Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 9 (28.2.1919)
- Date
- 1919-02-28
- Page
- Seite 109 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Das Jüdische Echo 109 Rabbiner Ph. Coppenhagen, Dajan des Amsterdamer Rabbinats; Rabbiner A. Asscher. Dajan des Amsterdamer Rabbinats: Rabbi L. Dünner, Morö, Oberlehrer am Rabbiner-Seminar Amsterdam; Rabbi I. De Jongh, Mor6, Herzogenbuschi; Rabbi J. B. Ricardo, Mor6, Amsterdam; Rabbi Dr. J. Engel, Mor6, Direktor der Tachkemonischule, Jaffa; Rabbiner S. Ph. de Vries, Haarlem; A. Frank, Darschan, Amsterdam; Dr. H. Pinkhof, Amsterdam und Dr. J. Wolff, Haarlem, Mitglieder des Permanenz-Ausschusses für die Verwaltung der israelitischen Kirchengemeinschaft in den Niederlanden; L. de Beer, Präsident des holländischen Misrachi; E. Asscher, Ezn., misrachistisches Mitglied des Bundesvorstandes des Zionistenbundes in Holland. Das Zionistische Zentralbureau in London. Das „Jüdische Korrespondenzbureau“ im Haag meldet: Zu den Aufgaben, die die Londoner Zionistische Konferenz zu besprechen haben wird, gehört auch die Reorganisation und die Erweiterung der zionistischen Leitung. Die amerikanischen und englischen Misrachisten verlangen auch eine Vertretung der Ententemächte und eine Ausstattung des Londoner Bureaus, die den Forderungen des Augenblicks entspricht. Dr. Jacobson, der die Ansichten des Prof. Warburg und Dr. Hantke genau kennt, hat ähnliche Vorschläge in London gemacht und hat Herrn Leo Hermann nach London berufen, der mit der Organisierung des Londoner Bureaus beaufragt wurde. Es liegt in der Absicht des Zentralkomitees, die Herren Dr. Chaim Weizmann als Vertreter der englischen Landsmannschaft und Julius Simon als Vertreter der amerikanischen in das E.A.C. zu wählen. Es ist zu hoffen, daß die Anwesenheit des Dr. Max Nordau in London benutzt werden wird, um den Altmeister der zionistischen Bewegung zu aktiver Teilnahme an den Arbeiten des Augenblicks heranzuziehen. Max Nordau, der Verfasser des Basler Programms, in der obersten Leitung der Organisation an der Verwirklichung des Basler Programms mitarbeiten zu sehen, ist der Wunsch aller Zionisten. Über die Teilnehmer an der Konferenz meldet das „Jüdische Korrespondenzbureau“ noch folgendes: Die Mitglieder des A.C. nehmen ex-officio an der Konferenz teil. Palästina wird durch David Jellin, Agronom Wilkansky, Bürgermeister Dizengoff, Berlin und Eisenberg vertreten sein, der Jüdische Nationalfond durch Herrn Nehemia de Lieme, der Misrachi durch Rabbi Leib Cohen Fischmann, Gedaljah Bublick, B. Levinthal, A. Achinsky, J. Bluestone, Wolf Gold und' Sal. Silver, die Poale Zion durch Ing. Kaplansky, Leon Chasanowitsch, Shochat, die skandinavische Zionistenföderation durch Wolf Finkeistein, Stockholm, die Tschecho-slovakische Republik durch Leo Hermann. Hugo Bergmann, Leon Rönner und Gustav Finzy, Polen durch Podlichewski, Farbstein, Grünbaum, Lewite und Posnanski. Frankreich durch Schapiro und H. Cherchewsky, Saloniki durch David Florentin und Oberrabbiner Meir, die südslavischen Länder durch Dr. David Albala (Belgrad), und L. Stern (Agram), Rußland durch Boris Goldberg, Aleinikoff und Idelsohn, Marokko durch Ch. Weizmann und Sokolow, Shanghei durch Sokolow und Josef Cowen, Italien durch F61ice Ravennz und Rabbiner Dante Lattes, Ägypten durch Jacob Caleff, Neuseeland durch Louis Philipps vertreten. Dem „Jüdischen Korrespondenzbureau“ wird aus London gedrahtet, daß Dr. Max Nordau zur bevorstehenden Konferenz in London eingeliaden wurde und daß er telegraphisch mitgeteilt hat, an der Konferenz teilnehmen zu wollen. Eine Erklärung des Londoner Zionistischen Bureaus. Das Londoner Bureau der Zionistischen Organisation erließ am 5. Februar folgende Erklärung in der englischen Presse: Die Zionistische Organisation stellt fest, daß der Beschluß der Friedenskonferenz, die Oberherrschaft in Palästina dem Völkerbund zu übergeben im Einklänge steht mit den zionistischen Zielen. In Ost-Europa herrscht unter den Juden eine besonders aufgeregte Stimmung, je näher der Zeitpunkt der Bestimmung des Loses des jüdischen Volkes heranrückt und der zweitausendjährige Traum seiner Erfüllung entgegengeht. Die Zionistische Organisation sieht mit Vertrauen dem Beschluß der Friedenskonferenz über die Bestimmungen, die eine gesunde Basis für die Schaffung einer jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina garantieren, entgegen. Geplanter Verrat der Assimilanten? Das „Jüdische Korrespondenz-Bureau“ meldet: Morris Meier, der Direktor der „Jewish Times“, der gegenwärtig in Paris verweilt, teilt seinem Blatte mit, daß er von sicherer Quelle erfährt, daß die englischen und französischen Assimilanten unter Führung von Luden Wolf und Jacques Bigart und anderen einen Angriff planen auf die nationalen Interessen der jüdischen Massen der osteuropäischen Länder. Wie er vernimmt, werden sie der Friedenskonferenz noch vor der Ankunft der jüdischen Delegierten aus Polen und der Ukraine ein Memorandum übergeben über die bürgerliche Gleichberechtigung der Juden in Ost-Europa und die nationale Gleichberechtigung fallen lassen. Josef Reinach hat letztens erklärt, daß die nationalen Forderungen der polnischen Juden nicht anerkannt werden können, weil die polnische Judenheit sich selbst über ihre Forderungen noch nicht klar ist. Da die Assimilanten aber wissen, daß die nationalen Forderungen gestellt werden, wollen sie den ost-europäischen Delegationen zuvorkommen. Morris Meier warnt vor diesem neuen Verrat der Assimilanten, die nicht zum erstenmal das jüdische Volk im Stich lassen. Für die Ostjuden sollte diese Warnung ein Ansporn sein wachsam zu sein und schnell zu handeln. Bayerische Volkspartei und Antisemitismus. Die Bayerische Volkspartei lehnt in ihrem Programm jede gegenjüdische Tendenz entschieden ab und ist um die Werbung jüdischer Anhänger eifrig bemüht. Sie hat den vollen und uneigeschränkten Gleichberechtigungsstandpunkt in einer in unserem Blatte zum Abdruck gelangten „Erklärung“ in eindeutiger Weise erhärtet: „Die Bayerische