Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1919-02-14 · 7 (14.2.1919) · p. Seite 84

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
7 (14.2.1919)
Date
1919-02-14
Page
Seite 84 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9072829-9102975-9139939--02636-9075456
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

84 Das Jüdische Echo Nr. 7 leben zwischen Polen und Juden möglich sei. Farbstein bejahte dies; nötig ist nur etwas guter Wille seitens der polnischen Gesellschaft. Die hier weilende amerikanische Friedenskommission lud das Zentralkomitee der Zionistischen Organisation Polens zu einer gemeinsamen Sitzung ein, zwecks Besprechung der mit der Zukunft der Juden in Polen zusammenhängenden Fragen. Laut „Jüdisches Korrespondenzbureau“ Zürich werden in vielen Städten Polens jüdischie Schüler wegen ihrer Anteilnahme an Trauerandachten für die Pogromopfer aus den Schulen relegiert. Aus einer Schule wurden 70 Schülerinnen entfernt. Auf telegraphische Aufforderung des Zionistischen Aktionskomitees zur Bestimmung von Delegierten zur Londoner Konferenz begeben sich aus Polen die Herren Podlischewski, Grünbaum, Lewite und Farbstein nach London. Aus Galizien sollen die Herren Dr. Hausmann, Dr. Reich, Dr. Ringel, A. Stand, Dr. Syrop, Dr. Thon, Dr. Waldmann und Tropp delegiert werden. „Das Jüdische Volk“ berichtet, daß ein Teil der Assimilanten an den Kultusminister eine Petition überreicht hat, in der die Schaffung einer besonderen Gemeinde der jüdischen Assimilanten gefordert wird. Sie betonen, daß die Polen mosaischer Konfession nicht mehr zu einer Gemeinde mit national-jüdischer Majorität gehören können. U. a. haben dies Gesuch der frühere Kul'tuspräsident Bergson und Wislicki unterschrieben. Wie versichert wird, verhält sich das Ministerium sehr reserviert. Ukraine. Ministerium für iüdlsche Angelegenheiten. Der Delegierte der neuen ukrainischen Regierung bei der Pariser Friedenskonferenz Dr. Hankiewicz hat einem Mitarbeiter der „Jüdischen Morgenpost“ u. a. erklärt: Bald nach ihrem Sieg hat die neue Regierung wieder ein Ministerium für jüdische Angelegenheiten errichtet, dagegen gibt es kein Ministerium für russische Angelegenheiten, dies deshalb, weil die Juden von der Regierung ebenso wie die Ukrainer als bodenständiges staatserhaltendes Element betrachtet werden. — Außer dem Poalie-Zionisten Rewutzki, der Minister für jüdische Angelegenheiten ist, wurde auch der Poale- Zionist Goldeimann zum Arbeitsminister der neuen ukrainischen Republik ernannt. England. Londoner Konferenz. Das Mitglied des E.A.C. Dr. Schmarja Levin ist, aus Amerika kommend, in London eingetroffen. Louis de Brandeis und Dr. Ruppin haben ihre Anteilnahme an der Londoner Konferenz angezeigt. Amerika. Kongreß Jüdischer Arbeiter in New York. Aus New York wird geschrieben: Am 20. Januar fand in New York ein Kongreß der jüdischen Arbeiter statt, auf welchem die Frage der Heimkehr nach Palästina behandelt wurde. Wahrscheinlich wird ein großer Teil der nach Amerika eingewanderten Juden polnischen, russischen und österreichischen Ursprungs nach Palästina auswandern. Die in den Vereinigten Staaten verbleibenden jüdischen Arbeiter sind übereingekommen, ein Prozent ihrer Löhne zugunsten der Auswandernden und ihrer Stammesgenossen in Polen und Rußland abzutreten. Palästina solle eine Republik nach dem Muster der amerikanischen werden. Gemeindenu. Vereins-Echo (Untere Leier sind zur Einsendung von Mitteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von Personalnaohrlohten, die In diesen Spalten gerne Aufnahme Anden, höAiohst eingeladen.) München. Im Rahmen einer am Sonntag, den 8. Februar von der Zionistischen Ortsgruppe München veranstalteten öffentlichen Versammlung sprach Herr Georg K a r e s k i -Berlin über „Das jüdische Volk vor dem Friedenskongreß“. In klardurchdachten und wirkungsvollen Ausführungen verstand es der Redner, ein klares und umfassendes Bild von der Art der Forderungen, von den sie vertretenden Kreisen im Gesamtjudentum und in der allgemeinen politischen Welt und den Verwirklichungsaussichten zu entwerfen. In pakkender Weise behandelte der Redner die Stellung des deutschen Judentums zum nationalen Forderungsprogramm. An den vom überaus zahlreich erschienenen Publikum mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag knüpfte sich eine kurze Debatte, in der bezeichnenderweise von gegnerischer Seite nicht einmal ein ernster Versuch der Entgegnung unternommen wurde. Gleiche Veranstaltungen, in denen Herr K a - r e s ki mit großem Erfolg über die jüdischen Forderungen auf dem Friedenskongreß sprach, haben auch in Augsburg und Regensburg stattgefunden. Nähere Berichte bringen wir in der nächsten Nummer. HUie fnöfjcc im HJeltfrieg trimmt die ttlfindjner fugend nurf> (dm Hheöecauf&flu öcd $ueöcn$ ffjtt ausgeprägte Stellung unter den (cutfrfjen ittußrierten ^eftfrfjriften ein. Bie Iß narfj tute üor die ßfe&lmgdlcftürc eine* Jeden/ der eroß und oorurteilslos den 5eit* gefß Oerfolgt. Bezugspreis oierteljäQrlidj HH. 7.50 (Budjfjandel oder JJoß) Unmitteftar 00m Herlag in Kotten Oerparft mit Porto, in Qeutfdjland Ulf. fo.~ im Ausland ttlf. ro.fo pro(e(ände 4 Hummern enthaltend ml f.fo Einzelne Hummern Ulf. «.70 Oeciag flcc ,fugcnö' Sltündjen/ lejjingßr. 1

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.