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Das jüdische Echo · 1919-01-10 · 2 (10.1.1919) · p. Seite 19

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
2 (10.1.1919)
Date
1919-01-10
Page
Seite 19 (sequence 8)
Language
German
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Nr. 2 Da* Jüdische Echo 19 Aus der Jüdischen Welt Palästina. Repatrierung palästinensischer Juden. „Jewish Chronicle“ schreibt: Eine beträchtliche Anzahl palästinensischer Juden, die von den türkischen Behörden während ihres Rückzuges vor dem siegreichen Angriff des General! Allenby nach Damaskus deportiert wurden, kehren letzt zu ihren Heimstätten nach Palästina zurück. Die britischen Behörden gewähren ihnen jede Erleichterung. Eine Agrarbank für Palästina. In Kiew bildete, einem Bericht des „Moment“ zufolge, eine Gruppe jüdischer Millionäre ein Konsortium zum Zwecke der Gründung einer Agrarbank in Palästina. Das Gündungskapital soll 40 Millionen Rubel betragen. An dieser Gründung ist u. a. auch der bekannte Millionär Brodsky beteiligt. Polen. Jüdischer Handwerkerrat in Warschau. Nach „Moment“ ist in Warschau ein „Jüdischer Handwerkerrat“ gegründet worden. Auf der Gründungsversammlung waren 20 Vereine mit 5000 organisierten Mitgliedern durch 40 Delegierte vertreten. Der Rat bezweckt einen Zusammenschluß gegen die antisemitische Taktik. Abreise von Kulturpionieren. Am 10. Dezember verließ die erste Gruppe von Schülern Radom, um sich als Kulturpioniere nach Palästina zu begeben. Vorderhand sind 12 Personen, Schüler der 6. bis 8. Klasse und Matur an den abgereist. Eine zweite Gruppe soll) nächste Woche folgen. Konferenz der Assimilantenführer in Polen. In Warschau fand' am 15. Dezember eine Konferenz der Assimilantenführer aus Kongreßpolen und Galizien statt, die sehr zahlreich beschickt war. Hauptthema der Beratung bildete die Frage, ob man das Verlangen nach nationaler Autonomie bekämpfen oder sich neutral verhalten soll. Die meisten Redner erklärten, sie hätten vollständig mit dem Kurs der alten Assimilanten, wie dieser durch 25 Jahre durch! Dr. Nußbaum, Dickstein, Kempner, Natanson und Konsorten geführt wurde und der auf gewaltsamer Assimilation und offenem Kampf gegenüber der jüdischen Nationalität beruhte, gebrochen, und ihr Kurs sei, niemanden zur Assimilation zu zwingen, denjenigen, die sich zur jüdischen Nationalität bekennen, nicht gegenüberzutreten und nationale und kulturelle Autonomie nicht zu bekämpfen. Advokat und Gemeinderat Patek (Pole) erklärte, wenn das polniche Volk trotz 150jährigem fremden Joche ein Volk geblieben ist, so seien die Juden, die schon zweitausend Jahre unter fremdem Joche leben, ein Volk par excellence. Professor Grabski, der bekannte polnische Antisemitenführer, ist nach Warschau zurückgekehrt und hat mitgeteilt, daß er und der bekannte Führer der Nationaldemokraten DmoWski sich weiterhin jeder antisemitischen Politik enthalten würden. Amerika für die Pogromopfer. Das jüdische Rettungskomitee entsendet demnächst ein besonderes Schiff mit Lebensmitteln und Kleidung für die jüdische Bevölkerung, die durch die Pogrome in Galizien und Polen gelitten hat. Eine Kommission, bestehend aus fünf der angesehendsten Juden in Amerika, wird dieses Schiff begleiten. darunter auch der bekannte jüdische Dichte^* Schalom Asch. Rumänien. Take Jonescu zur rumänischen Judenfrage. Wie das Stockholmer Jüdische Korrespondenzbüro meldet, erklärte Take Jonescu, daß jeder Jude, der nicht Untertan eines anderen Landes sei, in Rumänien gleiche Rechte besitzen müsse. Litauern Pogrome in Litauen. Dem Jüdischen Korrespondenzbüro Bern-Zürich wurde folgendes Telegramm übermittelt: „Die jüdische Cdezrt'on für Belitza, Kreis Lida, meldet folgendes: Am 11. Dezember überfielen 40 bewaffnete Banditen die jüdischen Einwohner von Belitza. Es wurden 4 Personen getötet, 5 schwer verwundet, 4 leicht verwundet und 31 Familien gänzlich geplündert. Der Schaden beträgt mehrere hunderttausend Mark. Belitza ist seit dem 7. Dezember vom Militär geräumt. Weitere Ueberfälle durch Banden werden in der gesamten Umgebung mit Grund befürchtet. Ausreichender Schutz durch deutsches Militär ist im Stadium der Räumung unmöglich. Die litauische Judenheit richtet deshalb an die Ententemächte die dringende Ersuchen, schleunigst für den Schutz der Bevölkerung zu sorgen. Ausführliches Protokoll mit Namen der Opfer folgt brieflich. Gez. Simon Rosenbaunn, litauischer Unterstaatssekretär. Abs aller Welt, Die Formulierung der jüdischen Forderungen. Das Kopenhagener Zionistische Büro berichtet: Wie „Zionist Review“ berichtet, wurden in England die Forderungen des jüdischen Volkes an die englische Regierung und den Friedenskongreß ausgearbeitet. Unter den Persönlichkeiten, weiche an den Beratungen teilgenommen haben, werden auch Lord Bryce, Mr. Herbert Samuel, Sir Alfred Mond, Sir Lionel Abrahams. Mr. Robert Waley Cohen genannt. Jüdische Gemeindewahlen in Wilna. Vom 24. bis 26. Dezember 1918 fanden in Wilna die Wahlen zur Jüdischen Gemeinde auf breitester demokratischer Grundlage statt. Es wurden 15187 Stimmen, d. h. 30 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten abgegeben. Auf Grund des Proporzes verteilen sich die 80 Sitze wie folgt: 24 Zionisten. 23 Bundisten, 10 Vertreter der „Volksvereinigung“ 7 Handwerker, 5 Demokraten, 3 Poale-Zion, 3 Vereinigte Sozialisten. 2 Zeire Jisrael (zionistisch-orthodox), 2 Schomre Thora. 1 Vertreter der Kaufleute. Unter den Gewählten befinden sich: Volksvereinigung: Oberrabbiner Rubinstein: Rabbiner Grodzenskv, Dr. Rachmilewitschi; Demokraten: Dr. Schabad, Schriftsteller Reisin; Bund: Isbidzky; Zionisten: Unterstaatssekretär Rosenbaum, L. Jaffe, Dr. Widgodski; Poale Zion: Schalit. Die „Jüdische Legion“ nach Europa. Das Jüdische Korrespondenzbüro im Haag meldet daß Londoner zionistische Kreise aus Jerusalem ein Telegramm erhalten haben, laut welchem in „Chadaschot mehaarez“, dem offiziellen Wochenblatt der jüdischen Legion in Palästina, ein Befehl des Jüdischen Heereskommandos abgedruckt ist, nach welchem die jüdische Legion

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