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Das jüdische Echo · 1919-03-21 · 12 (21.3.1919) · p. Seite 163

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
12 (21.3.1919)
Date
1919-03-21
Page
Seite 163 (sequence 5)
Language
German
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T*r. 12 Das Jüdische Echo 153 tfons-Komitee bestimmt den Ort, an dem der Kongreß Zusammentritt 2. Wenn nach zwei Monaten die Abhaltung des Kongresses unmöglich erscheint, muß binnen höchstens einem weitere» Monat die Jahreskonferenz in einer Form einberufen werden, daß alle Organisationen Delegierte entsenden können. 3. Eine Woche nach Pessach findet im Haag eine Sitzung des Großen Aktions-Komitees statt. 4. Das Große Aktions-Komitee erklärt sich in Permanenz unter Teilnahme aller erreichbaren Mitglieder und unter Zuziehung von drei amerikanischen Mitgliedern, zwei Palästinensern und des Misrachi. Bei Meinungsverschiedenheiten hat das Aktions-Komitee ein Vetorecht. 5. Bei Zusammensetzung der Palästinakommission erhalten die Palästinenser, die Poalezion und der Misrachi entsprechende Vertretungen. Das vergrößerte Aktions-Komitee bestimmt die künftige Zusammensetzung aller Kommissionen. 6. In Verbindung'mit der Bildung eines provisorischen Palästinakomitees, dessen Bildung in den Vorschlägen über die Zusammenarbeit mit den jüdischen Organisationen enthalten war, vereinbarte die Konferenz Grundsätze, nach denen das Aktionskomitee dem nächsten Kongreß konkrete Vorschläge machen soll. 7. Zufoge dieser Grundsätze sollen jüdische Organisationen, die schon in oder für Palästina gearbeitet haben, oder arbeiten, eingeladen werden, ferner solche Organisationen, die die Judenschaft irgend eines Landes vertreten, sowie Organisationen, deren Hilfe für die Entwicklung der jüdidischen Heimstätte in Palästina besonders wichtig ist. 8. Die Konferenz delegierte die Herren Motzkin und Rosow als Vertreter der Zionistischen Organisation in der Frage der nationalen Rechte nach Paris zur Zusammenarbeit mit den Vertretern der jüdischen Nationalräte. Julius Simon erstattete den Finanzbericht. Er schlug ein Budget vor, durch das die Ausgaben zunächst auf <£ 235 000 festgesetzt werden. Falls die Einnahmen es gestatten, ist eine Erhöhung der Ausgaben um weitere «£ 117 000 in Aussicht genommen. Das Budget wurde einstimmig angenommen. Auf der Schlußsitzung bedauerte Weizmann, daß Professor Warburg und Dr. Hantke aus technischen Gründen abwesend wären, und erklärte den Abwesenden das unbedingte Vertrauen. Er verwies auf die Vollsitzung des Aktionskomitees, die nach Pessach im Haag stattfinden werde. Er betonte dann die historische Bedeutung der Konferenz, wiederholte, daß im Prinzip das nationale jüdische Heim anerkannt ist und durch die Arbeit des jüdischen Volkes verwirklicht werden muß. Er forderte die Delegierten auf, bei ihrer Heimkehr die ganze Organisation zu energischer Mitarbeit aufzufordern. Dann sprach Dr. Jacobson. Er betonte, daß nunmehr die Möglichkeit bestehe, durch große Arbeit dauernde Werte zu schaffen. Er sprach Brandeis, Warburg. Hantke, Max Nordau seine Grüße aus und dankte der Konferenz für die von ihr geleistete harmonische Arbeit. Dann sprachen Yeltin und Ussischkin in hebräischer Sprache. Schmarja Lewin gratulierte der Konferenz und den Führern zu den großen Erfolgen und betonte die Macht der zionistischen demokratischen Bewegung, ihren Einfluß auf die Geschichte und die Bedeutung der jetzigen Epoche. Eisenberg, Rechoboth, sprach namens der Palästinapioniere. Mit dem Gesang der Hatikwah schloß die Konferenz nach sechszehntägiger Dauer. Die Konferenz sandte Telegramme an die palästinensische Judenheit, an Professor Warburg, Dr. Hantke, Brandeis, Nordau und das Armenierkomitee in Paris, das Glückwünsche gesandt hatte. Der Zionistenkongreß für 7. August festgesetzt. Über die Natiomajis'ierung des Bodens soll der Kongreß entscheiden. Stockholm, 16. März. Das Jüdische Preßbüro meldet aus London: Agr. Wilkansky erklärte in seinem Kolonisationsreferate, 600 Millionen Pfund seien für eine großzügige Kolonisation erforderlich. Die Durchführung im raschesten Tempo wurde beschlossen. Der Bodenankauf darf nur durch den „Jüdischen Rat“ oder den Nationalfonds erfolgen. Die Nationalisierung des staatlichen Bodens wurde beschlossen, über die Zulässigkeit privaten Bodenbesitzes soll der Zionistenkongreß entscheiden. Julius Simon forderte in seinem Finanzreferat eine halbe Million Pfund für das nächste Jahr zwecks Organisierung des Palästinawerkes, wovon Amerika über die Hälfte zu decken hat, Deutschland 5000, Deutschösterreich 500, Polen 7000 Pfund. Mozkin und Rosow wurden beauftragt, die politische Arbeit in Paris bezüglich der nationalen Rechte in der Diaspora zu leiten. Eine Sitzung des Großen Aktionskomitees soll demnächst zusammentreten. Der Zionistische Weltkongreß wurde für 7. August festgesetzt, der Ort ist noch unbestimmt. Das Aktionskomitee hat seinen Sitz in London. Das Große Aktionskomitee wurde um sieben Mitglieder erweitert, und zwar wurden kooptiert: 3 Palästinenser, 2 Amerikaner (Prof. Felix Frankfurter und Jakob de Haas), 1 Misrachist, 1 Poale-Zionist (Kaplansky). Englische Preßstimmen zu den Pariser Verhandlungen über den Zionismus. Der „Manchester Guardian“ schreibt: Die zionistischen Führer sprachen auf der Friedenskonferenz vielleicht für die größte und älteste der kleinen Nationen. Vierzehn Millionen Juden fordern mit leidenschaftlicher Volksliebe die jüdische Kolonisation Palästinas. Obwohl die Juden gegenwärtig in Palästina nur eine kleine Minorität sind, hat die ganze jüdische Nation ein Anrecht auf Palästina. Glücklicherweise besteht auf der Friedenskonferenz keine Meinungsverschiedenheit über die Gerechtigkeit der jüdischen Forderungen, aber die Friedenskonferenz muß mehr tun, als nur das Prinzip proklamieren, daß die Juden volle Freiheit haben müssen, Palästina als ihr Heim aufzubauen. Die Konferenz muß jeden Beistand leisten, der dazu notwendig ist. Wenn der Weg frei ist, kann man vertrauen, daß das jüdische Volk, das so fähig ist, sich für Ideale zu opfern, zu seinem Ziel gelängen wird. „Evening News“, die früher antisemitisch waren, schreiben: Von allen Fragen, die die Friedenskonferenz beschäftigen, übertrifft keine an Wichtigkeit die des Zionismus, der das Herz der jüdischen Frage ist. Er beseelt das Judentum und die äußere Welt mit jüdischen Aspirationen, die alt wie die Diaspora sind, und fordert Sympathien

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