Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 48 (29.11.1918)
- Date
- 1918-11-29
- Page
- Seite 588 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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588 Das Jüdisch« Echo Nr. 48 die Ausarbeitung einer Wahlreform in demokratischem Sinne und Vorlage des Entwurfes innerhalb vier Wochen; der Kültusvorstand ist verpflichtet, den Entwurf gleichfalls innerhalb vier Wochen zu verabschieden; 3. obliegt dem Ausschuß die Besorgung aller Agenden, welche sich aus der momentanen Lage ergeben. Seitens des Jüdischen Nationalstes wurden in diese Kommission delegiert die Herren Dr. Josef Auerbach, Dr. Karl P o 1.1 a k und Dr. Leopold Plaschkes. Diese drei Herren wurden mit der ausdrücklichen Bestimmung, daß ihr Amt ausschließlich die Permanenzkommission sei, in den Vorstand kooptiert. Beschlüsse der jüdischen Gründungsversammlung Judäas. Über den allgemeinen Verlauf der Verhandlungen der Jüdischen Gründungsversammlung Judäas, die in Jaffa vor der englischen Besetzung Galiläas getagt hatte, erhalten wir folgende ergänzende Mitteilungen: Die Fragen der Tagesordnung waren: Sprache und Kultur, Gerichtswesen, Organisation und Konstituante. Die Beschlüsse bez. der Kulturtätigkeit und des Gerichtswesens haben wir bereits hier veröffentlicht. Eine lebhafte Meinungsverschiedenheit ergab sich) in der Organisationsfrage und bei der Bestimmung des Wahlmodus zur' Konstituante. Diejenigen Beschlüsse der Versammlung, die nicht die erforderliche Zweidrittel-Majorität der Stimmen für sich hatten, wurden für das gewählte Vollzugskomitee als nicht bindend erklärt. Dieses beschloß später, daß die Frauen das aktive und passive Wahlrecht genießen. Das aktive Wahlrecht besitzt also jeder Mann und jede Frau, die über 20 Jahre alt sind und hebräisch zu lesen und zu schreiben verstehen. Das passive Wahlrecht besitzen nur jene Männer und Frauen, die über 25 Jahre alt sind und hebräisch schreiben, lesen und sprechen können. Je 200 Personen, ebenso wie jeder Kolonisationspunkt, wenn er auch weniger als 200 Seelen zählt, entsenden einen Delegierten. 80 Wähler einer Stadt haben das Recht, eine besondere Wahlgruppe zu bilden. Der Überschuß aus solchen Wahlgruppen darf sich mit Bruchteilen derselben Richtung in anderen Städten vereinigen, so daß ein Kandidat gleichzeitig für mehrere Kolonien aufgestellt werden kann. Die Wahlen finden alle gleichzeitig im ganzen Lande statt und dauern einen Tag. Der so zu wählenden Konstituante wird folgende Tagesordnung vorgeschlagen werden: 1. Festlegung der Organisationsformen, wie der legislativen und exekutiven Organe der Judenheit Palästinas. 2. Festlegung des Modus der gemeinsamen Tätigkeit der Organisation der palästinensischen Judenheit und der Zionistischen Weltorganisation. 3. Die Wiederherstellung der vom Kriege ruinierten Wirtschaften. 4. Erziehung und Sprache. 5. Literatur und Kunst. 6. Die Erweiterung der landwirtschaftlichen Kolonisation. 7. Die Förderung der Industrie und Produktion. 8. Arbeitsfragen. 9. Wohlfahrt und öffentliche Fürsorge. 10. Gerichtswesen und 11. Volksgesundheit. Die Versammlung setzte einen 17-gliedrigen Provisorischen Waad (Waad Smani) und einen 10-gliedrigen Exekutiv-Waad (Waad Hapoel) ein, denen die Leitung der jüdischen Angelegenheiten Judäas bis zur Einberufung der Konstituante und die Vorbereitung der Konstituante obliegt. Die Mitglieder des weiteren Waad Smani sind: A. Eisenberg, S. Guttmann (Sch. Ben-Zion), M. Gißin, E. Hooffien, Ing. M. Winnik, Dr. N. Turow, Agronomin Rachel. Janaith, D. Lubmann, D. Leibowitsch, T. Müller, M. Smilansky, Dawid Swerdlow, A. Friedmann, Stampfer, A. Efrati, Seiger und Gold. Die Mitglieder des engeren Waad Hopoel sind: A. Eisenberg, D. Jsmosik, E. Berlin, S. GI;us>.kin, Agronom J. Wilkanski, Dr. J. Thon, Bezalel Jaffe. M. b. Hillel. Hakohen, M. Meirowitz und J. Sprinzak. Rabbinerwahl in München. In seiner Sitzung vom 24. November 1918 hat der Wahlausschuß der Kultusgemeinde München die Rabbinerwahl vollzogen. Gewählt wurde mit sämtlichen Stimmen Dr. Leo B a e r w a 1 d. Eine Bewerbung anderer Kandidaten hatte nicht stattgefunden. Dr. Baerwald ist geboren am 20. September 1883 in Saaz (Böhmen), als Sohn des dortigen Rah- Königl. bayer. Lotterie« einnahme der Preuss.- Siidd. Klassen«Lotterie A. Ostermaier, München Promenadepl. 12/1, Eing. durch d. Zigarrenges.chäft Beginn der 12. (23S ) Lotterie mit Ziehung I. Klasse am 9. u. 10. Juli 1918, 2. Klasse am 13. u. 14. August 1918, 3. Klasse am 10. u. 11. Sept. 1918, 4. Klasse am 8. u 9. Okt. 19.8, 5. Kiasse (Hauptuna Schlußziehungl beginnt am 8. Nov. und endet am 4- Dez. 1918. Lose in orofler Auswahl stets vorrätig. Preis für die 1. Klasse: für l/„ l/4 Va */i Ä . 5 10 20 40 M Bei den folgenden Klassen sind die Vorklassen stets nachzubezahlen. $tünd?ner Üteuefte 0ta<fcnd?ten (kröpfe, tägl2mat erfd?einenbe 3eitung ©üb* unb 3Jtitte(beutfcf)* lanbd. &auffräftiger£eferfrei$ unb über ©eutfd)tanb*k9renscn hinauf gef)enbe Verbreitung, ©rojjerfauf* männ.u.getDerbl.©feffentnarff Slnerfanrtf fet)r erfolgreich für Slnseigen aller Slrt. älnseigen* preiä unb Jtadjtajj nad) Xarif. :8esug$pre;$ monatl. 3JIT.2. — bei allen beuffd)en pojlanftalten D^-£ägti(f)e31uftage 2mol 160 oooßiemplarc/Übet V2 2JliliionIefer ~9a f