Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 41 (11.10.1918)
- Date
- 1918-10-11
- Page
- Seite 500 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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500 Das Jüdische Echo Nr. 41 wird bei genügender AnmeMungszahl ein einjähriger Kursus eingerichtet. C. Abteilung 2 (für hebräische Sprachlehrer). Anstatt der Kurse 1—3 der allgemeinen Abteilung, parallele mit entsprechend höheren Anforderungen, Methodik des hebräischen Sprachunterrichtes, Praktische Übungen an der hebräischen Sprachschule. Der Kursus ist zweijährig. Er kann nur von solchen besucht werden, die zugleich an der allgemeinen Abteilung teilnehmen. Die Unterrichtssprache ist im allgemeinen hebräisch. Der Unterricht findet an allen Vormittagen mit Ausnahme des Samstag statt. Als Dozenten an den Kursen werden wirken u. a.: Prof. Dr. V. Aptovitzer, Dr. Siegfried Bernfeld, Adolf Böhm, Henoch Datenfeld, Dr. Joel Obermann, Moses Rath, Dr. Abraham Sonne, Dr. Wilhelm Stein, Privatdozent Dr. Harry Torczyner. Bei dem außerordentlichen Bedarf nach ausgebildeten Kindergärtnerinnen, insbesondere mit hebräischen Sprachkenntnissen, und nach gründlich und modern gebildeten Lehrern für die hebräische Sprache; bei der Unmöglichkeit diesem Bedarf zu genügen und bei der Gewißheit, daß er sich im Laufe der nächsten Jahre sehr bedeutend1 steigern wird, kann den Absolventen der Abteilung 1 und 2 mit ziemlicher Sicherheit schon bald nach der Beendigung der Kurse eine entsprechende Anstellung mit auskömmlichem Gehalt zugesichert werden. Da wir nur eine kleine Anzahl von Hörern für jede Abteilung aufzunehmen in der Lage sind, ist eine sofortige Vormerkung empfehlenswert. Vormerkungen, Anfragen, Mitteilungen sind zu richten an; Jüdisches Jugendamt, Wien II, Z i r k u s g a s s e 33. Die Leitung des Pädagogiums liegt in den Händen eines Komitees, bestehend aus Vertretern des Exekutivkomitees der Zionisten Österreichs, des Zionistischen Zentralkomitees für Westösterreich und der Studiengruppe für die jüdische Erziehung. Die Leitung der Jüdisch-pädagogischen Kurse in Wien bittet alle Freunde und Förderer des jüdischen Erziehungswerkes, für die Bibliothek der Kurse Bücher zu spenden. Besonders erwünscht sind Bibel'- und Talmudexemplare. Bücher jüdischwissenschaftlichen Inhalts, hebräische Literatur, aber auch Bücher allgemeinen Inhaltes, insbesondere Nachschlagewerke, ferner Lehrbüchbr für die Mittelschulen. Die Bücher sind zu senden an das Zionistische Bureau, Wien II, Zirkusgasse 33. Österreich. Judenverfolgungen» Dasl Jüdische Korrespondenzbureau im Haag teilt mit: Wie die „Allgemeine Jüdische Zeitung“ in Budapest berichtet, wurden am Versöhnungstage sämtliche jüdische Synagogen und Bethäuser von Marmaros-Sziget von Militär umzingelt. Auf die Betenden, die 24 Stunden gefastet hatten, wurde eine Razzia veranstaltet. Die Juden, die wegen des Feiertages ihre Militärpapiere nicht bei sich trugen, wurden in Massen zur Polizei geschleppt. Viele Juden wurden mit dem Gewehrkolben mißhandelt. Dr. Danzig wollte mit einer Deputation zum Vizegespan eilen. Die Militärpolizei stellte sich aber der Abordnung mit aufgepflanzten Bajonetten entgegen. Die Gemeinde sandte Protesttelegramme an den König, die Regierung und den Obergespan. Die Brutalität der Behörden, die selbst die zaristischen Judenverfolgungen in Schatten stellt, hat in der jüdischen Bevölkerung die heftigste Erregung hervorgerufen. Die „Wiener Morgenzeitung“ berichtet über ähnliche Vorfälle auch in anderen ungarischen Komitaten. Ferner berichtet das Blatt, daß auch in Wien (in der Leopoldstadt) eine Razzia auf Juden in den Straßen und Kaffeehäusern veranstaltet wurde, während man die nichtjüdischen Passanten unbehelligt ließ. Das Bureau meldet ferner, daß der Abgeordnete Kunschak im Wiener Gemeinderat energisches Einschreiten gegen die galizischen Flüchtlinge nach dem Muster der Budapester Behörden forderte. Der Bürgermeister erklärte, daß er seine Bemühungen in dieser Richtung fortsetzen wolle. Palästina. Erntenachrichten aus Judäa. Es ist bereits berichtet worden, daß die jüdischen Kolonien in Judäa, darunter auch die Besitzungen des Nationalfonds, während der Kriegsereignisse des letzten Winters vielfach schweren Schaden gelitten haben. Über die jetzige Lage in Benschemen, Huldah und Ber-Towiah wird dem Hauptbureau des JNF im Haag folgendes aus Jaffa gemeldet: Von 4en Mandelpflanzungen in Benschemen sind zweihundert Dunam derart beschädigt worden, daß ihre Pflege nicht rrmhr in Betracht kommt. Hingegen hat das Getreide trotz allem sich schön erholt. Die ganze Fläche konnte wieder hergerichtet werden, bis auf 300 Dunam, die für dieses Jahr verloren sind. Das Wint^rvetreide ist vollständig hereingebracht und befindet sich jetzt im Drusch. 300 Dunam. auf denen Mais angebaut war, hatten eine ausgezeichnete Ernte. Die Geflügelzucht mußte unterbrochen werden; es verblieb nur ein kleiner Bestand zur Aufrechterhaltung des Stammes. Auch die Molkerei hat stark gelitten, und es wird ein Jahr erforderlich sein, bis sie auf den früheren Stand gebracht ist. Sehr gut geraten sind die Gemüsepflanzungen. Die Pflanzungen in Huldah sind glücklicherweise von den Verheerungen des Krieges verschont geblieben. Nur 200 vor dem Kriege bepflanzte Dunam blieben unbearbeitet. Die Pflanzungen im allgemeinen entwickeln sich sehr gut und werden nunmehr fleißig gepflegt. Die Bienenzucht wird in diesem Jahre ein besonders gutes Erträgnis liefern. Der Futter- und Gemüsebau ist vorzüglich gediehen, und es ist nunmehr auch die Grundlage für eine Molkerei in Huldah geschaffen worden, wohin aus Benschemen eine Anzahl1 Kühe überführt wurden. Für die Arbeitergenossenschaft in Ber-Towiah ist das Jahr ein segensreiches geworden. Dank der guten Ernte und den jetzigen Getreidepreisen dürfte die Genossenschaft einen Reingewinn resultieren. Die Eukalyptuspflanzung entwickelt sich sehr schön und ist trotz den früher gehegten Befürchtungen sehr gelungen. Die Genossenschaft geht nunmehr daran, mit Hilfe moderner Geräte den ganzen Boden zu bearbeiten, und hofft, ihren dauernden Bestand in diesem Jahre zu sichern. Vorträge für die Bucharer Juden. Das von den Juden Bucharas bewohnte Stadtviertel Jerusalems war bisher außerhalb der Erneuerungsbewegung des jungen Palästina geblieben. Die wenigen Versuche, die bisher gemacht worden waren, konnten keine bedeutenden Erfolge ver-