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Das jüdische Echo · 1918-10-11 · 41 (11.10.1918) · p. Seite 497

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
41 (11.10.1918)
Date
1918-10-11
Page
Seite 497 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 41 Das Jüdisch« Echo 497 sie auch auf diesen Gebieten keine Kenntnisse, keine Ausbildung mit. Welches sind die landwirtschaftlichen Zweige, die für die Frau in Frage kommen? Wie bekannt: der Gartenbau, speziell Gemüsebau, die Geflügelzucht und die Milchwirtschaft. Bis ganz zuletzt mangelte es gerade an diesen Zweigen, wahrscheinlich weil sie der Kolonistenfrau meist fremd waren. Während des Krieges wurde in den Kolonien viel mehr Gemüsebau getrieben, aber doch nicht in solchem Maßstabe, daß die Kolonistenfrau eine Hilfe in Form von Lehrlingen nötig hätte. Auch die Genossenschaften haben mit dem Gemüsebau erst in den letzten Jahren angefangen und hauptsächlich zwecks Deckung des eigenen Bedarfs. Geflügelzucht wird bei den Kolonisten, in den Genossenschaften und auf den verschiedenen Farmen nur Die einzige Ausbildungsstätte für Mädchen war die Mädchenfarm. Leider war sie viel' zu klein im Vergleich zu den vorhandenen Bedürfnissen, und war auch nicht auf der gewünschten Höhe, was Technik und Einrichtung betrifft. Und trotzdem sind die Mädchen, die in der Mädchenfarm ausgebildet wurden, die einzigen Trägerinnen der landwirtschaftlichen Kultur, was die Zweige betrifft, in denen die Frau sich hauptsächlich beteiligt. Nur dank diesen leidlich ausgebildeten Mädchen wurde es möglich, die große Zahl der beschäftigungslosen Arbeiterinnen in Gemüsebaugruppen zu verteilen und zu beschäftigen. In der ganzen Welt ist es üblich, daß nach einem zweijährigen Schulunterrichte man zuerst als Gehilfin unter Leitung tüchtiger Landwirte beschäftigt ist, um von deren reicher Erfahrung zu genießen und (StaubffOu.Du öarfff Me $an£ in der TafdfK ©eil 1000 QtiöeTE [chon QE3eleimet haben. Oltehr öenn ie lammt es taauj an, daß jeöer einzelne nach leinen Stätten selch net-mehr denn ie muß dem feinde Qß3eiof ©e* den, daß Deutfchlanö am? befie&bar ift - auch auf finansieUem Gebiete. <£in fehle chter Deutfcher, tuet nicht mittut I 3eichneJ Q in sehr kleinem Maßstabe getrieben. Die Milchwirtschaft wurde in den letzten Jahren besonders in den Genossenschaften etwas mehr entwickelt. Die Genossenschaften aber möchten mit Recht gut ausgebildete weibliche Genossinnen haben und nicht unausgebildete schwächliche Arbeiterinnen, mußten sich aber leider meistens aus Mangel an ersteren mit den letzteren begnügen, weshalb auch die Zweige der Wirtschaft, die gewissermaßen der Frau gehören, nicht auf der Höhe standen, wie die rein männlichen Arbeitsgebiete. Auf der Farm Ben-Schemen sind seit einigen Jahren Geflügelzucht, Milchwirtschaft und Gemüsebau eingeführt und werden gut bestellt, so daß hier eine gewisse Anzahl von Mädchen sich landwirtschaftlich in diesem oder einem anderen Zweige ausbilden kann, je nachdem, inwiefern der jeweilige praktische Leiter dieses oder jenes Zweiges dafür Interesse oder Neigung hat, nur nach mehr oder weniger langjähriger Praxis einen selbständigen Posten zu übernehmen. Bei uns mußten aber die Mädchen meist direkt nach Absolvierung der Mädchenfarm selbständig in Gemeinschaft mit noch 10—15 meist unausgebildeten Genossinnen arbeiten. Denn die Zahl der in der Haus- und Landwirtschaft ausgebildeten Mädchen ist so klein, daß jeder einzelnen, bevor sie noch mit ihrer Ausbildung richtig fertig ist, schon wichtige Aufgaben harren, und sie sich verpflichtet fühlt, so schnell als möglich den wartenden unausgebildeten Genossinnen zu Hilfe zu kommen. Außerdem gibt es im Lande kaum viele Frauen, die selbst so gut ausgebildet sind, daß die Mädchen unter ihrer Leitung etwas lernen könnten. Selbstverständlich können diese kleinen Frauenwirtschaften nicht auf der Höhe stehen, wie wir es wünschen, trotzdem dabei mit ungewöhnlicher Liebe, Fleiß und Selbstlosigkeit gearbeitet wird

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