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Das jüdische Echo · 1918-11-29 · 48 (29.11.1918) · p. Seite 586

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
48 (29.11.1918)
Date
1918-11-29
Page
Seite 586 (sequence 10)
Language
German
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586 Das Jüdisch« Echo Nr. 48 Österreichs in Verbindung gesetzt und sich ihm vollständig zur Verfügung gestellt. Kr hat auch mit den in der Sch.we.iz bestehenden ukrainischen Bureaus Kühlung genommen, um wenigstens für Ostgalizien Sicherheit und Ruhe zu erlangen. Weitere Maßnahmen stehen bevor,“ * * * In der Berliner Protestversammlung, über die wir bereits berichteten, wurde folgende Kntschliel.hmg angenommen: ..Bie von der Berliner Zionistischen Vereinigung und der .iiidisch-sozialdemokratischen Arbeitergruppe Poale-Ziou in die Philharmonie und in die Sophiensäle einberufenen jüdischen Massenversammlungen vom 25. November 1918 haben mit Kmpörimg und tiefem Schmerz von den entsetzlichen Pogromen in Wiestgalizien und Polen Kenntnis genommen, in denen eine seit Jahrzehnten getriebene antisemitische Hetze ihren verwerflichen Ausdruck findet. Das seit Jahrhunderten unter Fremdherrschaft lebende polnische Volk hat die Stunde seiner Befreiung durch Haß, Vergewaltigung und Mord beflecken lassen. In enger Verbundenheit mit unseren jüdischen Brüdern rufen wir die gesamte Kulturwelt, die Demokratie und das sozialistische Proletariat Polens auf, der Schmach ein Bilde zu bereiten und die Ansprüche der polnischen Judenheit auf bürgerliche und nationale Gleichberechtigung anzuerkennen und zu verwirklichen. Die auf den Grundsätzen der Freiheit und Demokratie neu errichtete Welt darf das Verbrechen der Unterdrückung und Vergewaltigung der Juden nicht mehr dulden. Die polnische Demokratie darf sich nicht durch tatenlose Gleichgültigkeit an dem Verbrechen mitschuldig machen, das ihre eigene Freiheit entweiht.“ Der Kampf um die jüdische Gemeinde. Wandel in der Berliner Jüdischen Gemeindeverwaltung. Am 19. November standen die Wahlen in die Repräsentanz der Berliner Jüdischen Gemeinde in Aussicht. Diese Wahlen hätten noch nach dem alten, seit Jahren von den Zionisten scharf befehdeten Wahlrecht stattfinden müssen. Mit Rücksicht auf die Neuordnung der Dinge in Deutschland hat nunmehr eine Konferenz stattgefunden, die vom Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde einberufen war und von Vertretern der an den Wahlen sich beteiligenden Organisationen beschickt wurde. Die Verhandlungen leitete der Vorsitzende des Berliner Gemeindevorstandes, Herr Geheimrat Stern; weiter war mit anderen Herren auch d!er Syndikus der Gemeinde, Herr Justizrat Lilienthal anwesend. Von zionistischer Seite nahmen an dieser Konferenz das Mitglied des Zentralkomitees. Herr Dr. Klee und Herr Dr. Witkowsky teil. Vertreten war weiter die liberale Vereinigung, der konservative Zentralverein für die Interessen der Berliner Jüdischen Gemeinde, der „Verein zur Krhaltung des überlieferten Judentums“ und der Verband der Synagogen vereine von Groß-Berlin. Ks wurde eine Vereinbarung mit dem Vorstand der Gemeinde daliin getroffen, daß die Wahlen fortfallen, daß sofort die Statuten der Gemeinde dahin geändert werden, daß in Zukunft auf Grund des allgemeinen, gleichen, direkten, geheimen Proportionalwahlrechts aller über 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Juden Berlins gewählt werde. Von den Gemeindevorstehern wurde zugesagt, die Statutenänderung so zu beschleunigen, daß die Wahlen schon in einigen Wochen stattfinden können. Von zionistischer Seite wurde ferner das Verlangen , ausgesprochen, daß die zurzeit noch in der Repräsentanz verbleibenden und nicht zur Wahl stehenden liberalen Mitglieder des Kollegiums freiwillig ihre Ämter niederlegen, damit auch über diese Posten in der Neuwahl entschieden werde. Kirne durchgreifende Änderung der gesamten Statuten der Gemeinde soll der auf Grund des neuen Wahlrechts gewählten Gemeindevertretung Vorbehalten bleiben. Die zionistischen Vertreter wiesen darauf hin, daß sie ein umfangreiches politisches, wirtschaftliches und soziales Programm durchgeführt wünschen. Eine jüdische Manifestation in Krakau. Der in Krakau erscheinende „Nowy Dziennik“ berichtet unter dem 7. November: Di,e ganze Judenheit Krakaus! strömte heute Vormittag auf die Straßen. Im jüdischen Viertel ruhte jede Arbeit. Der Arbeiter ging von seiner Werkstätte, die Kaufleute schlossen ihre Geschäfte, das ganze indische Volk von Krakau .•jaä (» \ "ßiuThallmaier München Thßatinßvttr.tö. /

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