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Das jüdische Echo · 1919-01-17 · 3 (17.1.1919) · p. Seite 30

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
3 (17.1.1919)
Date
1919-01-17
Page
Seite 30 (sequence 6)
Language
German
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30 Das Jüdisch« Echo Nr 3 Die Delegation wird aus den Herren S. Kaplansky, Chasanowitsch und1 Dr. Rosenfeld bestehen. Die Neuwahlen in der Münchner Kultusgemeinde. In unserer vorigen Nummer haben wir bereits den Beschluß des Verwaltungsausschusses wiedergegeben, wonach dieser sich auf Grund der Anordnung der Kreisregierung nunmehr entschlossen hat, den ganzen Verwaltungskörper in den ersten Monaten dieses Jahres einer Neuwahl zu unterziehen. Es würden demnach gleichzeitig gewählt: 18 Mitglieder des Verwaltungsausschusses, 6 Ersatzmänner, 5 Mitglieder des Revisionsausschusses. Die Wahlen sollen — nach dem Beschluß des Verwaltungsausschusses — auf Grund des in der Gemeindesatzung festgelegten Wahlmodus der Mehrheitswahl erfolgen. —. Wir haben unsere politischen und rechtlichen Bedenken dagegen, daß Neuwahlen nach einem anderen Verfahren als dem der Verhältniswahl durchgeführt werden, hier schon mehrfach zum Ausdruck gebracht und1 müssen daran auch angesichts des neuerlichen Beschlusses der Verwaltung festhalten. Mit dem hierin festgelegten Vorgehen könnte man sich nur dann einverstanden erklären: 1. wenn der jetzt neu zu wählende Ausschuß vonseiten der Wähler die bindende Verpflichtung mit auf den Weg bekäme, unverzüglich nach seinem Zusammentritt die Einführung des Verhältniswahlrechtes in die Wege zu leiten, und sobald die hierzu notwendige Satzungsänderung beschlossen ist — spätestens Ende 1919 — zurückzutreten, damit dann eine Neuwahl der Verwaltung auf Grund des Verhältniswahlsystems stattfinden kann. Erst dieser Verwaltung fiele die Aufgabe zu, eine umfassende Neugestaltung der Gemeindestatuten durchzuführen; 2. wenn die demnächst nach dem alten Wahlverfahren vorzunehmenden Wahlen im Geiste der Verhältniswahl vorbereitet und durchs geführt werden, d. h. wenn den Minderheiten die ihnen zukommende Vertretung durch Verständigung mit den Mehrheitsparteien gesichert wird. Wahlen, wie wir sie im Jahre 1910 in der Münchener Kultusgemeinde erlebt haben, wo die Minderheitsparteien, obwohl sie ein volles Dritt e 1 der Gesamtstimmen aufbrächten, nicht einen einzigen Sitz erhielten, sind heute — das wird zweifellos allgemein anerkannt werden — nicht mehr zulässig. Werden diese Grundsätze beachtet, so könnten die Minderheiten u. E. darauf verzichten, für die bevorstehenden provisorischen Wahlen auf der Verhältniswahl zu bestehen. Wie man uns mitteilt dürfte die Gemeindeverwaltung in ihrer überwiegenden Mehrheit sich den oben gestellten Forderungen gegenüber zustimmend verhalten. Wir würden das im Interesse einer friedlichen Durchführung der Wahlen, lebhaft begrüßen, meinen aber, es müßte hierüber tunlichst bald eine Klarstellung erfolgen. Soweit Punkt 2 in Betracht kommt, könnte diese nur durch Verhandlung zwischen den einzelnen Parteien innerhalb der Gemeinde herbeigeführt werden. Frauenwahlrecht in der jüdischen Gemeinde. Die Ortsgruppe München des jüdischen Frauenbundes hat an die Verwaltung der hiesigen Kultusgemeinde eine Eingabe gerichtet, worin sie beantragt, daß den jüdischen Frauen das aktive und passive Wahlrecht innerhalb der jüdischen Gemeinde gewährt werde. In der Eingabe wird auf das den Frauen nunmehr allgemein eingeräumte politische Wahlrecht, sowie auf die besonderen Aufgaben der Frau in der jüdischen Gemeinde, vor allem auf dem Gebiet der sozialen Aufgaben hingewiesen. Die Verwaltung hat darauf geantwortet, daß bei der bevorstehenden Neufassung der Satzungen und der „Neureglung aller zu berücksichtigenden Einzelaufgaben einer Gemeinde entsprechend der hervorragenden Tätigkeit der jüdischen Frauen der (in der Eingabe) nicht neu angregte, sondern innerhalb der Gemeindeverwaltung schon erörterte Gedanke die erforderliche Beachtung werde finden müssen.“ Gedächtnisrede für die Pogromopier. Nachstehenden Auszug aus einer von Rabbiner Ör. Ehrentreu am „Jom- Kipur-Koton“ d. J. in der „Ohel-Jakob- Synagoge gehaltenen Trauerrede für die Pogromopfer in Galizien glauben wir unren Lesern nicht vorenthalten zu dürfen. D. Red. Viereinhalb Jahre lang hat der Krieg gewütet und der Würgeengel hat da draußen auf dem Gefilde der Schlachten überreiche Ernte gehalten. HUic biötjcc im HJeltfrieg nimmt die illünd)ner fugend muff heim HNcöccauf&nu $ZICÖCI10 ifjrc ausgeprägte Stellung unter den deutßfjen itlußrierten 3*itfdjriften ein. £Ie iß nnd) tuie not Oie Eie&lmgölcftän: dneö Jeöen/ der ernß und norurteilsiod Öen 3eIU geiß netfolgt. ßejugspteis niettel)äl)tiid) JHf. 7.5o (ßurfjfjandcl oöet poft) Unmittelhat nom Oering in Roden nerparft mit Porto, in VeutfdtlanÖ $nf. 1 o.* im Ausland Hlf. fo.fo Prohehonöe 4 Hummern enthaltend fltt. T.50 ßinjelne Hummern Htf.^.70 Ucclng flec Jugcnö' JHündjcn/ Jlejpngßr. 1

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