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Das jüdische Echo · 1918-12-20 · 51 (20.12.1918) · p. Seite 626

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
51 (20.12.1918)
Date
1918-12-20
Page
Seite 626 (sequence 6)
Language
German
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626 Das Jüdisch« Echo Nr. 51 meine Meinung und sie lehnen eine solche Rechtfertigung auf Kosten anderer entschieden ab. Dies Ihnen und allen Mitgliedern Ihrer Vereinigung bekannt zu geben, halte ich für meine Pflicht. Hochachtungsvoll! Dr. H. Ehirentreu.“ * * # Der „Gesamtausschuß der Ostjuden Münchens“ veranstaltete am 8. Dezember eine ostjüdische Protestversammlung gegen die Pogrome und sandte folgende Entschließung der Versammlung mit Genehmigung des Ministeriums des Äußeren direkt an die Entente-Gesandten in Bern. „Voll tiefen Entsetzens über die ungeheuerlichen Verbrechen an der wehrlosen jüdischen Bevölkerung in verschiedenen Gebieten Osteuropas, vor allem in den polnischen Ländern, die ihren Höhepunkt im grauenhaften Lemberger Blutbad erreichen und erfüllt von der Besorgnis für alle ihre nahen Angehörigen in jenen Ländern bitten die heute versammelten Ostjuden Münchens, die Entente-Regierungen, die allein imstande sind, Hilfe zu bringen, dringend, zum Schutz der Bedrohten die in erreichbarer Nähe befindlichen Truppen zu entsenden. Leben und Eigentum der Juden in den polnischen Ländern schweben, soweit sie durch die polnischer Machthaber nicht schon bisher der Vernichtung ausgeliefert wurden, in höchster Gefahr. Wir hoffen zuversichtlich, daß die Entente-Regierung für schärfste Bestrafung der Schuldigen und für Sühneleistung in einer Weise sorgen werden, daß es künftig niemand wagen wird, die Menschenwürde durch das Verbrechen des staatlich organisierten Pogroms, wie es seitens der Polen verübt wurde, zu beschmutzen, und die es ausschließt, daß die Verdunkelungsversuche der polnischen Machthaber nach deren bekannten Methoden zum Erfolge führen.“ Zur Grenzsperre gegen ostjüdische Ärbeiter. Die deutsche Revolutionsregierung hat in den wenigen Tagen ihrer Wirksamkeit schon eine große Zahl von Verordnungen und Maßnahmen, die den Geist des alten endgültig zusammengebrochenen Regimes atmeten, mit energischem Federstrich beseitigt. Leider ist bis jetzt die Zurücknahme einer Verordnung noch nicht erfolgt, die nicht weniger als alle die anderen bereits beseitigten dem freiheitlichen Geiste, dem die neue Regierung in Deutschland Eingang zu verschaffen bemüht ist, zuwider ist und von dem gesamten Judentum als empörendes Unrecht empfunden werden muß. Wir meinen die noch nicht abgeschaffte Grenzsperre gegen ostjüdische Arbeiter. Bekanntlich war diese Grenzsperre eine doppelte: sie verhinderte einerseits ostjüdische Arbeiter nach Deutschland einzuwandern und hier die Arbeit aufzunehmen und verbot andererseits solchen ostjüdischen Arbeitern, die bereits in Deutschland Arbeit gefunden hatten, im Falle eines Urlaubes nach der Heimat die Rückreise nach Deutschland. Diese letztere Verordnung ist bereits auf Vorstellungen von zionistischer Seite hin von der alten Regierung als unhaltbar wieder rückgängig gemacht worden. Dagegen waren alle Bemühungen um die Rückgängigmachung der ersteren Maßnahmen vollständig erfolglos geblieben, so daß bis heute Deutschland für Ostjuden gesperrt ist. Die neue Regierung muß dieses schmähliche Erbteil des äliten Systems schleunigst aus der Welt schaffen und damit der reaktionären alldeutschen Grenzsperrepolitik, unter der die deutschen Juden während des Krieges als unter einer ihre Gleichberechtigung aufhebenden und ihre Ehre schwer verletzenden Vergewaltigung litten, endgültig und energisch den Boden entziehen. Weitere Proteste gegen die Pogrome. Der Jüdische Frauenbund hat Wege gesucht, den Papst zu veranlassen, den polnischen Katholiken ein Wort gegen die Pogrome in Polen zu sagen, und ferner folgenden Funkspruch an Herrn Wilson abgesandt: „An Herrn Wilson, Präsident der Vereinigten Staaten, Washington. Der Jüdische Frauenbund, die Zusammenfassung von 45 000 deutschen Jüdinnen bittet Herrn Wilson seine Aufmerksamkeit den grauenvollen Massakers zuzuwenden, die in der letzten Zeit, in vielen Orten Polens und in Lemberg besonders reiche Opfer fordernd, an der jüdischen Bevölkerung verübt worden sind. Diese Morde an wehrlos gemachten Menschen um ihrer Herkunft und ihres Bekenntnisses zum Judentum willen, sind schauerliche Rückfälle in mittelalterliche Methoden, auf deren Abstellung hinzuwirken wir jüdischen Frauen Sie, Herr Präsident, als modernen Verkünder und Schützer der Menschenrechte herzlichst bitten. Für den Jüdischen Frauenbund Deutschlands, gez.: Bertha Pappenheim. Vorsitzende.“_ J.A.Henckels Zwillingswerk MÜNCHEN Theatinersftraße Nr. 8 Erstklassige Stahlwaren ••••••••••••••••••••••••••••< VERLANGEN SIE TELEFON 9319 ßeraiung und vermlung von Verslcbenwgen Grimmstr. 4/I. E. CAHN.

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