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Das jüdische Echo · 1918-11-01 · 44 (1.11.1918) · p. Seite 533

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
44 (1.11.1918)
Date
1918-11-01
Page
Seite 533 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 44 Das Jüdische Echo 533 •' r.:c "^ericbe U :n>s 4 ^jUl: ■X , iV&jfj;;;• -u.ci a SW Litehrisr. iziads kSTJilft &; -Itl .g 2j;tSIi2', 2;1 jL'ier. * & ' bc tu." kia.^ i.t wi' 2 w u:l.; i-~ s.,3 3 . - hJt - ’ ‘ icr # Ä'=£S5* •^- V'1 ri K; ■ < *'•* ,y .V . -:zw:^k ti:im sf^s* , \L-’ C'fi ‘>l ,, '• :i - ,.!••';n«.' . jt- ,V.JÜ '■';/• , * .♦ JÄ* ,* A"' ,r .-••*’ *’ gekommen sein, als die Abgeordneten Reizes und Breiter erklärten, von seinem Bescheid sehr wenig befriedigt zu sein, und die Tatsache in Aussicht stellten, daß die Juden Ostgaliziens zur unverzüglichen Konstituierung eines. Nationalrates schreiten würden. In der Tat, die Juden Galiziens sind nicht gewillt, sich zum nationalen Aschenbrödel degradieren zu lassen. Zu der wenig würdigen und wenig beneidenswerten Rolle eines solchen müßten sie verurteilt sein, käme den Grundsätzen politischer Neuordnung, auf denen das Manifest vom 17. Oktober beruht, endgültige Bedeutung zu. Worauf es dann herauskäme, wäre die Feststellung, daß die Judenfrage Galiziens nunmehr ebenso eine „innere Angelegenheit“ der Ukrainer sei, wie sie eben noch eine solche der in Galizien dominierenden polnischen Herrennation war. Gewiß haben die Juden keinen Grund, den Ukrainern Mißtrauen entgegenzubringen, und das enge und herzliche Zusammengehen der letzten Jahre müßte die günstigen Auspizien auch für die nahe Zukunft schaffen. Indessen wissen und wußten die Juden Galiziens immer die besondere Triebfeder dieses Zusammengehens, die Abwehr des die Ukrainer nicht minder wie die Juden bedrohenden übermächtigen Polentums voll zu würdigen. Diese besondere Einstellung war es. die die galizischen Juden zum Zünglein an der Wage machte und als höchst bündnisfähig und der Umwerbung wert erscheinen ließ. Jetzt aber, da die polnische Bedrohung ausgeschaltet ist. hätten sie die begründetste Aussicht darauf, von gleichberechtigten Verbündeten zu Essern des politischen Gnadenbrotes defc. Ukrainertums herabzusinken. Dieser Aussicht auf die Güte und Duldsamkeit der Nachbarn angewiesen zu sein, stemmen sie sich mit aller Kraft entgegen. Die drohende Gefahr, die die Neuordnung für ihre nationale Existenz in sich birgt, haben die Juden Galiziens früh genug erkannt. Massenversammlungen in Krakau und Lemberg am 18. Oktober, die das „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ auch für die Juden in Anspruch nahmen, beweisen es. und die ebenfalls gemeldeten Verbote der österreichisch-polnischen Behörden werden wenig verfangen. Während diese Zeilen geschrieben werden, ist der jüdische Nationalrat Ostgaliziens möglicherweise bereits Tatsache geworden. Wir glauben indessen nicht, daß das Manifest vom 17. Oktober die Entwicklung der Dinge zum Abschluß bringen wird. Wir vermögen nicht zu glauben, daß Österreich in zwölfter Stunde bei einer Halbheit verharren^ wird, aus der sein und seiner Völker Heil nicht erblühen kann. Wir sind vielmehr der Überzeugung, daß das Ziel vom 17. Oktober nur eine zeitweilige Etappe auf dem Wege zur Völkergerechtigkeit ist. wie sie allein der gerade von Österreichs besten und weitblickendsten Männern geforderte staatsrechtliche Personalismus verbürgen kann. Auf der Grundlage des Personalitätsprinzips wird auch dem jüdischen Volke Neugaliziens sein volles und1 uneingeschränktes Recht werden.