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Das jüdische Echo · 1918-11-01 · 44 (1.11.1918) · p. Seite 536

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
44 (1.11.1918)
Date
1918-11-01
Page
Seite 536 (sequence 8)
Language
German
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536 Das indisch« Echo Nr 44 Polen. Nationale Unterdrückung der Juden In Polen und Galizien. Dem Jüdischen Korrespondenzbureau in Bern wird gedrahtet: In Polen lind Galizien wurden sämtliche Versammlungen der jüdischen Bevölkerung, die auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes nationale Rechte fordern, mit aller Strenge verboten. Die Konstituierung eines jüdischen Nationalrates in Galizien wurde von den dortigen Behörden verhindert. Die Erregung der jüdischen Massen ist sehr groß. Viele jüdische Körperschaften wandten sich durch neutrale Vermittlung an den Präsidenten Wilson mit der Bitte um Schutz der nationalen Rechte der Juden in Polen und Galizien. Die Aufhebung der indischen Geineindewahlen in Warschau. Das Jüdische Korresoondenzbufeau in Bern berichtet: Mitte dieses Monats sollten die Wahlen zur Warschauer jüdischen Gemeinde stattfinden. Das Interesse der indischen Bevölkerung an den Wahlen war außerordentlich groß und eine überaus lebhafte Wahlagitation der verschiedenen Parteien war in vollem Gange. Infolge des im Organisationsstatut vorgesehenen demokratischen Wahlrechts hätten die Wahlen mit Sicherheit zu einer Niederlage der bisher herrschenden kleinen assimilatorischen Partei geführt. Im letzten Augenblick ist es nun den Polen, die keine nationale Repräsentanz der Warschauer Judenheit wünschen, im Verein mit den Assimilanten gelungen, die Wahlen zu verhindern. Die polnische Regierung wandte sich zunächst offiziell an die deutsche Verwaltung mit dem Ersuchen, die Wahle« gegenwärtig nicht stattfinden zu lassen. Die deutsche Verwaltung lehnte diese Forderung ab. worauf der Vorstand der Warschauer iiidischen Gemeinde, der die Wahlen auszuschreiben hat. unter dem Druck der Polen die Verlegung der Wahlen auf unbestimmte Zeit beschloß. Da es bekannt ist. daß die Polen entschlossen sind, das von der deutschen Verwaltung erlassene Organisationsstatut der jüdischen Gemeinden in den wesentlichsten Punkten umzugestalten, so bedeutet der Beschluß des Warschauer Gemeindevorstandes die Verhinderung der Demokratisierung der Warschauer jüdischen Gemeinde. Die Haltung der Polen und der mit ihnen verbündeten Assimilationspartei, bedeutet somit ein neues Attentat auf die elementarsten Rechte der polnischen Judenheit. In allen demokratisch-nationalen jiid. Kreisen Warschaus herrscht eine außerordentliche Erregung über den unerwarteten Beschluß des Gemeindevorstandes. Zahlreiche Protestversammlungen der Zionisten, der Volkspartei und der sozialistischen Arbeiterpartei haben bereits stattgefunden. Um doch eine Repräsentanz der polnischen Judenheit zu schaffen, sind gegenwärtig Verhandlungen zwischen den nationalen und demokratischen jüdischen Parteien im Gange, die die Bildung eines jüdischen Volksrates bezwecken. Judenhefze in Polen. Der „Havnt“ vom 14. Oktober berichtet, daß am Sonntag in der Stadt zwei Pogromproklamationen angeklebt worden seien. In der einen, von der ..Befreiungsarmee“ unterzeichnet, heiße es: „Aufgehetzt durch jüdisches Geld, versuchen die polnische S. D. und der jüdische Bund in Polen, den banditischen Bolschewismus zu organisieren . . . Sie rühmen die „internationale Diktatur des Proletariats“ als gerechte Macht . . . Polen versteht, was die Jud^n damit wollen, was das zentrale Arbeiterkomitee der polnischen sozialdemokratischen Parteien und ähnliche Organisationen bezwecken, in denen kein einziger polnischer Arbeiter ist . . . Die Juden sind vorsichtig, sie wissen, daß das ganze polnische Volk durchdrungen ist vom Hasse gegen ihre Spekulationen und Denudationen, gegen ihre Hilfe bei den Requisitionen . . . und wollen den Haß in andere Richtung wenden . . . Mutig verteidigt die nationale Einigung! Die jüdischen Agitatoren behandelt als Feinde des Vaterlandes! Nieder mit den jüdischen Intrigen! Nieder mit dem Bolschewismus! Es lebe das polnische Volk und das vereinigte demokratische judenfreie Polen!“ Der „Moment“ vom 14. Oktober berichtet, daß in einer Proklamation des Komitet Narodowy zu einer Kampforganisation gegen die linken Organisationen und gegen die Juden aufgerufen werde. Man solle die angesehensten Juden als Geiseln nehmen. Das polnische Volk werde aufgerufen sich gegen die reichen Juden wie gegen die jüdischen Massen zu wenden, die sich vereinigen, um Polen in Besitz zu nehmen. "RauTihallmaier fiofUeferant München Th&atinevtirAÖ. Gr

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