Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 10 (7.3.1919)
- Date
- 1919-03-07
- Page
- Seite 144 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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130 Das Jüdische Echo Nr. 10 tungen in Bukarest wurde ein junger Jude, David J. David, durch eine Kugel getötet. Über diese Vorgänge hat der Verband der einheimischen Juden der Regierung ein r undum vorgelegt, in dem Untersuchung der Vorgänge und Entschädigung verlangt wird. Der Minister des Innern, Marzescu hat solche zwar zuvesagt, doch rechnet man in Rumänien nicht auf die Erfüllung seines Versprechens.“ Pogrome in der Ukraine. Es wird immer klarer, daß die jetzige ukrainische Regierung nicht die Macht besitzt, ihr kürzlich den Juden gegebenes feierliches Versprechen, mit aller Macht gegen die weitere Verbreitung von Pogromen anzukämpfen, auch wirklich durchzuführen. Nach den Meldungen der Kiewer „Neuen Zeit“ breite sich die Pogromwellie immer weiter aus. Schreckliche Pogrome fanden in Lemtschew, Pilstin, Bobrinskaja, Smila, Olewsk, Tschernichow, Owrutsch, Parlograd, Jekaterinoslaw statt. Soldaten und Offiziere waren die Anstifter und tätigen Elemente bei diesen Exzessen, die an tierischer Rohheit und Grausamkeit kaum hinter den polnischen Pogromen zurückstehen. Auch, in Stryj (Galizien) sollen die Ukrainer mit Raub und Plünderung fürchterlich hausen. Alle Proteste des Jüdischen Nationalrats bleiben wirkungslos. Schear * J aschu w. Vor einiger Zeit hat das Komitee „Schear- Jaschuw“ einen Aufruf zur Gründung einer jüdischen Kolonie in Palästina erlassen. Die Kolonie soll etwa 80 Kolonisten aufnehmen und es soll gleichzeitig für die Schaffung von 20 Arbeiterheimstätten vorgesorgt werden. Die Größe der Kolonistenanteile soll zwischen 60 und 400 Dunam schwanken; für die Arbeiterheimstätten sind je 20 Dunam vorgesehen. Die Gründer der Kolonie haben die Absicht, eine Siedlung zu schaffen, die auf gesunder wirtschaftlicher Basis ruht, alle modernen technischen Errungenschaften benutzt und zugleich in sozialer Hinsicht vorbildlich wirkt. Der Boden der Kolonie, in der gemischte Betriebe (Ackerbau und Pflanzungsbau) überwiegen soll, darf nur für landwirtschaftliche Betriebe, nicht für industrielle Unternehmungen abgegeben werden. Bei größeren Wirtschaften von mehr als 100 Dunam soll nicht mehr als 50 Prozent der Bodenfläche bepflanzt werden, und kein Kolonist darf mehr als 400 Dunam (160 Morgen) erhalten. Diese Beschränkungen haben den Zweck, den ländlichen Charakter der Siedlungen zu wahren, die Schäden, welche mit einseitigem Pflanzungsbau verbunden sind, zu vermeiden und die Bildung von Großbetrieben zu verhindern. Ob der Boden in Form des Privateigentums oder der Erbpacht übernommen wird, hängt davon ab, ob die Nationalisierung des gesamten Bodens durchgeführt wird, beziehungsweise ob die Kolonie auf Nationalfondsboden errichtet wird. Grundsätzlich ist das Komitee mit dem Erbpachtsystem einverstanden. Das erforderliche Kapital läßt sich bei den jetzigen Valutaverhältnissen nicht mit völliger Bestimmtheit angeben, auch hängt die Höhe des Kapitals sehr wesentlich davon ab, ob die Kolonisten in höherem oder