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Das jüdische Echo · 1919-03-21 · 12 (21.3.1919) · p. Seite 164

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
12 (21.3.1919)
Date
1919-03-21
Page
Seite 164 (sequence 6)
Language
German
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154 Das Jüdische Echo Nr. 12 und Zustimmung derjenigen, die ihn behandeln. Kein Staatsmann ist fähig zu regieren, außer wenn er das Judenproblem studiert hat. Kein Problem ist so schwer zu verstehen, wie das jüdische. Sind die Juden eine Rasse, eine Nation oder ein Glaubensbekenntnis? Tatsächlich sind alle drei Faktoren vorhanden. Die wichtigste Kraft des Zionismus liegt in seiner Aufrichtigkeit. Die Juden haben mehr für die Zivilisation geleistet, als alle anderen Völker, die Griechen vielleicht ausgenommen. Sie haben das Recht, auch einmal zu zeigen, was sie leisten können. In dem Augenblick, wo die freien Nationen eine neue Welt schaffen, kann das Streben der Juden nicht ignoriert werden, und jetzt, wo der türkische Gifthauch beseitigt ist, müssen ihre Wünsche erfüllt werden. Damit der Zionismus erfolgreich sei, müssen die Führer, die für sich selbst Gerechtigkeit fordern, auch gegen andere gerecht sein. Die Nichtjuden müssen die Juden als Brüder behandeln, damit der Judenname ein Ehrenname sei und die menschliche Achtung erwecke. * * * Die jüdischen Blätter Englands drücken ihre Verwunderung aus über die Zusammenstellung der Delegation, in der kein amerikanischer Zionist vertreten und die in ihrer Forderung nach einem englischen Protektorat nicht einig ist. Ein Massenmeeting in London am 1. März unter Vorsitz von Dr. Weizmann abgehalten, woran alle Zentralkomitees teilnahmen, drückte seine Zuversicht in die Friedenskonferenz und sprach den Führern ihren Dank und Vertrauen aus. Eine Unterredung mit Weizmann. In einer Unterredung mit den „Times“ erklärte Dr. Weizmann, daß er und seine Kollegen über den Empfang bei der Friedenskonferenz äußerst zufrieden waren. Weizmann sagte: „Wir verlangen, daß die Friedenskonferenz unser historisches Recht auf Palästina anerkennt, von Dan bis Beerseba und vom Mittelländischen Meere bis zur Hedschasbahn. Wir verlangen nicht einen zionistischen Staat zu gründen. Wir können nicht verlangen, ein Land, wo die Juden nur den siebenten Teil der Bevölkerungausmachen, zu verwalten. Die Friedenskonferenz hat praktisch schon beschlossen, daß Palästina unter den Völkerbund gestellt werden soll. Wir wünschen als Trustee Groß Britannien, wo wir stets in der Regierung und im Volke aufrichtige Freunde gefunden haben. Unter „nationale Heimstätte“ verstehen wir die Schaffung von Bedingungen, die es ermöglichen, große Massen nach Palästina zu bringen, diesen Massen die Selbstverwaltung anbahnt. Bedingungen, die es ermöglichen, Schulen, Universitäten und andere Institutionen zu schaffen, damit das Land schnellstens jüdisch wird. Wir hoffen, daß eine solche Verwaltung geschaffen werden wird, die uns die Ausführung dieses Planes ermöglicht. Die arabische Frage wird uns nicht beeinträchtigen, da Palästina Raum hat für 5 bis 6 Millionen Menschen. Wir kennen die Gefühle des Fremden, die Nichtjuden werden nicht von uns zu leiden haben. Wir haben niemals vorgeschlagen, daß die jüdische Minorität herrschen soll. Palästina wird nur dann ein jüdisches, selbstregierendes „Commonwealth“ sein, wenn die Mehrheit der Bevölkerung Juden sein werden. Die Auseinandersetzung der zionistischen Führer dauerte eindreiviertel Stunden. U s s i s c h - kin sprach Hebräisch.“ Das jüdische Volk und der Völkerbund. In der jetzt in Bern tagenden internationalen Völkerbundskonferenz beschloß die Kommission für den Umfang des Völkerbundes auf den Antrag von Goetschel, dem Vertreter des Schweizerischen Zionistenverbandes, daß dem jüdischen Volk der Eintritt in den Völkerbund als gleichberechtigtes Mitglied zu gewähren sei. Die Kommission für das Nationalitätenproblem beschloß auf Antrag von Dr. Klatzkin, dem Vertreter der Zionistischen Organisation, daß das jüdische Volk zu denjenigen Völkern gehören müsse, denen das nationale Selbstbestimmungsrecht zuzuerkennen sei. Dieselbe Kommission faßte Beschlüsse gegen den nationalen und wirtschaftlichen Boykott. An den „Literaturverein“ in München. Nachstehende Schreiben gehen uns mit der Bitte um Veröffentlichung zu. Wir möchten unsererseits bemerken, daß wir uns der an der Tätigkeit des „Literaturvereins geübten Kritik sowohl! wie der positiven Anregungen durchaus anschliessen. Die Red1. Seit einer Reihe von Jahren Mitglied1, mußte ich immer mehr zur Einsicht kommen, daß der Verein seine Aufgabe, durch eine kräftige zeitgemäße Pflege der jüdischen Geschichte und Literatur eine Förderung des Geisteslebens der jüdischen Gemeinschaft und möglichst starke Heranziehung aller ihrer Glieder zu bewirken, in keiner Weise erfüllt. Die Veranstaltung von Vorträgen in der herkömmlichen Weise — die übrigens auch seit geraumer Zeit unterblieb — ist dazu völlig unzu- JJlfindjner Jlcucffc Jlodjridjfen ©röf te,tägl.2mal erföeinenbe 3eftung ©üb* unb Dhttelbeutfd)* lanb$.£auffräftiger£eferfrei$ unb über Deutfdjlanbtf @renjen f)tnau$* geljenbe Verbreitung. ©rojjerfauf* männ. u.get»erbl.©teflenmarft Stnerfonnt fefyr erfolgreich für feigen alter 31rt. feigen* prei* unb 3toc$tafi nacf) $arif. Vejugäprete monatt. VW.2.—bei allen beutföen pojtanffalten F-gagtidjeStuflage 2mof leoootXSgemjUare/ÜberViSfJUtUonXefer

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