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Das jüdische Echo · 1918-11-22 · 47 (22.11.1918) · p. Seite 572

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
47 (22.11.1918)
Date
1918-11-22
Page
Seite 572 (sequence 8)
Language
German
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572 Das Jüdisch« Echo Nr. 47 IVA r wünschen. Wenn irgend ein Volk Zentraleuropas Begier zur Unordnung herrschen läßt, wird die Westdemokratie unfähig sein, etwas für die Förderung ihres Wiederaufbaues zu tun, sie wird nur fähig sein, in Geduld und gezwungener Untätigkeit zu warten auf die Wiederherstellung der Bedingungen, welche für den Fortschritt des Friedens die Tür öffnen.“ Aus dem Haag wird vom 15. Nov. telegraphiert: Trotzdem abgesehen von der Tagespresse zahlreiche aus Galizien in Holland eingetroffene Privatbriefe entsetzliche Tatsachen über die von polnischer Seite verübten Judenpogrome melden, dementiert das polnische Korrespondenzbureau im Haag alle Nachrichten über die Ausschreitungen von polnischer Seite und1 bezichtigt vielmehr die jüdische Öffentlichkeit der Beschimpfung des jungen demokratischen polnischen Staates. Selbstverständlich hat das polnische Dementi in maßgebenden Kreisen keinen Glauben gefunden. Auf Ersuchen des holländischen Staatsrates Oppenheim hat der holländische Minister des Auswärtigen sowie der Gesandte der Vereinigten Staaten die Ententeregierungen über die Pogromnachrichten informiert. Die Zionistische Organisation, sowie der Oberrabbiner Onderwyzer in Amsterdam ersuchen telegraphisch den Präsidenten Wilson, seinen Einfluß aufzubieten, um weitere Pogrome zu verhindern. Eine am 14. November in Amsterdam einberufene Protestversammlung gegen das empörende Vorgehen der Polen gegen die jüdische Bevölkerung war trotz der Revolutionsstimmung von Tausenden besucht. Auch nach Rotterdam wurde eine große Protestversammlung einberufen. Eine hebräische Schule in Stuttgart. Aus Stuttgart wird uns geschrieben: Auch bei uns bricht sich immer mehr der Gedanke Bahn, daß im jüdischen Lager schon „der Worte genug gewechselt ward“ und daß es nunmehr wirklich Zeit ist, zu praktischer, fruchtbarer Arbeit für unser Volk und seine Zukunft überzugehen. Vor allem aber zu derjenigen Arbeit, von der unsere ganze Voiksexistenz abhängt — zu einer rationellen nationalen Erziehung unserer heranreifenden Jugend. Daß die wenigen Religionsstunden, auf die bisher die hiesige jüdische Jugend größtenteils angewiesen war, es nicht zu tun vermochten, ist leider mehr als wahr. Und so wurde hier vor kurzem, dank der Tätigkeit einiger opferwilliger Herren, ein Verein gebildet, der am Kern und Wesen unserer traditionellen Talmud- Toras festhaltend, dieselben der Neuzeit und deren Methoden anzupassen sich als Ziel steckte. — Die erste Tat des Vereins war deshalb die Gründung einer hebräischen Schule, in der bereits mehr al!s 50 Kinder verschiedenen Alters einen modernen (nach dem Ibrith-Beibrith-System), aber unserer alten religiösen Tradition in vollem Maße Rechnung tragenden Unterricht erhalten. Gründlicher sprachlicher Unterricht, Geschichte des jüdischen Volkes, Palästinakunde, Bibel und Talmud sollen die weitgehendste Pflege in der Schule finden. Dazu kommen noch allwöchentlich Vorträge des Leiters der Schule, die unsere Kinder für eine verständnisvolle Einsicht in die großen Bewegungen der letzten Jahrzehnte vorbereiten sollen. — Da auch die Eltern diese Vorträge besuchen, so hoffen die Gründer, daß sich hier die Schule allmählich zu einem geistigen Mittelpunkt entwickeln wird, Auch das Äußere der Schule soll im vollen Einklang mit den Forderungen unserer Zeit stehen. Das Mitglied des Vorstands, Herr Cigarettenfabrikant J. Pilnik hat in großzügigem Opfermut die vollständige Einrichtung der Schule, nach dem letzten Worte der pädagogischen 1 echmk, auf sich genommen. Auch von anderen Mitgliedern fließen der Schule reichliche Spenden zu — was nicht nur als ein Zeichen des Verständnisses für deren Notwendigkeit in der Gegenwart, sondern auch als eine Bürgschaft für die Zukunft zu begrüßen Möge es der Schule vergönnt sein, begeisterte und starke Juden zu erziehen, wirkliche Juden! Aus der jüdischen Welt Deutschland. Die Jüdiscbie Sozialdemokratische Arbeiterorganisation Poale Zion veranstaltete in den Logen- Festsälen in Berlin ihre erste öffentliche Massenkundgebung nach der Revolution. Der Hauptredner S. Rubaschow sprach über „Die Gegenwartsaufgaben des jüdischen Sozialismus“. Er zeichnete die Entwicklung des Sozialismus unter den Juden. Die sozialistische Bewegung des Poale-Zionismus (Zionistische Arbeiterbewegung) erscheint als die reifste Entwicklungsstufe des jüdischen Sozialismus. Verschiedene Redner protestierten gegen die Pogromhetze in Polen. Nach dem Schlußwort des Referenten wurde eine Resolution angenom- ■ 3rof)e Stunbett können Sie fid) jeöe 3!3odie bereiten burd) regelmäßiges £e[en ber ii n d) n c r 99 ' " “ Surbenprädjtige 31$Übergaben ber 313erhe äeitgenöffifdjer SHinftler, portrcfflid)e litera* rifdje Beiträge unb in ber aktuellen Beilage eine 93eleud)tung ber politifdjcn Vorgänge finb bie ^muptüorjiige biefer meltbekannten 3J3od)enfd)rift. 33ierteljat)respreis: . . . . 2K. 7 50 33caug burd) bie 3=elbpo[t: . . 9DL 8 — in ftarkerOrolle unmittelbar uom Verlag:.9JL 9.50 3$robebänbe (5 ältere Sttummern in Umfdjlag entßaltenb) . . 9Jt. 1.50 (Singelne Olummer: .... 70 ^3fg. 3111c 33ud)= unb 3eitfd)riftenl)anbl., forme ber -oerlag neunten 3$eftcllungen an. 2JerIagber„3ugenb* ^ündjen / C e ff i n g ft r a fe e 1 ■As"';- ^908912467 38 373 495301020201530053010202020000010153233200020001

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