Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 47 (22.11.1918)
- Date
- 1918-11-22
- Page
- Seite 571 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9072829-9102973-9138420--02458-9075280- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
h {^(f U, rät si i^rf 23 *k w terü a & ij,^ '«.toiö *- f: *7=c SÄi 1 Jtrt^ ia im bciirjüti crc jol & VoJksj 3B! tsa tijK; «e n! 2 .tes sch aaSästjj a acadiäe: Streri! ü; ie t iSatr «ärEafeciFs ■ ifflßnni rt vsse: vir, öfr ükaoac ck' z drj^eaista atrk £s£s rttb oBBäci ls in Sac- «V***0.6® •**«IgS* **££25*» *21*5* a**1? SS*""** A#f cip£L . Vsäric ^uaa ',. jj-jsn * 1 0#.* fei-iv' *>& Nr. 47 Das Jüdisch« Echo 571 gen Dank entgegen, und aufs wärmste danken sie der englischen Regierung für ihre Sympathie ihr aufrichtiges Interesse und die ihrer schweren Aufgabe gewährte Unterstützung. Israel wird in seine Heimat zurückkehren, um dort ein glückliches Leben zu führen. Die Tage der Heimatlosigkeit, Verfolgung und Sklaverei sind vorüber Palästina wird ein Zentrum nationaler Tradition jüdischer Kultur und Wissenschaft werden. Schon jetzt ist Hebräisch zu einer lebendigen Sprache geworden, die man in allen jüdischen Kolonien hört. Die Schaffung der jüdischen Universität ist ein fait accompli, und aus allen Teilen der Welt werden unsere jungen Leute ihr Zuströmen. In ihrer Freude gedenken sie aller, die gleich ihnen die Anerkennung ihrer besonderen Rechte erwarten. Den Arabern und Armeniern senden sie ihre freundschaftlichen Wünsche. Sie wissen, daß die Losung Englands und seiner Verbündeten im Weltkriege die Befreiung der kleinen Nationen ist. Getreu seiner stets bewiesenen Duldsamkeit und Gerechtigkeit hat England formell erklärt, daß dieser Krieg nicht zu Ende gehen soll, bevor das größte Unrecht, das Unrecht an dem heimatlosen jüdischen Volk, wieder gut gemacht ist. Frankreich, getreu seinem Grundsatz von der Anerkennung der Menschenrechte, demzuliebe es die größten Leiden ertragen hat, sympathisiert mit der jüdischnationalen Bewegung und gewährt ihr seine volle Unterstützung. Italien, auf dessen Einigung und Wiedergeburt das Erwachen des nationalen Bewußtseins gefolgt ist, begrüßt freudig die Wiedergeburt des jüdischen Volkes und erkennt seine nationalen Rechte an. Amerika, gemäß seinen hohen Idealen der Duldung und Gleichheit, das so oft unseren leidenden Brüdern Schutz gewähren mußte, hat durch den Präsidenten Wilson sein tiefesl Interesse am Izionistischen Werk ausgedrückt und in seine Kriegsziele das Recht der Juden auf ein freies Volksleben in Palästina mitaufgenommen. Ein neues, glorreiches Kapitel unserer Geschichte hat begonnen. Mit Englands und seiner Verbündeten Hilfe sehen wir vertrauensvoll der Zukunft einer Hoffnung entgegen, die an dem uns unvergeßlichen 2. November 1917 wiedergeboren wurde. Englische Stimmen. Der 2. November, der Jahrestag der britischen Erklärung zugunsten des Zionismus, wurde von der gesamten Judenheit Englands als nationaler Festtag gefeiert. In London fand an diesem Tage im Opernhause eine große zionistische Demonstrationsversammlung statt. Professor Weizmann und eine Reihe britischer Staatsmänner traten als Redner auf. In den anderen jüdischen Zentren Englands und Schottlands fanden am gleichen Tage ebenfalls Festversammlungen statt. Im ganzen Lande wurden aus diesem Anlaß Festgottesdienste abgehalten. Für die zionistischen Zwecke, namentlich für den Palästinawiederaufbaufond, wurden gelegentlich des Festtages große Sammlungen durchgeführt. Lord Robert