Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 52 (27.12.1918)
- Date
- 1918-12-27
- Page
- Seite 640 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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640 Das Jüdisch« Echo Nr. 52 arbeit so verschiedener Gruppen — Zionisten und Nichtzionisten — nicht möglich; er zeigt, daß gemeinsame Arbeit recht wohl geleistet werden kann, bei voller Wahrung der inner jüdischen Ansichten des Einzelnen. Nach außen hin gilt Geschlossenheit und freies Bekennen zum Judentum. M. G. Erklärung. Ein „deutscher Jude“, der so mutig ist, seinen Namen zu verbergen, gibt in Nr. 356 des „Bayer. Kurier“ Unflätigkeiten von sich, die einen Widerlegung nicht würdig sind. Dieser „Deutsche Jude“ — wenn er wirklich existieren sollte und nicht eine Mystifikation vorliegt — verläßt durch die Art seiner Angriffe die Basis, auf der für anständige Menschen eine Auseinandersetzung möglich ist. Da er sich aber als Wortführer „aller deutschen Glaubensgenossen“ bezeichnet, wird1 den berufenen Stellen die peinliche Aufgabe nicht erspart bleiben können, sich mit dieser Angelegnheit zu befassen. Gesamtausschuß der Ostluden Münchens. Hilfe für die Pogromopfer.1 Die Jüdische Gemeinde in Stockholm überwies als erste Rate den Betrag von 200 000 österreichischen Kronen für die Lemberger Pogromopfer. Der Jüdische Hilfs verein in Stockholm bewilligte fürs erste die Summe von 235 000 österreichischen Kronen zugunsten der von dem Pogrome betroffenen Bevölkerung Galiziens. * * * Das Münchner Hilfskomitee für die Pogrombeschädigten, Adresse Josef, Schachno, Theklastraße 1, nimmt Spenden entgegen und führt sie unmittelbar den verteilenden Stellen zu. Bisher sind eingegangen: D. Martin Schönemann, Maximilianstr., 800 M. Josef Kultschinski, Maximilianstr. 41, 100 M. P. Lindner, Maximilianstr. 41, 20 M. Summa 920 M. Aus der jüdischen Welt Österreich. Dr. Alfred Stern ist wenige Wochen nach seinem Rücktritt als Präsident der Wiener Kultusgemelnde im Alter von 87 Jahren gestorben. An seinem Grabe hielt u. a. Ing. Stricker namens der Nationaljuden folgenden Nachruf: „Im Namen der Nationaljuden nehme ich von dir Abschied. Wir waren Gegner. Bis zum letzten Augenblicke hast du uns und haben wir dich bekämpft. und in diesem langjährigen Ringen hat es keine Waffenruhe gegeben, keine Pause, in welcher wir dir haben sagen können, was wir an dir achten und ehren. Nun liegst du im Sarg, der Streit ist ausgefochten, und wir können dir endlich sagen, was wir an dir immer geschätzt haben. Du warst kein Feiertags- und Gelegenheitsjude, keiner von denen, die dem Judentum gerade so viel Zeit schenken, als ihnen ihre persönlichen Geschäfte und ihre gesellschaftlichen Verpflichtungen übrig lassen. Du hast dich der jüdischen Arbeit ganz hingegeben, restlos, du hast in ihr gelebt. Du hast dem Judentum nicht hie und da deine Titel und' Orden für einen Aufruf als Aufputz geschenkt, du hast dem Judentum dein ganzes Ich gegeben. Du hast für das Judentum gekämpft, nicht um persönlicher Vorteile willen, du hast gegen uns Nationaljuden gekämpft, nicht um den Fremden zu gefallen, nicht um fremde Gunst zu erwerben, nicht um deine gesellschaftliche Stellung und deine Karriere zu retten, sondern aus Überzeugung. Wir haben das immer an dir geachtet und dich wohl unterschieden von jenen, dlie sich hinter dich gestellt haben, von jenen Haib¬ und Viertelluden, bei deren Anblick uns der Ekel an der Kehle würgt. Wir haben dich immer als Ganzen gewertet: als ganzen Feind, als ganzen Menschen und als ganzen Juden. Dieses Bekenntnis senden wir dir als ersten und letzten Gruß in dein Grab.“ "RnuHhallmaier München Thßaänevttr.lQ. rD® jjcmao]lanj3. mm