Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 43 (25.10.1918)
- Date
- 1918-10-25
- Page
- Seite 520 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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520 Das Jüdische Echo Nr. 43 des jüdischen Handels bedienen. Eine Entschließung wurde darauf einhellig gefaßt, in der die polnischen Fabrikanten aufgefordert werden, ihre Ware nur an polnische Kaufleute zu liefern. Die Tagung beschloß außerdem die Einführung der pflichtmäßigen vollen Sonntagsruhe für Handelsgeschäfte und Läden jeder Art. Was bekanntlich dem jüdischen, ohnehin am Sabbattage ruhenden Handel ruinös sein würde, für die „Nationalisierung“ jedoch eine außerordentliche Förderung bedeuten müßte. Herr 11 s k i begnügte sich dagegen darnach mit der „harmlosen“ öffentlichen Feststellung, daß der polnische Handel an der Spekulation nicht beteiligt wäre, und der Aufforderung, diese „fremde“ Spekulation nach Kräften zu bekämpfen. Man wird meinen, Bestrebungen zur Nationalisierung des Handels in einem Moment, da es einen legitimen Handel überhaupt nicht gibt, seien schwerlich tragisch zu nehmen. Allein nicht auf das eigentliche in diesem Zeitpunkt Erreichbare und zu Erreichende kommt es an, sondern auf den klar erkennbaren Willen und die Art, wie er sich kundgibt. Der Geist, wie er auf der Tagung polnischer Kaufleute zu Warschau ganz unverblümt zutage trat, wird nicht verfehlen, auch denen, die niemals im Optimismus befangen waren, ein tiefes Erschrecken zu bereiten. Es ist der Geist unversöhnlichsten Hasses und der Wille zur Vernichtung, der die polnische Wirtschafts- und Judenpolitik gemeinsam beherrscht. g. Bericht über den nationaljüdischen Jugendtag. Nachdem wir in unserer letzten Nummer einen zusammenfassenden Überblick über die Eindrücke und Ergebnisse des national-jüdischen Jugendtages gegeben haben, bringen wir im Folgenden einen Bericht über die dort gehaltenen Referate und die sich an diese schließenden Erörterungen: Die erste und einzige öffentliche Veranstaltung des Jugendtages war eine Volksversammlung am Sonntag Vormittag, die Felix Rosenbliith mit knappen kräftigen Worten einleitete. Es sollten dann Walter Moses und Kurt Blumenfeld sprechen und1 zwar sollten, wie Rosenblüth betonte, die Reden lediglich die persönliche Meinung der Redner kundtun. Walter Moses’ Referat gab dem Jugendtag eine unerwartete Wendung. Moses sprach als Führer einer Gruppe von Menschen, die mit ihrem Zionismus Ernst machen wollen, aber nur auf Grund einer völligen Revolutionierung des althergebrachten Lebens, die aus dieser Unbedingtheit heraus keinerlei Wert auf das rein Traditionelle legen, und, lediglich auf eigene jugendliche Kraft vertrauend, ihren Weg selbst und ohne Mithilfe Außenstehender sich bereiten wollen. Ihre Auffassung mag man, wen auch nicht billigen, so doch verständlich finden. Völlig verfehlt aber war es, diese Auffassung als die repräsentative einem fast 2000köpfigen Publikum vorzutragen, zumal Blumenfeld angesichts der vorgerückten Stunde nicht mehr sprechen und dadurch Moses’ Ausführungen kein Gegengewicht geben konnte. Wenn Walter Moses meinte, jüdische Jugend, die höchstens ein Drittel der Zuhörer ausmachte, — die übrigen zwei Drittel waren teils wirklich Interessierte, teils aber das übliche bloßer Neugierde folgende Volksversammlungspublikum 1— hinreißen zu können, so muß dies als ein schwerer Fehler angesehen werden, der, wie der Verlauf des Jugendtages zeigte, sich kaum wieder gutmachen ließ. Denn die Diskrepanz zwischen dem Teil der jüdischen Jugend, der bereits von zionistischem Geiste getragen, trotz jugendlichen Überschwanges den bewußten und ernsten Willen zum Ziele hat und in die Tat umzusetzen bereit ist, und dem, der erst kurz aus dem Schlummer einer lauen Gleichgültigkeit erwacht ist, war zu groß, als daß sie durch eine Rede überbrückt hätte werden können, die dazu nur für einen bestimmten Kreis geltend, auch fast nur von diesem verstanden wurde. Hier mußte eben, einfach aus Mangel* an vorhergehender geistiger Berührung mit eben dieser Gruppe, die Fühlung verloren gehen und die von Walter Moses ausgesprochenen radikalen Ansichten selbstverständlich falsch ausgelegt werden und zu schärfsten Gegenangriffen herausfordern. Die eigentliche Aussprache am Montag Morgen eröffnete Moses Calvary mit einem eingehenden Referat über Erziehungsfragen. Calvary’s praktische Vorschläge bezogen sich auf vier Gebiete: das der jüdischen Vorstellungen (besonders in früher Jugend), der jüdischen Formen, des jüdischen Gemeinschaftslebens und des jüdischen Wissens. Seine Rede zeichnete sich durch klare Konkretisierung der Erziehungsmöglichkeiten aus und bedeutete wohl für viele eine Klärung von Problemen, vor die sie sich im Leben des jüdischen Alltags gestellt sehen. Nach Calvary sprach Martin Buber über „Jugend und Religion“. Bubers Gedankengänge hier 3rof)e Stunben i| können Sie fid) jebe SDocfje bereiten burcf) regelmäßiges Cefen ber 50t ii n d) tt c r „3ugenb" farbenprächtige S03iebergaben ber B3erhe Seitgenöffifdjer Zünftler, oortrefflid)e litera* rifcße Beiträge unb in ber aktuellen Beilage eine Beleuchtung ber politifchen Borgänge finb bie ^auptoorgüge biefer weltbekannten (B3oct)en[d)rift. Bierteljalpespreis: ♦ ... 501. 7 50 Be^ug burcf) bie felbpoft: . . 50t. 8.— in ftarker5Jtolle unmittelbar nom Verlag:.50t. 9.50 'ißrobebänbe (5 ältere 5Jtummern in Umfcblag entfjaltenb) . . 50t. 1.50 (Singelne 5)tummer: .... 70 ^fg* 5H(le Budpuitb 3eitfcf)riftenf)anbl., fotoie ber Berlag nehmen Bestellungen an. SJerlag ber „Sugettb" 50t ü n d) e n / Ceffingftraße 1 .)• rjj’ , JlM/.i; '• \u " i. ip-r;;f!5Ciier ' seiner. Rinnen:^.' mnte r noc.. sich fl®' ierer. sich selbst als au?- Das Aassc Jas Gerr.e. stice Strer Inrch* Berlin die Wärme £c ordentliche Nach Vi Blau-M m seine fen. 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