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Das jüdische Echo · 1919-02-21 · 8 (21.2.1919) · p. Seite 99

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
8 (21.2.1919)
Date
1919-02-21
Page
Seite 99 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 8 Das Jüdische Echo 99 schick, durch seine Übersetzung schon die teilweise recht dunkeln Stellen des Buches dem Verständnis des Lesers zu erschließen, wobei er zuweilen sich nicht streng an den Wortlaut des Originals hält. — Der zu den einzelnen Versen 'gegebene Kommentar von Davidowicz ist eine Übersetzung des 1. Teils eines von dem Verfasser unter dem Namen „Chidoth mini Kedem“ (Rätsel aus dem Osten) vor einigen Jahren in hebräischer Sprache veröffentlichten Hiob-Kommentars. Er ist als solcher noch unvollständig, da an zahlreichen Stellen nur Fragen aufgeworfen werden, die in dem zweiten (wohl systematischen) Teil des Buches ihre Behandlung finden sollen. Das Kilt vor allem von den „mystischen“ Figuren des „Rätselbuches“. (Z. B. Satan, Leviathon, Behemoth usw.) Ein abschließendes Urteil läßt sich daher erst fällen, wenn das ganze Buch vorliegt. Die Anmerkungen des 1. Teils suchen neben dem einfachen Wortsinn meist den ethischKreligiösen der Reden zu erklären, vielfach im Anschluß an ältere jüdische Quellen. Um einen eigentlich wissenschaftlichen Kommentar handelt es sich nicht. Nur gelegentlich sind grammatikalischwissenschaftliche Erläuterungen einvestreut. Neue Bücher. Max Brod, Das gelobte Land, Kurt Wolf, Verlag Leipzig. Mendele M ocher Sforim, Fischke der Krumme, ein jüdischer Roman, deutsch von Alexand. Eliasberg, R. Löwit Verlag, Wien- Berlin 1918, Preis K. 8.— Mk. 6.— brosch., K. 10 Mk. 8.— geb. Irma Singer. Das verschlossene Buch, mit Nachwort von Max Brod, R. Löwit Verlag, Wien-Berlin 1918. S. Zemach, Jüdische Bauern, R. Löwit Verlag 1918. Jos. Feiner, Gewissensfreiheit und Duldung in der Aufklärungszeit, Verlag von Gustav Engel, Leipzig 1919. Programm und Dokumente des allweltlichen Jüdischen Sozialistischen Arbeiter-Verbandes Poale-Zion, herausgegeben vom Sekretariat der Poale-Zion-Gruppen in Deutschland, Berlin N. 24, Preis 60 Pfg. Die parteipolitischen Neubildungen in Deutschland und die Juden, Stenograph. Bericht üb. einen Erörterungsabend d. Verbandes d. jüd. Jugendvereine Deutschlands u. s. Berliner Ortsgruppe am 18. Dez. 1918 zu Berlin, Verlag von Louis Lamm, Berlin 1919. Dr. Walter Liek, Der Anteil des Judentums am Zusammenbruch Deutschlands, Verlag J. F. Lehmann, München. Das demokratische Deutschland, Heft 9: Kanzow über den Antisemitismus, Verlag Boll & Pickardt, Berlin, 40. Pfg. Elisabeth Freifrau von Kramer, Gewissensfragen a. d. deutsche Frau, Volksverlag München 1918. Dr. Arnold Nossig, Zur Lösung des Palästinaproblems, Vorschläge für die Friedenskonferenz u. d. Völkerbund, Verlag R. Löwit, Wien-Leipzig, Preis brosch. Mk. 1.—. Sämtliche Bücher sind zu beziehen durch A. Wertheimer, Hebr. Buchhandlung, München, Westenriederstraße 4/1. Gemeindenu. Vereins-Echo (Unasre Laaer sind zur Elnaandung von ■Ittallungen a«a flemalnden und Varalaen und von Peraonalnaohrlohtan, die In dlaaen Spalten gerne Aufnahme finden, höfllohat eingeladen.) Persönliches. Herr Jakob F r ä n k e 1, Vorsitzender des Süddeutschen Gruppenverbandes und Kassenwart der Zionistischen Ortsgruppe München, hat durch das Ableben seiner Gattin einen schweren Verlust erlitten. Wir sprechen unserem geschätzten, um die zionistische Arbeit hochverdienten Gesinnungsgenossen unsere herzliche Teilnahme aus. Aus der Kongreßbewegung. Das Berliner Lokalkomitee des Kongreßausschusses veranstaltete am 27. Januar im großen Saal des im Westen Berlins gelegenen Brüdervereinshauses eine öffentliche Versammlung, in der Herr Nahum G o 1 d m a n n die Bedeutung und Notwendigkeit des jüdischen Kongresses in eindruckstiefen Darlegungen behandelte. „Der Kongreßgedanke“, so begann der Redner, „ist so einleuchtend, so einfach in seiner Größe, daß er als selbstverständlich gelten sollte. In der Tat ist er auch Gemeingut der überwiegenden Mehrheit der Gesamtjudenheit geworden, die sich in der Forderung nach einer selbständigen nationalen Politik des jüdischen Volkes vereint hat. Bisher kannte die wandlungsreiche Diaspora-Geschichte eine solche Politik nicht. Über die Schicksale des Judenvolkes entschieden stets andere Machtfaktoren, für die es ledigLich ein Objekt willkürlicher Verfügung bildete. Die Ursache dieses entwürdigenden Zustandes lag in dem Mangel einer politischen Organisation der Juden. Das Judentum hat sich trotzdem erhalten durch die einigende Kraft des Solidaritätsgefühls. Da kam vor einem Jahrhundert die Emanzipation der Westjuden, die in ihrer rechtlichen Stellung einen wesentlichen Fortschritt, für die Entfaltung des jüdischen Eigenlebens einen verhängnisvollen Rückschritt bedeutete. Sie lockerte die inneren Gemeinschaftsbande des Judentums und hätte in ihren weiteren Auswirkungen zu seinem Untergang geführt, wenn nicht die moderne jüdische Bewegung, mit der eine Politisierung des Judentums einsetzte, eine Regeneration gebracht haben würde. Dieser Politisierungsprozeß hat im Kriege seine Vollendung gefunden. Die Judenheit fast aller Länder hat in autoritativen Vertretungen, Kundgebungen und Manifestationen einmütig nationale Forderungen aufgestellt. Ein jüdisches Frie>- densprogramm wurde festgesetzt. Das jüdische Volk will als handelndes, über sein Schiksal selbst bestimmendes Subjekt im Weltgeschehen auftreten. Und der Ruf seines nationalen Willens sollte von vollem Erfolg gekrönt werden: Die Großmächte haben ihm Gehör geschenkt Auf dem Friedenskongreß wird eine jüdische Delegation die nationalen Forderungen des jüdischen Volkes vertreten. Noch fehlt aber die gesamtjüdische Repräsentanz, die über der Verwirklichung und Durchführung dieser Forderungen dauernd wachen soll; der jüdische Weltkongreß, das jüdische Parlament, wird diese Aufgabe zu erfüllen haben. Die Vorstufen dazu bilden die zum Teil bereits realisierten jüdischen Kongresse in den einzelnen Ländern, aus denen der jüdische Weltkongreß hervorgehen wird. Der jüdischen Kongreßbewegung, die sich überall durchgesetzt hat, muß sich nun auch die deutsche Judenheit an-

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