*) *) Vergl. hierzu den Artikel: „Ein jüdischer Nationalrat in Österreich“ in Nr. 43, Seite 523 unseres Blattes, aus dem sich ergibt, welche Forderungen die Reichskonferenz der Zionistischen Organisationen Österreichs erhob. Die Sache des Volkes. Der „Joodsche Wächter“ vom 11. Oktober 1918 bringt folgenden Leitartikel: Vielleicht wird in diesen Tagen oder doch binnen kurzer Zeit iib°r das Los vieler Völker und auch über die Zukunft der jüdischen Nation, über Palästina, über die Verwirklichung des zionistischen Programms entschieden werden. Welche Entscheidung verlangen die organisierten Zionisten? Wer wird in unserem Namen unsere Interessen auf d°r Friedenskonferenz verteidigen? Mit welchem Programm kommen wir Zionisten an den grünen Tisch der Völker? Wir verlangen unser Land für unser Volk. Doch wie? Ein kulturelles, ein nationales Zentrum, eine jüdische Großkolonie unter fremder Souveränität, nationale Autonomie in Palästina, oder ein Judenstaaf? Niemand von uns. selbst nicht unsere obersten Führer, kann eine Antwort geben auf die erste Frage: was wir verlangen werden, und nur unsere politischen Leiter, und vielleicht selbst sie nicht, haben entschieden, wer es für uns verlangen wird. Es besteht die Chance, daß über unsere Volkssache von unserer Leitung eine politische Entscheidung von weit^streichender Bedeutung getroffen werden wird, ohne daß wir zuvor in der Lage gewesen sind, unsere 'Meinung zu sagen. ja, zu bilden, und ohne daß wir selbst d*e Männer, die für uns auftreten werden. b°zeichnct haben. Man wendet bei uns die geheimste Diplomatie im gewichtigsten Moment an. und keine Stimme erhebt sich dagegen! Formell ist ein E4C vorhanden, doch ist es über die kriegführenden Länder zerstreut. Wir hatt°n nicht das Recht und sicherlich angesichts der glänzenden Resultate, die erreicht sind, früher auch nicht den Willen, aus dogmatischen Gründen, aus formell-demokratischen Motiven uns dieser Arbeitsweise, welche uns und unserer Leitung durch den Krieg aufgedrungen -ist, zu widersetzen. Aber nun stehen wir an einem Scheidewege, nun wird dies anders. Jetzt ist es nötig, daß die Organisation selbst spreche und entscheide und Anführer wähle, die in unserem Namen über unsere Zukunft beraten und beschließen werden. Wir können dies nicht vertagen, bis der Kongreß Zusammentritt, doch auch nicht es einzelnen von uns überlassen, die zwar mit offizieller oder offiziöser Macht bekleidet sind, aber für diese Arbeit niemate ein Mandat unserer Organisation erhalten haben. Das AC oder das EAC sind beides ausführende Körperschaften und sind nicht kompetent, eine Entscheidung zu fällen, die unser Programm, unsere Arbeit für unabsehbare Zeit bestimmen wird. Das Volk, die Zionistische Organisation als Ganzes, muß auf die eine oder andere Weise seine Meinung sagen. Wir sehen hierfür, da die Möglichkeit eines zeitigen Zusammentritts des Kongresses wohl ganz ausgeschlossen ist, nur e i n Mittel, und dies ist die Einberufung des zionistischen Zentralkomitees, sobald ein Waffenstillstand geschlossen sein wird. Das Zentralkomitee umfaßt außer den Mitgliedern des EAC und AC die von den Landesorganisationen gewählten Vertreter dieser Organisationen. Es ist also ein großes Kollegium, in dem, wie man erwarten kann, alle zionistischen Schattierungen vorhanden

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