Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 7 (14.2.1919)
- Date
- 1919-02-14
- Page
- Seite 85 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 Das Jüdische Echo 85 Nürnberg. Im Herbst vorigen Jahres wurde hier der Herzl-Club Nürnberg gegründet. Seine Entstehung entsprang dem Bedürfnis, weitere Kreise der Nürnberger Jugend über den Zionismus zu orientieren, und in ihr die zionistischen Ideen zu festigen, da gerade hier über unsere Ziele noch große Unkenntnis herrscht. Zum 1. Vorsitzenden wurde Herr Dr. Katz gewählt, 2. Vorsitzende ist Fräulein Recha Ellern. Wir kommen alle zwei Wochen zu einem Club-Abend zusammen, an dem ein Kapitel aus der jüdischen Literatur gelesen wird oder einer der Mitglieder über ein zionistisches Thema referiert. Dabei ist nicht nur Zionisten, sondern auch denjenigen, die sich noch nicht entschieden haben, freies Wort gewährt. Besonderen Beifall fand ein Vortrag von Herrn Tachauer über seine Erlebnisse in Palästina und ein Referat des Herrn Bernstein der über „Zionismus und wir“ sprach. Der Herzl-Club hat auch einen hebräischen Kurs eingerichtet, den Herr Tachauer leitet. Wir haben bisher etwa 40 Mitglieder und hoffen, daß sich ihre Zahl in Kurzem noch bedeutend vermehren wird. Jeder, der für unsere Bestrebung Interesse hat, ist uns herzlich willkommen. Auskunft erteilt gern: Herr Dr. Katz, Frommenstr. 19. A. M. Stuttgart. Am 28. Januär veranstaltete die Stuttgarter Israelitische Gemeinde im großen Stadtgartensaal eine große Gemeindeversammlung. Den Vorsitz führte Herr Oberkirchenrat Rabbiner Dr. Kroner. Zweck der Versammlung war, Stellung zu nehmen zur Trennung von Kirche und Staat und zur zukünftigen Gestaltung der jüdischen Gemeinde in Stuttgart. Dr. Gunzenhauser und Dr. Lepmann erstatteten ausführliche Referate, die hauptsächlich vergleichende Daten brachten. —- In der Diskussion legte Herr Lichtinger die Forderungen der Zionisten über Umgestaltung der Gemeinden in Volksgemeinden dar; er wurde jedoch von einem Teil der Nichtzionisten mehrmals unterbrochen, während ein großer Teil der Versammlung verlangte, den Redner weiter sprechen zu lassen. Es entstand allmählich eine derartige Unruhe, daß es Herrn Lichtinger nicht möglich war, weiterzureden. Als nächster Redner sprach Herr Horowitz, welcher die Gemeinde unter Hinweis auf die ausgeschriebenen undemokratischen Wahlen aufforderte, zuerst im Innern reinen Tisch zu machen und dann erst mit Forderungen der Parität der jüdischen Kirche mit den christlichen an die Öffentlichkeit zu treten. Als in der weiteren Debatte Herr Dr. Cäsar Hirsch betonte, daß Leute, die „nicht einmal richtig deutsch, geschweige denn schwäbisch“ sprechen könnten, kein Recht hätten, hier in der deutschen Gemeinde zu sprechen (Lichtinger und Horowitz), entstand ein Entrüstungssturm, der kein Ende zu nehmen schien. Erst als die weiteren Redner, insbesondere Herr Rechtsrat Hirsch, S. Preßburger und die beiden Referenten betonten, daß es unwürdig sei, gegenteilige Ansichten nicht zu Worte kommen zu lassen und man den Zionismus mit geistigen Waffen bekämpfen müsse, wenn man verschiedene Ansichten habe, kam die Versammlung wieder in ruhige Bahnen. Herr Sally Preßburger sprach sodann als Vertreter der zionistischen Jugend, und betonte, daß sich das Judentum 1900 Jahre trotz des Staates