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Das jüdische Echo · 1918-12-13 · 50 (13.12.1918) · p. Seite 616

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
50 (13.12.1918)
Date
1918-12-13
Page
Seite 616 (sequence 8)
Language
German
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616 Das Mische Echo Nr. 50 der ganzen Welt. Bitten sofort alle Maßnahmen zum Schutze der Juden ergreifen.“ „Fürbischof Sapioha, Rriakau. Jüdischer Nationalrat für Deutschösterreich protestiert aufs schärfste gegen Unmenschlichkeit der Polen gegen Juden und gegen die Beteiligung der polnischen Geistlichkeit an der Volksverhietzung. Die Pogroms schänden die Ehre des christlichen Polenvolkes vor der ganzen Well Bitten dringend mit allem Einfluß entgegenzuwirken.“ Pogromagitation in Deutschland. In Berlin und in anderen deutschen Großstädten wird gegenwärtig eine gefährliche antisemitische Agitation in Form von Zeitungsartikeln und Flugblättern betrieben. Um eine Vorstellung von der Art dieser Propaganda zu geben, veröffentlichen wir im Folgenden den Wortlaut eines der auf rotem Papier gedruckten Flugblätter, die gegenwärtig in Berlin große Verbreitung finden. Das Hetzflugblatt lautet: Ende des Militarismus — Anfang der Judenherrschaft! 50 Monate haben wir an der Front gestanden, jetzt kehren wir hieim und hofften auf Grund der letzten Ereignisse ein freies Deutschland mit einer Volksregierung an der Spitze zu finden. Was bietet man uns? Eine Judenherrschaft! Die Beteiligung der Juden an den Frontkämpfen war gleich Null. Ihre Beteiligung an der Regierung beträgt jetzt schon 80 Prozent. Die Verhältniszahl der jüdischen Bevölkerung zur Gesamtbevölkerung ist P/2 Prozent. Augen auf! Kameraden, Ihr kennt die. Blutsauger. Kameraden, wer hat sich freiwillig zur Front gemeldet? Wer hat am meisten da draußen im Dreck gesessen? — Wir. Wer hat sich daheim in die Kriegsgesellschaften hineingedrängt? — Die Juden. Wer hat in den Kantinen und Schreibstuben gesessen? — .Die Juden. Welche Ärzte haben ihre Glaubensgenossen vor dem Schützengraben geschützt? Wer hat uns, trotzdem wir zerschossen waren, immer Wieder k. v. geschrieben? Diese Leute regieren uns also. Sollen sie unsere Zukunft bestimmen? Leute wie Haase, Dr. Kurt Eisner, Hirschi, James Simon, Bernstein, Dr. Rosenfeld, Schlesinger, Emanuel Wurm, Cohn, Dr. Bresin, Katzenstein, Dr. Weyk Landsberg usw. haben die Regierung an sich gerissen. Auch in den Soldatenräten führen die Juden das große Wort und das Regiment. Vier Jahre lang haben sich diese Leute von der Front gedrückt. Am 9. November hatten sie die Courage, mit der Flinte in der Hand uns Frontsoldaten die Kokarden, Achselklappen und Ehrenzeichen herunterzureißen. Kameraden, wir wollen als ein freies Volk auch selbst bestimmen und von Männern unseres Volkes regiert sein. Welch schlechtes Gewissen diese Leute haben, zeigt die Mitteilung des Herrn Landau auf einer Versammlung der jüdischen Zionisten im Lehrer - vereinshause am Alexanderplatz, indem er sagte, daß er Gelegenheit gehabt hätte, in das Material Einsicht zu nehmen, das von judengegnerischer Seite während des Krieges gesammelt worden sei. Eine Veröffentlichung dieses Materials würde dazu geführt haben, daß man die Juden auf den Straßen totgeschlagen hätte. Er bedauerte, daß sie (die Juden) den Anlaß zu diesem Material* gegeben hätten und ermahnte zu tiefer Dankbarkeit der Sozialdemokratie gegenüber, deren Sieg die einzige Rettung der Juden in Deutschland gewesen wäre. Deswegen ist die Einberufung der Nationalversammlung dringend notwendig, um Männer unseres Volkes und unserer Gesinnung in die Regierung hineinzubringen. Unser Losungswort muß sein: Deutschland den Deutschen. Wer mit den schandmäßigen Zuständen nicht weiter einverstanden ist, der schreibe sofort an: (folgen die Adressen eines Eisenbahnpioniers Jos. Knauer, eines Armierungssoldaten Joseph Pelzer, eines Minenwerfers Erich Kamrath.). Protest des Jüdischen Nationalrates für Deutsch - Oesterreich. Aus Wien wird uns telegraphisch berichtet: Der Jüdische Nationalrat hat beim Staatskanzler Renner und beim Staatssekretär Kaub, welcher vor kurzem die Angelobung jüdischer Militärärzte für den deutsch-österreichischen Staat verweigert T?auilhallm< euer München Th&atiner&r.lö. J^owcollanjQ.

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