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Das jüdische Echo · 1918-12-27 · 52 (27.12.1918) · p. Seite 638

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
52 (27.12.1918)
Date
1918-12-27
Page
Seite 638 (sequence 6)
Language
German
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638 Du Jüdisch« Echo Nr. 52 Hntispmitfsmus, „Kurier“ und Bayerische Volkspartei. Fräulein Rahel Rabinowitz ersucht uns auf Qrund des § 11 des Preßgesetzes um Aufnahme folgender Berichtigung. Zu dem Artikel „Antisemitismus, Kurier und Bayerische Volkspartei“ in Nr. 50 des „J. E.“ vom 13. Dez. 1918: 1. Unrichtig ist, daß der Bayerische Kurier sich mich als „Eideshelferin herangeholt“ hat. v Richtig ist vielmehr, daß ich den fraglichen Aufsatz: „Der Jude als Ministerpräsident“ wie auch den zweiten Aufsatz: „Antisemitismus“ der Redaktion des Bayerischen Kurier aus eigener Initiative eingesandt habe, ohne von einem Mitglied dieser Redaktion oder von irgend sonst jemand dazu veranlaßt worden zu sein. Warum ich den Bayerischen Kurier wähle, habe ich in dem zweiten Artikel dargelegt. Dieser Sachverhalt mußte der Redaktion des „Jüd. Echo“ bekannt sein, da ich ihn selber Herrn Reich in einer von ihm in dieser Angelegenheit veranlaßten Unterredung mitgeteilt habe. 2. Unrichtig ist, daß mein Vater „auf der Reise in Frankfurt gestorben ist“. Richtig ist vielmehr, daß mein Vater im Jahr.e 1907 aus Abneigung gegen die durch die russische Revolution veranlaßten Zustände nach Frankfurt a. M. übersiedelt ist und daselbst bis zu seinem Tode seinen dauernden Wohnsitz gehabt hat. Meine Mutter lebt noch, jetzt in Deutschland. 3. Unrichtig ist, daß ich der i. V. verantwortlichen Redakteurin des „J. E.“, Fräulein Meta Moch, „versprochen hätte, mich „vor einem weiteren Hervortreten „mit u n s“ d. h. mit dem J. E. in Verbindung zu setzen. Richtig ist vielmehr, daß ich Fräulein Moch auf die Bitte hin die Zusage gegeben habe, mich für den Fall, daß ich noch etwas in jüdischen Angelegenheiten zu veröffentlichen Vorhaben sollte, mit Herrn Dr. Straus als dem Führer der hiesigen Zionisten zu beraten. Eine weitere Veröffentlichung beabsichtigte ich damals noch nicht, dieselbe ist vielmehr erst durch den Artikel in Nr. 48 des J. E. der von „faustdicker Lüge“ und „giftigster Verleumdung“ sprach und an meiner geistigen Gesundheit zweifelte, Veranlaßt worden. Wir haben die Berichtigung im vollen Wortlaut gebracht, obwohl sie teilweise über das Tatsächliche hinausgeht. Unser Urteil, sowie das unserer Leser über das Auftreten von Frl. Rabinowitz wird durch obige Ausführungen keineswegs erschüttert. Deutschösterreich und die Juden. An Stelle des alten Österreich ist die Volksrepublik Deutschösterreich getreten. Die bewährte Loyalität der Juden verbietet es ihnen, denjenigen heute Steine nachzuwerfen, denen sie gestern in Treue und Anhänglichkeit zugetan waren. Eben diese Loyalität gebietet ihnen aber, dem neuen Staate dieselbe Treue und Anhänglichkeit zu bewahren, sowie dessen Wohl zu wünschen und zu fördern. Deutschösterreich kann auf seine jüdischen Bürger jederzeit rechnen. Als demokratisches Element par excellence paßt sich die Judenheit der Neuordnung der Dinge an, die infolge der jüngsten Ereignisse eingetreten ist und sie wird sich bemühen, an der Konsolidierung und Stabilisierung der Verhältnisse mitzuwirken. Sie erwartet aber auch, daß der neue Staat seinem Namen und seinen Aufgaben gerecht und allen seinen Bürgern ohne jeden konfessionellen Unterschied alle Entwicklungsmöglichkeiten, Freiheit und Gerechtigkeit bieten wird. Freilich, wie bei jeder Gelegenheit, taucht auch schon jetzt in Deutschösterreich die Judenfrage in1 einer gewissen Form auf. Gelegentlich der Diskussion über das Gesetz, betreffend das deutschösterreichische Staatsbürgerrecht, wurde diese Frage im Nationalrate gestreift. Die näheren Details der Vorlage sind nicht genau bekannt: aber aus dem Verhandlungsberichte ist beiläufig zu ersehen, um was es sich eigentlich handelt. Der diesbezügliche Bericht lautet: „Hierauf wird das Gesetz über das deutschöstereichische Staatsbürgerrecht in Verhandlung gezogen. Berichterstatter Dr. Ofner legt den Inhalt der Vorlage dar und empfiehlt, sie der Ausschußberatung zuzuweisen. Abg. Wolf beantragt, im § 1 statt der Worte „sich zur deutschen Nationalität bekennen“ zu setzen „der deutschen Nationalität zugehören“. Zu § 2 beantragt er folgenden Zusatz: „In die Zeit, durch deren Ablauf gemäß § 2 des Gesetzes vom 5. Dez. 1896 der Anspruch auf Zusicherung der Aufnahme in den Heimatsverband erwoben wird, ist der Zeitraum vom 1. August 1914 bis zur Kundmachung dieses Gesetzes nicht einzurechnen. Insofern zum Antritt oder der Ausübung eines Gewerbes oder einer Beschäftigung die deutschösterreichische Staatsbürgerschaft erforderlich ist, muß die Zusicherung der Aufnahme in den Heimatsverband jener Gemeinde erlangt werden, in welcher das Gewerbe oder die Beschäftigung ausgeübt wird. Der Berichterstatter Dr. Ofner verweist darauf, daß die Frage, welcher Nationalität jemand angehöre, wenn man das Bekenntnis ablehnt, eigentlich in der Luft schwebe. Uber einige vom Abg. Wolf gemachte Ausfälle gibt er seinem Bedauern Ausdruck. Die Vorlage wird dem Justizausschuss zugewiesen.“ Es ist klar, daß hiebei die Staatszugehörigkeit der in Deutschösterreich zurzeit sich aufhaltenden Juden in Betracht kommt. Die Stellung Wiens als eines politischen und wirtschaftlichen Zentrums des Reiches brachte es mit sich, daß daselbst sehr viele Juden wohnen, die nach den anderen Kronländern der gewesenen Monarchie zu- KönigI. bayer. Lotterieeinnahme der Preuss.- Südd. Klassen-Lotterie A. Ostermaler. München Promenadepl. 12/1, Eing. durch d. Zigarrengeschäft Beginn der 12. (238 ) Lotterie mit Ziehung I. Klasse am 9. u. 10. Juli 1918, 2. Klasse am 13. u. 14. August 1918, 3. Klasse am 10. u. 11. Sept. 1918, 4. Klasse am 8. u 9. Okt. 19i8, 5. Klasse (Haupt- und Schlußziehungt beginnt am 8. Nov. und endet am 4. Dez. 1918. Lose In oroOer Auswahl sleis vorrätig. Preis für die 1. Klasse; für V« lU Va lU 5 10 20 40 M Bei den folgenden Klassen sind die Vorklassen stets nachzubezahlen.

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