Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 4 (24.1.1919)
- Date
- 1919-01-24
- Page
- Seite 44 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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44 Das Jüdisch« Echo Nr. 4 Österreich. Neue Wochenschrift der Poale Zion. In der nächsten Woche begännt in Wien unter dem Titel „Freiheit“ eine deutsche Wochenschrift der iüdischrsozialistischen Arbeiterpartei Poale Zion zu erscheinen. Aus aller Welt. Günstige Aussichten aui die Verwirklichung der zionistischen Forderungen. Das „Jüd. Korrespondenzbureau Bern-Zürich gibt folgende Meldung der „Zeit“ aus Kopenhagen vom 3. Januar wieder: Hier liegen Meldungen vor, nach denen die Aussichten für die Verwirklichung der zionistischen Forderungen bei der Friedenskonferenz überaus günstig sind. Balfour erklärte, daß seine ursprünglichen Zusicherungen als bloßes Minimum der jüdischen Hoffnungen aufzufassen seien. Die Zionisten haben mit Wilsom in Paris eine Zusammenkunft verabredet, auf der endgültige Beschlüsse gefaßt werden sollen.“ Feuilleton Der Holzweg ist ein neuer Berliner Judenroman von L. A u d n a 1 (Berlin 1918) betitelt, — besser noch hätte ihn sein Verfasser „auf dem Holzweg“ genannt. Auf dem Holzweg ist nämlich alles, was in diesem Buche lebt, handelt und spricht, entsetzlich viel spricht und vor allem ist es der Verfasser selbst, wenn er glaubt, genügend künstlerische Gestaltungskraft zu haben, um sein Thema, nämlich den Antisemitismus in Form eines Roman es behandeln zu können. — Dieses Werk ist ein „ausgeklügelt Buch“ ohne Leben, ohne Wahrheit und nur von der lichtlosen Wärme erfüllt, die aus Verbitterung, Enge des Horizonts und der Anlage zu jener jüdischen Nationalkrankheit, nämlich einer allzu gesteigerten Egozentrizität erwachsen ist, die der Verfasser in seinem Buch des öfteren moniert. Dieses Buch ist ganz unzeitgemäß. Es widert einen geradezu an, jetzt, wo sich in vierjährigem endlosem Jammer die Tragödie des Weltkrieges abgespielt hat, an keinem Volk so grausig wie an der Ffauptmasse des jüdischen, in 267 Seiten von den Schmerzen der Berliner Juden hören zu müssen, von Frauen, deren ganzes Lebensunglück darin besteht, in Offizierskreisen keinen Verkehr finden zu können, von jüdischen Privatdozenten, die keine ordentliche Professur bekommen usw. In romantechnischer Hinsicht ist das Buch lächerlich ungeschickt. In der Milieuschilderung langweilige Breite anstatt Anschaulichkeit Einzelne Züge, besonders Schwächen von Juden und Nichtjuden sind gut beobachtet und wiedergegeben, wie z. B. die Antipathie des jüdischen Kaufmanns gegen Luxus, seine Verständnislosigkeit für ästhetische Werte; aber keine Figur ist kräftig und lebensvoll gestaltet. Auch die beiden sympathischen Juden nicht, die der Verfasser in diesen höllischen Wirbel von Mitgiftjägern, dirnenhafter Weiblichkeit, Protzentum und Kuilturlosigkeit stellt. Sie sind schemenhaft und vor ailllem ohne jede jüdische Note. Sie können selbstverständlich nicht Berliner sein, wo angeblich, wie der Verfasser hundertfach demonstriert, die Juden durch den Antisemitismus völlig demoralisiert, entnervt und ihres »Selbstgefühls beraubt worden sind. So läßt er seinen Helden aus Schleswig-Holstein stammen, wo — „die Zahl der semitischen Einwohner verschwindend klein war, daher die Juden vor den bitteren Erfahrungen verschont blieben, die ihnen in anderen Gegenden nicht erspart sind und sich innerlich und äußerlich ihrer Umgebung anpaßten.“ — Wirklich eine höchst unwahrscheinliche Geschichte. Der Verfasser lasse sich gesagt sein, daß es dieses Eldorado für Juden nicht gibt, daß der Antisemitismus in der deutschen Kleinstadt ungeschriebenes aber streng eingehaltenes Gesetz ist und den einzelnen Juden hundertfach härter trifft als in Berlin oder in irgend einer Großstadt, weil ihm dort auch die Möglichkeit zur Verbundenheit mit einer jüdischen Gemeinschaft fehlt, und daß die Isolierung nach allen Seiten hin der Hauptgrund für die Kleinstadtflucht der deutschen Juden ist und daß auch mit den Juden keine Ausnahme gemacht wird, die wie dieser Siegfried- Carl — „groß, schlank und blond sind1, turnen, rudern und] Schwimmen, Tiere halten und ihr Gärtchen besorgen“. Königl. bayer. Lotterieeinnahme der Preuss.- Siidd. Klasaen-totterie A. Ostermaier, München Promenadepl. 12/1, Eing. durch d. Zigarrengeschält Beginn der 12. <238 ) Lotterie mit Ziehung i. Klasse am 9. u. 10. Juli 1918, 2. Klasse am 13. u. 14. Auguat 1918, 3. Klasse am 10. u. 11. Sept. 1918, 4. Klasse am 8. u 9. Okt. 19 8, 5. Klasse (Haupt- und Schlußziehung) beginnt am 8. Nov. und endet am 4. Dez. 1918. Lose in großer Answahl stets vorrätig. Preis für die 1. Klasse; für l/g lU V* Vj 0 10 20 40 M Bei den folgenden Klassen sind die Vorklassen stets nachzubezahlen. 3)lünd?ner 3teuefte 01adjrtd)fen i <9röfjte,tägl.2mal erfcfjeinenbe 3eltung ©üb* unb Sttittelbeutfd)* fonb$. tfauffräfttgerXeferfrete unb ßberj0eutid)Ianb$<5ren$en pinaud* gepenbe Verbreitung. (Großer lauf» männ.u.Qet»erbl.©teflenmarft 21nerfannt fefjr erfolgreich für Stajeigen afler 2lrf. Sfoselgen* prei* unb Dtadjlafj nad) Xarif. Eejugdprete monatf. 3W1.2.—bei allen beutfdjen poffanftolten Sagti^catuflagc 2mat löooooßfemptflre/ÜbetVz^JUttionLcfer