und gegen den Staat erhalten habe. Wenn aus der Trennung von Kirche und Staat für das Westjudentum der Zerfall befürchtet werde, so gelte auch hier das allgemeine Naturgesetz: „Nur Faules stirbt ab“. Sei das Westjudentum bensfähig, so bedürfe es keiner künstlichen Stützen. In den Schlußworten erwiderten die Referenten auf verschiedene Einwände. Herr S. Preßburger forderte die Zionisten auf, die Resolution anzunehmen, um die Einigkeit in der Gemeinde zu bewahren und weil sie nur Gleichstellung verlange. Die Resolution wurde sodann gegen ganz^ vereinzelte Stimmen angenommen. — Erfreulich war, daß von verschiedenen Seiten, auch von Herrn Rabbiner Dr. Kroner, betont wurde, däß die zu wählenden Gemeinderatsmitglieder ihre Aufgabe darin sehen müßten, sofort ein neues Wahlrecht auszuarbeiten, und neue Wahlen auszuschreiben. Mazzos und Konserven für Pessach. Wie uns^ die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, E. V., Frankfurt a. M., mitteilt, ist sie bereit, an kriegsgefangene jüdische Heeresangehörige Mazzos und Konserven zum bevorstehenden Pessachfeste zu versenden. Wegen der Bedingungen wolle man sich unmittelbar an das Büro der Freien Vereinigung, Frankfurt a. M., Schützenstraße 14, wenden. Münchner Spendenausweis. Nationalfonds: Henny u. Jak. Reich grat. Siegfr. Gerson u. Frau herzl. zum Sohn 2.—., Familie Monheit grat. Marie u. Frau zum Söhnchen 2.—, Tina Kohn grat. Mich. Mahler u. Frl. Fleischer z. Verlob. 1.—, Überschuß aus d. Ölbaumspende Mosche Kohn 1.—, Dr. Elias Straus grat. Siegfr. Gerson u Frau z. Geburt d. Sohnes 2.—, R.-A. Dr. L. Ambrunn grat. Arn. Marie 3.—, ders. grat. S. Gerson 3.—. El. Mahler bittet den unbek. Spender d. viel. Ausg. lieber d. N.-F. zuzuwenden 2.—•, S. Gerson anl. d. Geb. s. Söhnchens Herbert 10.—. Heinrich Schwab s. A. - G a r t e n : A. Diamant anl. d. Genes, s. Schwiegertocht. Jenny Diamant, Dresden 18 B., M. Kohn anl. s, 50. Geburtstags 4 B., M. Schneuer grat. M. Kohn zum 50. Geburtstag 1 B. 138.—. Dr. Ant. Goldscheider s. A. - Garten: R.-A. Dr. L. Ambrunn d. And. s. I. Freundes Dr. Albert Theilhaber z. 2. Todestag 2 B., die b. d. Generalversammlg. anw. V. J. St’er sowie 2 Mitgl. d. zion. Ortsgr. spenden El. Mahler f. tüchtige N.-F.-Tätigkeit 3 B. 30.—. Lisi Koronczyk s. A.-Gart.: M. Fleischer spend. d. fleiß. N.-F.-Sammler S. Orljansky 1 B., bei d. Hochzeit Schnur-Nasilowicz auf Veranlass. v. Jak. Koronczyk bei d. Gästen gesammelt 6 B. — 42.—. (Aus gl. Anlaß wurd. auf Veranl. v. H. Sturm u. Gidalewitsch 32.— für d. Gesamtausschuß d. Ostjuden, 81.— für die Talmud-Thora und 110.— für die Chalukka gesammelt.) Gold. Buch Blau-Weiß München: Prakt. Hermann Mahlier, Gut Häusern, Post Röhrmoos b. Dachau, grüßt alle Freunde u. Bekannten 2.—. Gold. Buch Georg Orljansky sei. Ang. München. Gesammelt bei d. Verlobung Faktorowitsch-Trost durch Selig Orljansky 70.—, Max Fleischer und Frau danken Frau Dora Orljansky für ihre liebenswürdige Hilfe 5.—> Jos. Orljansky dem Andenken s. unverg. Bruders 10.—. Gold. Buch Michel Mahler — Dora Fleischer. Frau Rosa Buchaster grat. zur Verlobung Mahler-Fleischer 5.—, Jüd. Turn- und Sport-Verein desgl. 5.—> Geschwister Fleischer anl. d. Verlob, ihrer Schwester Dora 10.—, Max Fleischer u. Frau anl. ihrer silb. Hochzeit 20.—, dieselb. anl. d. Verlob, ihrer Tochter 10.—, dieselb..