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Das jüdische Echo · 1919-02-07 · 6 (7.2.1919) · p. Seite 72

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
6 (7.2.1919)
Date
1919-02-07
Page
Seite 72 (sequence 12)
Language
German
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72 Das Jüdische Echo Nr. © vor der Trennung: von Staat und! Kirche. Binnen kurzem wird möglicher Weise die jüdische Gemeinde ein Verein sein, wie irgend ein anderer, dem man, je nach Neigung: angehört oder nicht. Sind die „Minimaljuden“, auf die sich die Macht der jetzigen Gemeindeführer an vielen Orten stützt, heute vielleicht ziffernmäßig die Basis der Gemeinde, so werden sie dann nicht einmal mehr das sein. Bleiben aber die aufbauenden Kräfte im Judentum, von denen allein eine lebendige Fortentwicklung unserer Gemeinschaft zu erwarten ist, die gesetzestreuen und besonders die bewußt Nationalen weiterhin von der gebührenden Einwirkung auf die Gemeindeangelegenheiten ausgeschlossen oder werden sie gar aus der Gemeinde hinausgedrängt, so ist deren Bestand aufs Äußerste gefährdet. Dann bricht die Gemeinde-Organisation, die von Jahr zu Jahr weniger der Ausdruck des wirklich Bestehenden wurde, zusammen. Das Judentum in Deutschland kann aber die Gemeinde als Sammelpunkt nicht entbehren; und all diejenigen, denen der Fortbestand, die Fortentwicklung des Judentums auch in Deutschland am Herzen liegt, werden mit aller Kraft verhindern, daß mangelnde Voraussicht und ein engherziger Machtstandpunkt etlicher Gemeindegrößen die nur bei lebhafter Mitwirkung aller jüdisch Interessierten mögliche Fortexistenz der Gemeinde in Frage stellen. Nun ist der Zeitpunkt aber für eine öffentliche Austragung der Unterschiede und Gegensätze in der Gemeinde so ungeeignet wie möglich. Deshalb wurde hier auch der Plan eines Kompromisses begrüßt, so wenig wir sonst Kompromisse, die Unklarheiten bestehen lassen, lieben. Ein Kompromiß der sozusagen im Burgfrieden geschlosen wird, darf aber das Rechtsgefühl nicht verletzen. Er ist eine Unmöglichkeit, wenn etwa die eine Partei auf die Aussichten pochen sollte, die ihr das bestehende Wahlunrecht gibt. Einer einigermaßen gerechten Mandatsverteilung muß mindestens das Kräfteverhältnis zwischen Mehrheit und Opposition zu Grunde gelegt werden, das die Wahlen von 1910 ergeben haben. Die Opposition ist seitdem ganz bedeutend gewachsen, wie deren Organisationen deutlich zeigen. Bei außerordentlich vielen ist der Wille zum Judentum wesentlich gestärkt worden. Sie alle werden den Fahnen der judentumserhaltenden Richtungen folgen. Der Zionismus hat Erfolge errungen, welche die kühnsten Erwartungen übertroffen haben und ist im Begriffe, seine politische Aufgabe zu realisieren. Alle politischen Machtfaktoren, die Staaten sowohl, wie die internationale Sozialdemokratie, haben den Zionismus anerkannt und sehen ihn als die selbstverständliche Vertretung und Führung des jüdischen Volkes an. Nur die „liberalen“ Gemeindeführer erklären nach wie vor den Zionismus als nicht existenzberechtigt; sie dekretieren ihm hinweg, sie gestatten ihm nicht, in der Gemeinde seinen Platz einzunehimen! Besonders in München scheint man Wert darauf zu legen, sich den Ruhm, der durch die Behandlung des ersten Zionistenkongresses erworben wurde, zu erhalten. Dies trotz des bei den Kompromiß-Verhandlungen von zionistischer Seite bekundeten Friedenswillens. Bringen die „Liberalen“ aber nicht so viel Liberalismus auf, vermögen sie nicht, sich so weit dem Geiste der Demokratie und Gerechtigkeit zu nähern, daß sie auf die Geltendmachung eines reinen Machtstandpunktes verzichten, dann wird sich der Kampf und die scharfe Auseinandersetzung der vorhandenen Gegensätze, die besser auf einen späteren Zeitpunkt verschoben würden* nicht vermeiden lassen. J. R. Aus der jüdischen Welt Deutsch-Österreich. Austritt der jüdischen Sozialdemokratie aus dem Jüdischen Nationalrat für Deutsch - Österreich. In der letzten Sitzung des Jüdischen Nationalrates kam es zu starken Zusammenstößen zwischen der Gruppe der jüdischen Sozialisten und der zionistischen Majorität im Jüdischen N^tionalrat. Die politischen Gegensätze dieser Parteien, die infolge der gegenerischen Stellung der Sozialsten gegen das jüdisch-nationale W^,-'’*ogramm sehr „verschärft waren, haben dazu geführt, daß die jüdisch-sozialistische Gruppe nun aus dem Jüdischen Nationalrat ausgetreten ist. — Der polnische Bevollmächtigte in Wien hat alle galizischen Juden, die in den Jahren 1883 bis König!, bayer.Lotterieeinnahme der Preuss.- Siidd. Klassen-Lotterie A. Ostermaler, München Promenadepl. 12/1, Eing. durch d. Zigarrengeschäft Beginn der 13. (239 ) Lotterie mit Ziehung I. Klasse am 7. u. 8. Januar 1919, 2. Klasse am 11. u. 12. Februar 1919, 3. Klasse am 11. u. 12. März 1919, 4. Klasse am 8. u 9. April 19.9, 5. Klasse (Haupt- und SchluQziehungl beginnt am 7. Mai und endet am 2 Juni 1919. Lose in oroBer Answahl stets vorrätig. Preis für die 1. Kjaase; für */8 V4 Vi lU 8 1Ö 20 40 M Bei den folgenden Klassen sind die Vorklassen stets nachzubezahlen. Jftündjtter Jleuefte Jladjndjfen <9röfjte,tägl.2mal erfdjeinenbe 3ßitung ©übunb Vtittelbeutfdj* tanb$.Äauffräftiger;£eferfrei$ unb über ©eutfdjlanb$(Sirenaen hinauf gef)enbe Verbreitung. ©rofierfauf* männ.u.getoerbl.©tellemnarft SInerfannf fefyr erfolgreich für Slnseigen alter 21rt. 2fa$elgen* preiO unb 3tadjlafj nat& Serif. Vesugdprei* monatt. Vif .2.—-bei allen beutfdjen pojianftatten $<Sglid)e2iuflage 2mal i60ooo6semplare/Ü6er1/23Jüllion£efer

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