Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 44 (1.11.1918)
- Date
- 1918-11-01
- Page
- Seite 534 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/9072829-9102973-9138416--02418-9075240- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
534 Das Jüdisch« Echo Nr. 44 sind und aus dem, soweit als möglich, die Stimme des Volkes vernommen werden kann. Der Kongreß kann dann, wenn er endlich zusammenkommt, die Gewißheit haben, daß die End-Entscheidüng auf möglichst demokratischer Grundlage getroffen worden ist. Das Zentralkomitee kann zugleich die Männer bezeichnen, die unsere Organisation bei den Fridensbesprechungen vertreten werden, und diese brauchen — was auch ihnen zweifellos angenehmer sein wird —■ ihr Mandat nicht länger sich selbst zu entlehnen. Es versteht sich von selbst, daß schon jetzt die Maßnahmen zur Einberufung des Zentralkomitees getroffen werden müssen. Möge dieser dringende Appell1 an die leitenden Persönlichkeiten und an ihre demokratische Gesinnung nicht vergeblich sein! Die Schweiz und der Zionismus. Die „Vossische Zeitung“ vom 24. Oktober berichtet: Der schweizerische Bunideslprläsidlent hat das Präsidium des schweizerischen Zionistenverbandes zu längerer Rücksprache empfangen. Er hat seiner warmen Sympathie für die zionistischen Bestrebungen Ausdruck gegeben und die Hoffnung ausgesprochen, daß sich das zionistische Ziel in einer gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina bald verwirklichen möge. Die zionistischen Bestrebungen werden nach Auffassung des Bundespräsidenten durch die künftige neue internationale Rechtsordnung (Völkerbund), die auf der Gleichberechtigung und gegenseitigen Achtung der Völker beruhen soll, wirksam gefördert werden. Zionismus und Messianismus. Von Alfred Kupferberg. (Fortsetzung.) Wie verhält sich nun der durch den Einfluß der Kantschen Philosophie in den jüdischen Messianismus der Neuzeit hineingetragene unbedingt ethische Grundcharakter \zum Wesen der prophetischen Messiasidee? In dem Maße, in dem sich in der Entwicklung des neujüdischen Messianismus als Folge der starken Betonung der Einzelpersönlichkeit eine entsprechende Wertung des Individuums, eine Summe von entsprechenden sittlichen Forderungen an dasselbe ergaben, in diesem Maße entwickelte die Messiasidee der Propheten aus der untergeordneten Bedeutung, die der Einzelne im Rahmen ihrer Philosophie einnimmt, die Lehre von der Herrschaft, ja von den Strafen Gottes über die auch im messianischen Zeitalter sittlich unvollkommenen Menschen. Mit dem gesteigerten Bewußtsein von der sittlichen Verantwortung der Persönlichkeit vertiefte sich im Laufe der Jahrhunderte die ethische Bedeutung, die jedem Individuum zuzumessen sei. So ist der ethische Wert, den Kant dem Einzelnen als dem Träger der sittlichen Idee gab, unbedingt umfassender als die Rolle, die die Propheten dem sittlichen Individuum als einem solchen zuschrieben. Damit soll die weltbekannte Bedeutung der Propheten für die sittliche Entwicklung der Menschheit nicht im geringsten angezweifelt werden. Die Entwicklung des ethischen Bewußtseins von Jesaias bis Kant ist zugleich die Entwicklung des Gottheitsbegriffs von der objektiven zur subjektiven Betrachtungsweise. Die Zeit der Propheten sah allerdings, nicht in streng objektivem Sinne, allgemein in Gott oder vielmehr in den Gottheiten Geschöpfe, die in demselben Maße in die Naturgesetze, in die Ordnung der Welt eingespannt seien wie die Menschen selbst. Und da auch das jüdische Volk unter dem übermächtigen Einfluß der babylonischen und assyrischen Religionsanschauungen sich heidnische Begriffe von der Gottheit zu bilden drohte, so war der Prophet, der seine Zeit gestalten wollte, gezwungen, den alten Gott der jüdischen Lehre, jenen objektiv-abstrakten deus totaliter extramundus, in alter Schärfe zu verkünden. Eine Zeit, die inkonsequent schon an Strafen Gottes, also an extramundane Machtbefugnisse eines deus intramundus glaubte, war der Postulierung des Glaubens an eine überweltliche Gottheit ohnehin günstig. So begründeten oder doch befestigten die Königl. bayer. Lotterieeinnahme der Preuss.- SUdd. Kiassen-Lotterie Ostermaier, München Promenadepl. 12/1, Eing. durch d. Zigarrengeschäft Beginn der 12. (238.) Lotterie mit Ziehung I. Klasse am 9. u. 10. Juli 1918, 2. Klasse am 13. u. 14. August 1918, 3. Klasse am 10. u. 11. Sept. 1918, 4. Klasse am 8. u 9. Okt. 1918, 5. Klasse (Haupt- und SchluQziehung) beginnt am 8. Nov. und endet am 4. Dez. 1918. Lose in oroOer Auswobl stets vorrätig. Preis für die 1. Klasse: für V„ V* V« Vt 8 10 20 40 M Bei den folgenden Klassen sind die Vorklassen stets nachzubezahlen. Privater Schreibunterricht von Wilhelm Ärnim Sonnenstraße 27/3. Prospekt e gegen 15 - Pfg. - Marke. JJlundjner 3teuefte;ttadjndjfen <9r8f)te,tägt.2mal erfdjcinenbe 3ettung ©üb* unb Vtfffelbeutfd)- Ianb4.ftauffr5ffiger£eferfre»$ unb über ©eutfd)(anb$@ren$en hinauf geljenbe Verbreitung. ©rofierfauf» männ. u. ge©erbf.©teflenmarf t Slnerfannt fefjr erfolgreich für Slnjeigen aller 2trt. ‘Knjeigen* prtii unb flacftlafl nach Sarlf. Vejugtyrei* monatf. 3m,2.—bet allen beutfdjen poffanffaltcn — SägtidjeSlufiage 2mat 160oooßjemplare/Über1/»MillionLefer «« 'mYTinnnmnrnmf1i:innc^rinrr^^