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Das jüdische Echo · 1919-01-03 · 1 (3.1.1919) · p. Seite 4

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
1 (3.1.1919)
Date
1919-01-03
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Das Jüdisch# Echo Nr. 1 den „herzlichen Dank“ ausgesprochen. Hiegegen wie gegen die unerhörten Beleidigungen der Ostjuden, die von der Redaktion nach ihrer Angabe formell gemildert sein wollen, erheben die Unterzeichneten schärfsten Protest. Sie bedauern aufs tiefste, daß ein „deutscher Jude“ das Empfinden für Würde und Gerechtigkeit in solchem Maße verletzen konnte. München, den 31. Dezember 1918. Verwaltung und Rabbinat der Israelitischen Kultusgemeinde München. * * * In der bis auf den letzten Platz dichtgefüllten Synagoge in der Herzog Rudolfstraße fand am Mittwoch (1. Januar) nachmittags eine Trauerfeier für die Opfer der Pogrome in Galizien, zugleich eine Gedächtnisfeier für die im Kriege gefallenen Angehörigen der orthodoxen Gemeinschaft statt. Der Tag war einer alten jüdischen Sitte gemäß als Fasttag bestimmt worden. Herr Rabbiner Dr. Ehrent r e u hielt eine Ansprache, in der er in tiefer Ergriffenheit dem Schmerz und der Empörung der gesamten Judenheit über die Greueltaten Ausdruck gab, denen Tausende unserer Brüder im Osten zum Opfer gefallen sind. Hiebei kam der Redner auch auf das Schreiben zu sprechen, das ein hiesiger jüdischer Bürger an den „Bayerischen Kurier“ zur Veröffentlichung gerichtet hat. Er kennzeichnete das würdelose, jedes jüdischen Gemeinsamkeitsgefühls entbehrende Verhalten dieses Mannes, der noch dazu die Kühnheit hatte, im Namen der sämtlichen deutschen Juden Münchens zu sprechen, mit Worten schärfster Entrüstung. Der Mann, der in dieser schweren Zeit zum Verleumder und Verräter seiner eigenen Brüder geworden sei, verdiene, der allgemeinen Verachtung preisgegeben zu werden. Der Zionistische Delegiertentag. Am Mittwoch, den 25. Dezember 1918 wurde in Berlin im großen Kaisersaal des Rheingold um 10 Uhr der 15. ordentliche Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland vom Vorsitzenden, Herrn Dr. Arthur H a n t k e eröffnet. Der große, mit einem Herzl-Bild und blau-weißen Fahnen geschmückte Saal ist von 140 Delegierten aus allen Teilen des Reichles und weit über 1500 Gästen erfüllt, die auch die Galerie dicht besetzt hatten. Die Zahl der Delegierten ist trotz der Erschwerung der Verkehrsverhältnisse größer als sie jemals auf einem zionistischen Delegiertentag früher gewesen ist. Herr Dr. H a n t k e weist in seiner Eröffnungsrede darauf hin, daß sich die deutschen Zionisten nach vier blutigen Jahren wieder zusammenfinden, daß aber leider auch die Gegenwart für unser Volk schrecklich sei, das den schärfsten Protest gegen die unerhörten Pogrome aussprechen müsse, die als ein Mittel angesehen würden, politische Gegensätze auszutragen. Erst wenn das jüdische Martyrium beendet sei, würde man von Gerechtigkeit im Völkerleben sprechen können. Doch auch unsere Kräfte seien gewachsen, Erez Israel werde wieder unser sein. Unter Aufbietung unserer gesamten Kräfte würden wir Erez Israel als ein jüdisches Land aufbauen. Aber auch die Fragen des Diasporajudentums dürften von uns nicht vernachlässigt werden. Sie müßten behandelt werden unter Führung der Zionistischen Organisation, die einheitlich geblieben ist und ihre Kräfte vervielfacht habe. Palästina müsse nicht nur wirtschaftlich und kulturell eine Blüte erleben, sondern auch den sozialen Überlieferungen unseres Volkes entsprechen. Hebräisch sei die Sprache, in der wir wieder schöpferisch werden könnten. Die notwendigen Mittel zum Aufbau des Landes würden unzweifelhaft Zusammenkommen, vor allem durch Stärkung des Nationalfonds, aber auch durch das zur Mitarbeit bereite Privatkapital Auch das Tätigkeitsgebiet des deutschen Zionismus sei weit über die Grenzen der früheren Arbeit hinausgewachsen: durch Ausnutzung der in jahrelanger radikaler Kleinarbeit erworbenen Stellung werde der Zionismus zu einer Macht im deutschen Judentum. Immer stärker sei die Palästinatendenz auch in Deutschland geworden. Ein besonderes Palästinaressort werde eingerichtet werden, dem die Fragen der Berufsberatung und Berufsumschichtung unterliegen sollen. Der deutsche Zionismus erstrebe jetzt alle Richtungen und Kreise, die sich zum jüdischen Volke bekennen, zu einem Kongreß zusammenzufassen, der afe ein Teilkongreß ein Glied in der Kette dier jüdischen Kongresse sein würde, bis der Weltkongreß zustande kommen könne. Ernst im Gedenken an unsere Gefallenen treten wir freudig der Zukunft entgegen. Wenn wir wollen, wird es kein Märchen sein. Nach dieser mit großem Beifall aufgenommenen Eröffnungsrede hält Justizrat Bodenheimer, von der Versammlung stehend angehört, die Gedächtnisrede auf die Toten. Nur drei aus der so großen Zahl der von uns Gegangenen erwähnt er: Tschlenow, den Führer des russischen Zionismus und das Mitglied unserer Leitung, der mitten HUte bistjcc im HJettfrieg nimmt öfe fllunttyner ^ugenö and) &dm HMcÖecoufbau $cieöen$ H)re ausgeprägte Stellung unter Öen öeutjd)en tüußrferten 3*hfrf)tiften ein. £te iß narij tute öor Öic Eie&lmgdeffüre eme$ Jeflen/ öet ernß unö öorurteÜSloS Öen getß üerfolgt. fcejugspreis üierteljäfyrhrff HI!. 7.50 (i3ud)fjanÖcl oöer poft) ilnnuttetöar üom Öerlag fn Hollen öerpnrft mit porto, tn $eutfdjlanö fllf. to.m tm SluslonÖ Hfl. fo.fo Proöeönnöe 4 Hummern entßaltenö mt f.fo Einzelne Hummern HTf. «.70 Öeclag öec ,Jugcnö" IMndjai, Uejpngßr. 1

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