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Das jüdische Echo · 1919-01-10 · 2 (10.1.1919) · p. Seite 18

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
2 (10.1.1919)
Date
1919-01-10
Page
Seite 18 (sequence 7)
Language
German
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18 Das JfidUcht Echo Nr. 2 die Lemberger Ausschreitungen gegen <üe Juden gesammelt. Nach einer amtlichen Zusammenstellung wurden 150 Opfer des Judenmassakers beerdigt, 54 Häuser des Judenviertels sind niedergebrannt, die Zahl der durch die Einäscherung eines Häuserblocks von sieben Straßen obdachlos gewordenen Juden beträgt 3000. Auf Grund der Erhebungen ist bereits festgestellti daß die Judenhäuser mit Petroleum und Benzin in Brand gesteckt wurden. Die englischen Offiziere, die das eingeäscherte Judenviertel besichtigten und die Berichte über die haarsträubenden Vorgänge vom 22., 23. und 24. November entgegennahmen, gaben ihrem Entsetzen und Abscheu' wegen des ungeheuerlichen Verbrechens unverhohlen Ausdruck, zumal sie den Eindruck gewonnen hatten, daß diese von gewisser Seite patronisierte oder, wie andere sagen, geduldete „Aktion“ planmäßig veranstaltet worden war. Auch die Warschauer Untersuchungskommission erhielt von einwandfreier Seite diesbezüglich Informationen, welche dar tun, daß die Lemberger Massenmorde und Brandstiftungen unmöglich mit den von den Ortsbehörden energisch und rasch unterdrückten Pogromen in Ungarn und Böhmen verglichen werden können. Angesichts dessen haben es die jüdischen Mitglieder des Przemysler Gemeinderates abgelehnt, sich an der Huldigungskundgebung für die Befreier Lembergs zu beteiligen. „Hctiusa“-Gruppe in München. Im Rahmen eines von der ostjüdischen zionistischen Vereinigung „Ahavas-Zion“ am 28. Dezember veranstalteten Vortragsabends sprach Herr Jakob Reich über „Die zionistische Aufgabe“. In klaren imd begeisternden Ausführungen verstand es der Redner, die zionistischen Forderungen und Möglichkeiten der Stunde einer zahlreichen Zuhörerschaft zum Bewußtsein zu bringen. Als eine zionistische Hauptaufgabe dieser Tage, in denen ja der Zionismus zugleich Volkssache und Sache jedes Einzelnen geworden ist, stellte der Redner die Achusa- Idee hin, eine Gründungsform, die es weiten Schichten des volkstreuen jüdischen Bürgertums ermöglicht an dem palästinensischen Gründüngswerk tätigen Anteil zu nehmen und gleichzeitig sich selbst eine gesicherte Zukunft in unserem Lande zu schaffen. Der Redner wies auf die besondere Wichtigkeit des „Achusa“-Gedankens gerade im Zusammenhang mit den letzten blutigen Ereignissen in Galizien hin. In der auf den Vortrag folgenden freien Aussprache kam die einmütige Zustimmung der Versammlung zu den Darlegungen des Herrn Reich zum Ausdruck Es wurde noch am selben Abend eine Münchener „Achusa“-Gruppe ins Leben gerufen, d er sich 25 Mitglieder angeschlossen haben. Die Arbeit für die Münchener „Achusa“ wird fortgesetzt. Das erste jüdisch-politische Tagblatt in deutscher Sprache. Ab Mitte Januar erscheint in W i e n die „Wiener MorgenzeitunK“ als erstes jüdisch-politisches Tagblatt in deutscher Sprache. Damit wird eine in weiten jüdischen Kreisen seit langer Zeit empfundene Lücke ausgefüllt werden. Wenn der jüdische Nationalgedanke* der in der ganzen Welt während des Krieges eine ungeahnte Bedeutung gewinnen konnte, in den deutschsprachigen Ländern immer noch mit den schwersten Hindernissen zu kämpfen hat, so ist das Fehlen einer eigenen Tagespresse sowie die ablehnende Haltung gerade der von Juden und Halbjuden beherrschten Zeitungen Schuld daran gewesen. Nunmehr werden wir wie in anderen Ländern so auch im deutschsprachigen Gebiet ein eigenes Organ haben, in welchem wir vor der breitesten Öffentlichkeit unsere nationalen Interessen vertreten und zu allen wirtschaftlichen, politischen und geistigen Fragen des öffentlichen Lebens vom jüdischrnationalen Standpunkt aus Stellung nehmen können. Wir möchten auch unseren Lesern den Bezug dieses ersten jüdischen Tagblattes aufs wärmste empfehlen. Redaktion und Administration befinden, sich Wien II., Taborstraße 1—3. "RauThallmaier München Thßotirigtär.lö. 63iruQ(MsQr

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