Cecil. Vize-Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten und Mitglied des Parlaments, hat am Jahrestage der englischen Regierungserklärung die folgende Botschaft gesandt: Inmitten des Mord- und Vernichtungswerkes dieses Krieges steht die zionistische Bewegung als ein großes Streben nach praktischem Idealismus da. In seinem Gelingen liegt ein Versprechen nicht nur für das jüdische Volk, sondern für die gesamte Weltkultur. Möge ihm weiterer Erfolg beschieden sein, und möge ihm immer mehr die Gunst Gottes und der Menschheit zu Teil werden. Der frühere Staatssekretär, Herbert Samuel, schreibt: Die Geschichte Palästinas erstreckt sich über Tausende von Jahren voller Wechselfälle, aber die soeben verstrichenen zwölf Monate werden sicherlich in dieser langen Geschichte von besonderer Bedeutung bleiben. Sie begannen mit einer politischen Erklärung durch die englische Regierung, die von den alliierten Mächten unterstützt wurde, von der großen Mehrzahl der Juden aller Länder mit Begeisterung und Dankbarkeit aufgenommen wurde und die Aussicht auf Erlösung des alten Landes von Trübsal und Unterdrückung sowie auf das Wiedererstehen einer wirksamen und eigenartigen Kultur auf dessen Boden eröffnete. Sie enden mit einem völligen militärischen Sieg, welcher die Erfüllung des mit der Erklärung gegebenen Versprechens nicht nur möglich, sondern sicher macht. In der Zwischenzeit hat die zionistische Kommission, der dank der Energie und dem Takt ihrer Leitung Erfolg beschieden war, durch ihre Tätigkeit an Ort und Stehle mit der Lösung vieler Probleme begonnen, die sich darbieten und die eines nach dem andern überwunden werden müssen. John Bright schrieb 1848: „Die Freiheit ist unterwegs, und dieses Jahr verspricht ein großes Jahr in der europäischen Geschichte zu werden." Siebzig Jahre später können wir diese Worte wiederholen und diese Verheißung auf die Geschichte nicht nur Europas, sondern auch Palästinas und schließlich der ganzen Welt anwenden. Marquis o f C r e w e sandte die folgende Botschaft: Der jüngste große Sieg in Palästina, der einen Triumph der klugen Strategie und der Tapferkeit vieler Völker, die unter den englischen Fahnen kämpfen, bedeutet, bezeichnet die erste Wiederkehr des Tages der britischen Regierungserklärung. Wir hoffen, daß das Vaterland des jüdischen Volkes, dem dieses als seiner Heimat entgegensieht, für immer gesichert ist. Protest gegen die Judenpogrome in Polen. Vom „Jüdischen Preßbureau“ in Stockholm wird uns telegraphiert: Das britische Ministerium des Äußern veröffentlicht am 15. November nachstehende Erklärung: „Nachrichten über antisemitische Pogrome in Warschau erreichten Sr. Majestät Regierung. Sollten die Berichte über Pogrome sich al's wahr erweisen, dann kann die englische Regierung nur in schärfster Weise zu solchen Zwischenfällen Stellung nehmen. Solche Zwischenfälle sind eine Ermutigung für die Elemente der Unordnung und Gewalt, welche bereits das Leben jeder Bevölkerung zwischen Rhein und Wolga bedrohen. Der eben erreichte Freiheitssieg wird von wenig Bedeutung sein, falls die Welt sehen müßte!, daß die Herrschaft der eben vernichteten Gewalt wieder eingesetzt wird in einer anderen Form, die in nicht weniger abstoßendem Gegensatz zu den Prinzipien der Freiheit steht. Die Alliierten und die Vereinigten Staaten sind bereit, ihre ganzen Kräfte dem Wiederaufbau der ökonomischen Grundlagen der Ordnung und des zivilisierten Lebens zu widmen — aber allein jener Länder, welche durch Handlungen zeigen, daß sie Ordnung und Zivilisation