzigen Worten die Versammlung, worauf Herr stud. ehern. S. Mechlowitz über die Notwendigkeit der neuen Gründung und über ihre Ziele referierte. Dem Vortag schloß sich eine lebhafte Aussprache an, die zur Konstituierung des Vereins führte. Am Samstag, den 22. ds. abends 8 Uhr findet in den Räumen der „Talmud-Thora“, Klenzestraße 34, die erste Generalversammlung statt, mit anschließendem Vortrag über „Die Erhaltung des Judentums in der Diaspora“. Im Interesse der Sache wird auf zahlreiche Beteiligung gerechnet. München. Seit unserem ersten öffentlichen Hervortreten werden wir häufig durch anonyme Schmähbriefe beglückt, deren Schreiber sich als deutsche Juden bezeichnen. Wenn es auch Jedem unbenommen bleibt, die Mittel des Kampfes zu wählen, die seinem Geschmack und Anstand entsprechen, so möchten wir doch den anonymen Herrschaften sagen, daß diese Mühe und Geld ganz unnütz aufwenden. Wir werden uns in der Durchführung unserer Aufgaben nicht beirren lassen. Gesamtausschuß der Ostjuden Münchens. München. Am 12. März referierte der Vorsitzende der hiesigen Misrachi-Ortsgruppe, Herr Justizrat Dr. Fraenkel, in eingehender Weise über die Aufgaben des Misrachi und über dessen Stellung im Zionismus. In seinen Ausführungen kam er auch auf das Verhältnis zur Agudah zu sprechen, wobei er es bedauernd hervorhob, daß die eigentlich nur auf religiösem Boden stehende Agudah auch politische Ziele verfolge. An diese mit Beifall aufgenommenen Ausführungen knüpfte sich eine Diskussion, in welcher in Hinblick auf die Züricher Tagung bedauert wurde, daß in einem Moment, wo die Orthodoxie einig sein sollte, wieder der trennende Gedanke hervortrat und der Misrachi nicht geladen wurde, weil er eine „abhängige“ Organisation sei. Es sei beklagenswert, daß eine Weltorganisation, die stets ihren orthodoxen Standpunkt unabhängig und erfolgreich vertreten und einen nach Zehntausenden zählenden Mitgliederstand hat, auf diese Weise ausgeschlossen wurde. Als Delegierte zur Paliästinatagung in Berlin wurden Herr Justizrat Dr. Fraenkel und als Stellvertreter Herr Jos. Adler gewählt. In nächster Zeit soll eine große öffentliche Versammlung stattfinden. Nürnberg. Die Misrachigruppe Nürnberg-Fürth veranstaltete am Sonntag, den 23. Februar eine Versammlung, in der Herr Dr. Bamberger-Nürnberg über das Thema: „Was will der Misrachi“ referierte. Der Redner verstand es, in seinen interessanten Ausführungen, den zahlreich Erschienenen an Hand reichhaltigen Materials ein gelungenes Bild der Entwicklung des Misrachi und anschließend daran seiner Ziele und Forderungen zu geben. In der Diskussion wurde unter anderem, veranlaßt durch die Januar-„Blätter“ der A.J.J.O., die teilweise unschöne Art des Kampfes bedauert. Von seiten der A.J.J.O. Nürnberg vertraten zwei Herren den Standpunkt der Verfasser, ohne bei der Versammlung Zustimmung zu finden. Im Schlußwort betonte der Referent nochmals eindringlich die Notwendigkeit der Stellungnahme jedes Einzelnen zu den heutigen Fragen und warnte vor der großen Gefahr der Zersplitterung

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