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Das jüdische Echo · 1919-03-07 · 10 (7.3.1919) · p. Seite 140

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
10 (7.3.1919)
Date
1919-03-07
Page
Seite 140 (sequence 6)
Language
German
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126 Das Jüdische Echo Nr. 10 haben ja die „Poale-Zion“ lange Jahre kämpfen müssen, ehe die internationale Sozialdemokratie das jüdische Proletariat als einen besonderen nationalen Teil des internationalen Proletariats anerkannt habe. Der größte Teil der Delegierten habe sich noch nicht in die Idee einstellen können, daß ein Volk nicht unbedingt an ein Land gebunden sein müsse. Für diese Sozialisten, die im Grunde, wenn sie „international“ sagten „interterritoral“ meinten, sei es natürlich schwer, den Forderungen des jüdischen Proletariats als einer besonderen Gruppe ohne weiteres zuzustimmen. Infolgedessen seien die jüdischen Parteien gegenwärtig durch vier Delegierte in der Permanenzkommission vertreten — zwei Vertreter der Poale-Zion und zwei des Bundes —, während sonst jedes Volk ungeachtet der inneren Parteikämpfe, nur durch zwei Mitglieder vertreten sei. Vielleicht werde dieser unhaltbare Zustand dazu beitragen, daß auch die Gegner der Anerkennung der jüdischen Nation sich mit dem Gedanken der Bildung einer nationaljüdischen Sektion in der Internationale — dieser längst verfochtenen Forderung der „Poale-Zion“ — befreunden werden. Die Konferenz der Orthodoxie in Zürich. Vor einer imposanten tausendköpfigen Versammlung eröffnete am Mittwoch, den 19. Februar Rabbiner Dr. Lewenstein-Zürich die Weltkonferenz der Agudas-Jisroel. Anwesend waren Delegierte aus Amerika, aus der Ukraine, aus Ungarn, Polen, Schweiz, Palästina,, Litauen, Italien, Galizien, Holland, England, ÄgyDten, Elsaß, Dänemark, Deutschland. Deutsch-Österreich, aus der Bukowina, Böhmen und Belgien. Diese vertreten die orthodoxen Vereine und Verbände, die Rabbiner-Verbände, die Pekidim und Amarkalim (Chalukka-Verwaltung) in Holland, die Jugendorganisationen, die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, den gesetzestreuen Bund der Akademiker, den Thora- Bund und „Degel-Jeruschalajim“. Es wurden verschiedene Ansprachen gehalten, darunter von Oberrabbiner S c h a p i r o, Kowno, Rabb. Kornfein, Zürich, Rabbiner Dr. Cohn, Basel, Rabbiner M. Leiter, Zürich (für die Jugendorganisationen in hebräischer Sprache), Prof. Margulies, Florenz (für die Jugend Italiens in hebräischer Sprache), Rabbiner Wink- 1 e r als Vertreter der skandinavischen orthodoxen Gemeinden, Oberrabbiner Thal, Utrecht» Oberrabbiner Saccadotti, Rom, Dr. Nathan Birnbaum, dem Generalsekretär der Agudas- Jisroel und zuletzt von Jakob Rosenheim, Frankfurt a. M„ der in umfassenden Ausführungen das Programm der Tagung entwickelte. Er beglückwünschte die Organisation der Gesamtheit der Juden und forderte ausdauernde Arbeit in Palästina. Er würde, so meinte der Redner» gern eine Einheitsfront hergestellt sehen für die Forderungen der Juden auf dem Friedenskongreß. Rosenheim verlangte einen thoratreuen Jischuw in Erez-Israel und zugleich die Vorbereitungen für die Diaspora, da ja nur ein Teil des Volkes Platz, finden wird im heiligen Lande. Das Hauptthema der Tagung bildet die Frage* wie die Organisation angesichts der verschiedenen geäußerten Meinungen herzustellen wäre. Er verlangte zum Schlüsse die Schaffung eines hohen Rates der „Gedoleh Jisrael“. Am Freitag, den 21. Februar begannen im Hotel Belle-vue die eigentlichen Verhandlungen. Dr. Lewenstein, Zürich, der die Sitzung eröffnete, bemerkte, daß es sich nicht um einen Kongreß sondern um eine Konferenz handle, da die Wahlen zum Kongreß noch nicht möglich! gewesen seien. Viele Delegierte konnten noch nicht eintreffen. Darauf schritt man zur Wahl des Tagesbureaus; gewählt wurden als Präsident Dr. Lewenstein, Zürich, zum Vizepräsidenten; Frankl, Budapest; Dr. Munk, Berlin; Margulies, Florenz; Schapiro u. Schuster (Litauen); Horowitz (Galizien). Als Schriftführer fungierten Dr. Weil, Buxweiler; Thal, Utrecht; Dr. Winkler, Kopenhagen; Schreiber (Ungarn); Saccerdoti (Rom). Zum Thema „Thora und zeitgenössische Judenheit“ ergriff Oberrabbiner Schapiro, Kowno, das Wort, um den Niedergang des Thorastudiums und die Ursachen desselben in klarer und überzeugender Weise zu beleuchten. Er schilderte den Stand der Jeschiwot im Osten und machte Vorschläge für die Besserung der obwaltenden ungünstigen Zustände. Die Jeschiwot sollen für alle Juden eine Erziehungsanstalt sein, nicht nur für solche die Rabbiner werden wollen. Er schilderte die schweren Lebensbedingungen der Kriegsjahre, die dem Thorastudium schweren Abbruch getan haben. Wenn auch viele neue Jeschiwot in Ruß- T?au3hallmcrier München TheatinsvtirAÖ. rp®!jjbuzGllanjt3. •l»b •iwi

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