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Das jüdische Echo · 1919-02-21 · 8 (21.2.1919) · p. Seite 96

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
8 (21.2.1919)
Date
1919-02-21
Page
Seite 96 (sequence 8)
Language
German
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96 Das Jüdische Echo Nr. 8 zeichnen. — Die Forderung der offiziellen Erklärung der Organisation als eine sozialistische hat eine starke Gegnerschaft hervorgerufen. Dler Delegierte Ben*-Jakob hält die offizielle sozialistische Abstempelung der Organisation als dem Geiste des Hapoel Hazair widersprechend. Die Grundlage des Hapoel Hazair ist das Pioniertum, die Aufopferung der eigenen Interessen zugunsten des Arbeitsideals. Nicht der Lohn sei das maßgebende, sondern die Schaffung der Arbeit. 30 Mitglieder der Organisation waren als Landarbeiter in der Kolonie Sichron-Jakob tätig, sie erhielten einen Tagelohn von 1 Bischlick, der nicht einmal für das trockene Brot ausreichte, und mußten buchstäblich Hunger leiden. Als man ihnen den Vorschlag machte, nach der Kolonie Chedera unter weit günstigeren Bedingungen zu gehen, haben sie es einstimmig abgelehnt. Nicht wegen der günstigen Bedingungen nehmen sie die Arbeit in diesem oder jenem Orte auf, sondern wegen der Grundlegung der jüdischen Arbeitsmöglichkeiten an gewissen Plätzen. Es sei doch allen klar, daß die Kolonie Sichron-Jakob nur deshalb auf einem so niedrigen Niveau steht, weil es ihr an Arbeiterpionieren fehlt, die dem Ideal der jüdischen Wiedergeburtsidee treu ergeben sind. Der Redner findet es eigentümlich, daß der Hapoel Hazair plötzlich als eine sozialistische Organisation auftreten solle. Der Delegierte Sassläwski erklärt: Wir kamen hierher nicht als Proletarier, sondern als Pioniere. Unser Prinzip war bisher, unter Umständen mehr als die vereinbarte Arbeitszeit zu arbeiten, nur um das Höhere und Schöpferische der jüdischen Arbeit zu demonstrieren. Zerstören wir dieses Prinzip, so untergraben wir den Hapoel- Hazair. Der Delegierte Schachat erklärt: Das Pioniertum ist die Seele unserer Arbeit. Wir haben im Lande noch nicht die Bedingungen, um ein Proletariat aufnehmen zu können. Das Land ist wüst. Unsere einzige Aufgabe ist die: Von der Stadt in das Dorf zu gehen, sich an die schwierigen klimatischen Verhältnisse zu gewöhnen, zu fiebern, zu leiden, um nur nicht die Hilfe der öffentlichen Institutionen anzunehmen. Eine sehr scharfe Rede gegen die Aufnahme des sozialistischen Prinzips in das Programm hält einer der angesehensten Arbeiterführer Elieser Jaffe. Der junge Dichter Ziegel tritt für das sozialistische Programm ein. All die sozialistischen Forderungen haben ihren Ursprung nirgends anders als in unseren heiligen Quellen, in unserem Volksgeiste, im Geiste unserer Propheten und Denker. Es muß unser Sozialismus sein. Auch die weiteren Gegner des sozialistischen Programms erklären einstimmig: Niemand von uns ist und kann ein Gegner des Sozialismus sein; aber wir wollen unser Pionierideal nicht durch Programme und Paragraphen einschnüren. Es soll ein freier Geist in unserer Arbeit herrschen. Für die Annahme des sozialistischen Programms sprechen sich insbesondere die Delegierten Feldmann, Fränkel, Temkin, Schapiro aus. Einige Delegierte schlugen der Konferenz bereits ausgearbeitete Programme und Resolutionen vor. Die Konferenz beschloß aber, sämtliche Resolutionen und Programme den galiläischen und judäischen Komitees des Hapoel-Hazair zu übermitteln. Im Verlaufe von zwei Monaten sollen sämtliche Vereine und Gruppen im Lande die Möglichkeit haben,, über die vorgeschlagenen Resolutionen zu beraten, damit die im Monat Adar II staattfindende Konferenz ihre Entscheidung treffen kann. Eine Scbrift Baliours zur Judenfrage. Das Jüdische Korrespondenz-Bureau publiziert folgenden Auszug aus dem Vorwort Baliours zu Nahum Sokolows Buch: Die Geschichte des Zionimus: „Es scheint deutlich zu sein, daß der Zionismus das Las der jüdischen Rasse mildern wird. Die Juden, die nach Palästina gehen, werden nicht denen gleichen, die nach London oder New York kommen. Sie werden nach Palästina gehen, um sich einer bürgerlichen Gemeinschaft anzuschließen, die vollkommen mit den historischen und religiösen Gefühlen der jüdischen Rasse harmoniert. Diese Gemeinschaft wird mit dem Lande, das sie bewohnt, verwurzelt sein. Der materielle Gewinn wird wahrscheinlich groß sein.“ Auch» die Times vom 12. Februar publiziert einige Auszüge aus diesem Vorwort und bemerkt, daß die Interessen der palästinensischen Judenheit auf der Friedenskonferenz in Balfours Hand liegen. "RauThallmaler Mönchen Theatinevfar.lö. rp®

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