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Das jüdische Echo · 1918-10-11 · 41 (11.10.1918) · p. Seite 496

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
41 (11.10.1918)
Date
1918-10-11
Page
Seite 496 (sequence 4)
Language
German
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496 1*1 Das Jfidfsch« Echo Nr. 41 mitten drin, es wollte nie etwas Gemeinschaftliches, Zusammenhängendes werden. Im Verhältnis zu dem Verdienste der Arbeiter war das Essen auch zu teuer. Die Arbeiter waren oft ungeduldig und unzufrieden mit dem Essen, die Mädchen, da sie doch ihr bestes taten, ihr bestes gaben und nie ihre Mühe schonten, tief gekränkt. Diese Umstände führten dazu, daß diese Arbeit den Mädchen gänzlich verleidet ist, und daß sie sich ihr nicht mehr mit Liebe widmen, sondern aus Not, da sie diese Arbeit nicht umgehen können. Einerseits sahen sie ein, daß diese Arbeit von der Frau gemacht werden muß, andererseits wird auf allen Farmen und in allen Arbeitergenossenschaften den dort Arbeit suchenden Mädchen als Pflicht gestellt, eine gewisse Zeit abwechselnd mit den anderen in der Küche und bei den sonstigen Haushaltungsarbeiten tätig zu sein. Nicht viel besser ist es in den Arbeiterfamilien, da auch hier die Einrichtung sehr schlecht ist, oder besser gesagt es fehlt jede Einrichtung und jede Kenntnis, wodurch die Arbeit vermehrt und erschwert ist. Die Mädchen wurden trotz des ungeheuer großen Kapitals an Fleiß und Liebe zur Arbeit, das sie mitbrachten, ihrer Aufgabe, ein einfaches, gemütliches, gesundes, billiges und den sonstigen Verhältnissen angepaßtes Heim für Alleinstehende oder Familienarbeiter zu schaffen, nicht gerecht. Ich sehe die einzige Ursache dieses Mißlingens im völligen Mangel jeder Ausbildung. Ich habe binnen 8 Jahren, die ich in Palästina zubrachte, unter den Arbeiterinnen, denen ich begegnete, und unter denen sehr viele intelligente zuweilen auch gebildete und wohlhabende Mädchen waren, keine getroffen, die, bevor sie nach Palästina gingen, sich in der Haushaltung mehr oder minder ausgebildet hatten, trotzdem sie im Lande ausnahmslos eine Zeit lang einen größeren Arbeiterhaushalt versorgen mußten. Weder kannten sie die Arbeit, noch wußten sie, wie man sie richtig einteilt, noch weniger, wie das Haus und die Küche eingerichtet sein mußten, und was dazu gehört, um da richtig zu arbeiten. Sie hatten keine Ahnung von der Ernährungskunde, von der Hausökonomie usw. In keinem Arbeiterhaushalte wurden irgend welche Konserven in der Zeit der Fülle vorbereitet, vor dem Kriege überhaupt keine Vorräte in der billigen Zeit angeschafft; es sind auch keine richtigen Vorratskammern and Keller beim Bau der Arbeitsküchen und Häuser vorgesehen. Durch lange Jahre schwerer Arbeit haben die älteren Arbeiterinnen gelernt, die Suppe, den Btgi und die gewöhnlichen Gemüsearten leidlich zuzubereiten, ihre Arbeit etwas besser einzuteilen und dadurch auch viel leichter fertig zu werden. Darüber hinaus sind sie nicht gekommen. Es steht jetzt, wie bisher, vor der einwandernden Frau die große Aufgabe, den einfachen, gesunden, rationell und kulturell eingerichteten Haushalt zu schaffen. Man braucht, um diese Aufgabe in Palästina gut zu lösen, eine große Anzahl gut ausgebildeter Mädchen und Frauen, die hier, in Europa, alles dazu gehörige theoretische und praktische Wissen erworben haben, und in den besten großen und kleinen Haushaltungsbetrieben viel Erfahrungen gesammelt haben. Denn es muß ja klar sein, daß wir in Palästina vorläufig weder Haushaltungsschulen noch musterhafte Haushaltungen haben, in denen man das nötige Wissen erwerben kann, daß die Mehrzahl der nach Palästina Einwandernden aus Osteuropa stammt, wo der Haushalt im Mittelstände nicht auf der Höhe steht und noch vieler kultureller Einrichtungen entbehrt, und daß wir uns in Palästina mitten in einer kulturell sehr niedrig stehenden jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung befinden, deren Einfluß wir unbewußt unterliegen. Es ist klar, daß es ein zu langer Weg ist, durch Selbsterfahrung alles zu erlernen. Es ist meiner Meinung nach die direkte Aufgabe der deutsch-jüdischen Frau, die durch jahrelange Erfahrung und durch Studium auf diesem Gebiete in Deutschland angesammelte Kultur und Wissen sich anzueignen, um so viel mehr als es den palästinensischen Verhältnissen nach möglich ist, in Palästina zu verwerten, umzugestalten und weiter zu entwickeln. Könnte die deutsch-jüdische Frau zu solchem Wissen und Können die Aufopferungsfähigkeit und den moralischen Mut der russischjüdischen Pionierin gesellen, dann würde ihre Arbeit von großem Segen für unsere Kolonisation sein. Denn es braucht ja kaum der Betonung, von welchem großen Einflüsse ein einfacher rationeller , kulturell eingerichteter Haushalt auf den wirtschaftlichen, hygienischen und sogar geistigen Zustand sein kann. Ebenso könnte die Frau durch Einrichtung passender, einfacher, billiger, gemütlicher Heime in der Stadt für die neu Ankommenden diesen manche schwere Stunde und schwere Enttäuschung sparen. Es ließen sich viele notwendige Dinge auf diesem Gebiete einrichten, wenn die passenden, gut ausgebildeten Arbeitskräfte dazu da wären. II. Außer im Haushalte sollten die Mädchen auf den Gebieten der Landwirtschaft, die für die Frau besonders geeignet sind, tätig sein. Nun brachten 3rol)e 6tunben können Sie fid) jeöe B3od)e bereiten burd) regelmäßiges Eefen ber 9)1 ü n d) n e r a farbenprächtige B3iebergaben ber B3erke 3eitgenÖffifd)er Zünftler, oortrefflidje litera* rifdje Beiträge unb in ber aktuellen ‘Beilage eine Beleuchtung ber politifchen Borgänge finb bie ^auptoorgüge biefer meltbekannten B3od)enfd)rift. Bierteljahrespreis: .... Be^ug burd) bie fetbpoft: . . in ftarker ftolle unmittelbar oom Berlag:. ‘probebänbe (5 ältere atummern in Umfcblag entbaltenb) . . Gcmgelne Kummer: .... an. 750 an. 8.- an. 9.50 m an i.5o 70 m aille Buch* unb 3eitfd)riftenl)anbl., foarie ber Berlag nehmen Beftellungen an. 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