geringerem Grade selbst mitarbeiten. Die Begründer der Kolonie wünschen, daß die Kolonisten ihren Betrieb selbst leiten, ständig in der Wirtschaft tätig sind und auch selbst körperliche Arbeit verrichten, soweit Alter und Gesundheit ihnen dies gestatten. Um einen Anhaltspunkt zu geben, welches Kapital etwa erforderlich ist, sei folgendes bemerkt: Ein kleiner Gemüsegärtner, der mit seiner Familie selbst arbeitet und keine ständigen Hilfskräfte benötigt, kann bei bescheidener Lebensführung mit einem verhältnismäßig recht geringen Betrag eine gesunde Existenz finden. Die Ansiedllung von Kleinsiedlern dieser Art ist schon mit etwa 20 000 Frs. möglich. Ein kleiner‘Pflanzer, der auf 60—75 Dunam Boden im wesentlichen eine Trockenpflanzung anlegt undl daneben einen Gemüsegarten, einen Geflügelhof, ein Pferd und zwei Kühe hat, wird insgesamt etwa 30 000 Frs. Anlagekapital bis zur Fruchttragung brauchen. Bewässerte Kulturen sind teurer, beispielsweise wird eine bewässerte Kultur auf 30—40 Dunam im Laufe von 6 Jahren ein Anlagekapital von rund 40 000 Frs. erfordern. Einen anderen Typus stellt der Bauer dar, der auf etwa 100 Dunam überwiegend Milchwirtschaft betreibt und daneben eine kleine Trockenpflanzung hat. Dieser Typus ist überhaupt nur dann lohnend, wenn der Kolonist und seine Familie selbst alle Arbeit verrichten. Das Anlagekapital beträgt etwa 25 000 Frs. Für größere Anlagen von 200 Dunam an aufwärts, von denen etwa die Hälfte für Pflanzungen- und die Hälfte für Getreide- und Futtermittelbau verwandt wird, sind erheblich höhere Summen notwendig. Bei diesen größeren Pflanzer- und Bauerntypen wird zwar auch mit Selbstarbeit des Kolonisten in gewissem Umfang, daneben aber auch mit Verwendung ständiger Hilfskräfte gerechnet. Solche Betriebe werden je nach Art Größe und Intensität ein Anlagekapital von 60 000 bis 120 000 Frs. erfordern. Das Ziel der Koloniegründer ist: Den für den Wiederaufbau Palästinas nützlichsten Ansiedlertypus zu erzeugen, nämlich den Bauern, Pflanzer und Kleinsiedler. Die Zukunft des jüdischen Volkes in Palästina hängt davon ab, daß es gelingt, die Juden zur landbauenden Bevölkerung zu machen, denn das Land wird demjenigen gehören, der es bearbeitet. Als Gartenbauland ersten Ranges wird es in Palästina vor allem darauf ankommen, intensive Betriebe zu schaffen, in denen Wein, Obst, feines Gemüse gezogen wird. Der aus vielen landwirtschaftlich-technischen Gründen unentbehrliche Getreidebau, sowie die Viehwirtschaft sollen gleichzeitig gefördert werden. Derartige Gründungen haben auch deshalb ganz besondere Bedeutung für unsere Sache, weil so mit König!, bayer. Lotterieeinnah me der Preuss.- Slidd. Klasse n-Lotterie A. östermaier, München Promenadepl. 12/1, Eing. durch d. Zigarrengeschäft Beginn der 13. (239 ) Lotterie mit Ziehung I. Klasse am 7. u. 8. Januar 1919, 2. Klasse am 11. u. 12. Februar 1919, 3. Klasse am 11. u. 12. März 1919, 4. Klasse am 8. u. 9. April 19i9, 5. Klasse (Haupt- und Schlußziehungt beginnt am 7. Mai und endet am 2. Juni 1919. Lose inuroüer Auswahl stets vorrätig. Preis für die 1. Klasse; für V8 V4 V2_Vi S 10 20 40 M Bei den folgenden Klassen sind die Vorklassen stets nachzubezahlen.