Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 39 (27.9.1918)
- Date
- 1918-09-27
- Page
- Seite 471 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 39 Das Jüdisch« Echo 471 rtiission im Aufträge cfer britischen Regierung begleitete, sind in diesen Tagen nach England zurückgekehrt. Herausgabe eines hebräisch-englischen Wörterbuches in Palästina. Unter der Aufsicht der Herausgeber der hebräischen Ausgabe der „Palestine News“ wird in Palästina die Publikation eines hebräisch-englischen und englisch-hebräischen Wörterbuches vorbereitet. Die Wiederbringung der Thorarollen nach Jaffa. Wir haben vor einiger Zeit von einer Feier in Jaffa berichtet, die zu Ehren der Rückkehr der Thorarollen veranstaltet worden war. Über diese Veranstaltung liegt nun ein ausführlicher Bericht vor. Als die Bevölkerung 1917 evakuiert wurde, nahm sie die Thorarollen mit sich, damit sie nicht den türkischen Soldaten in die Hände fielen. Sie wurden den Kolonisten in Petach Tikwah zur Aufbewahrung gegeben und nach der Rückkehr der Bewohner von Jaffa in feierlichem Zug in die Stadt zurückgebracht. An der Nordgrenze von Tef Awiw war ein Triumphbogen errichtet, jedes Haus war mit Blumen geschmückt, und die ganze Kolonie festlich hergerichtet. Die Mitglieder des Turnvereins „Makkabi“ in blau-weißer Kleidung sorgten für die Ordnung. Dem Zug ging die australische Militärkapelle voran, und der Feier am Triumphbogen wohnten der Militärgouverneur sowie die Mitglieder der zionistischen Kommission bei. Der Chacham Baschi hielt eine hebräische Ansprache. Unter den Klängen des Schofar wurden die Rolfen unter Baldachinen vom Oberrabbiner, Dr. Weizmann und anderen nach den Synagogen, denen sie gehörten, getragen. Vor dem Eintritt in die Synagogen wurden Gebete gesprochen. Auch der Nachmittag wurde festlich.begangen. Züge von blumengeschmückten Schulkindern, Jemeniten mit jungen Lämmern und Ziegen auf den Schultern und Palmzweigen in den Händen. Erntewagen und Pflüge mit Halmen. Immergrün und Blumen geschmückt, bewegten sich durch die Straßen. Schulkinder verkauften Blumen und Konfetti, deren Erlös dem von den zionistischen Lehrern begründeten Fonds zur Übersetzung und Herausgabe englischer Literatur ins Hebräische zufließt. Am Abend1 veranstaltete der „Makkabi“ ein Turnfest. Polen. Ein Permanenzausschuß polnischer Rabbiner. Die Vereinigung polnischer Rabbiner hat gelegentlich einer Konferenz beschlossen, einen Permanenzausschuß in Warschau einzurichten. Rabbi Gutentag aus Sochatin wurde zum Schriftführer des Bureaus gewählt. Ferner wurde ein politisches Komitee ernannt, das die orthodoxen Mitglieder des Staatsrates in jüdisch-politischen Fragen beraten soll. Die Rabbiner beschlossen, die Regierung zu einer deutlichen Äußerung über die Privilegien der jüdischen Geistlichen hinsichtlich des Militärdienstes und zur Übertragung der Kontrolle der Chedarim an die RabbinervereiniP'ung aufzufordern. Die Regierung wurde auch aufgefordert, jüdische Kinder, die Staatsschulen besuchen, vom Schulbesuch am Sabbath zu befreien. Die Erfüllung dieses Wunsches hat die Regierung bereits zugesagt. Rußland. Die russischen Mitglieder der Palästinakommission. Entsprechend der Entscheidung der Moskauer Zionistenkonfer^nz sind die Herren Isaac Goldberg, Rosoff und Aleinikoff als Vertreter der russischen Juden in der Palästinakommission erwählt worden. Herr Goldberg ist bereits nach Palästina abgereist, die beiden anderen Mitglieder werden ihm in Bälde dahin folgen. Eine Liga der „Rache“. Die Schwarzen Hundert in der Ukraine haben eine Liga gebildet, die den Namen- „Volksrache“ führt und sich vor allem gegen die Juden, aber auch gegen die Bolschewiki richtet. Die Liga hat ein Manifest an ihre Branchen und Anhänger ausgesandt; mit dem Ersuchen, eine Liste aller Juden und ihrer Freunde zu führen, alle telephonischen Unterhaltungen zwischen Juden zu unterbrechen, alle Handlungen von Juden zu überwachen und sich für einen bestimmten Tag, an dem ein Massaker stattfinden soll, in Bereitschaft zu halten. In einer anderen an die Juden gerichteten Proklamation kündigte die Liga an, daß alle Dienstboten in jüdischen Häusern Mitglieder der Liga seien, welche die Schritte ihrer Dienstherrschaft überwachten, die Stellen ausgekundschaftet hätten, an denen diese ihr Geld verbergen. Um einem unmittelbar bevorstehenden Massaker zu entgehen, empfiehlt die Liga mit einer gewissen Naivität den Juden, aus ihren jetzigen Wohnorten zu fliehen. Ukraine. L. Brodsky beim Hetman der Ukraine. Der bekannte Großkaufmann Brodsky in Kiew wurde neulich an der Spitze einer jüdischen Delegation beim Hetman der Ukraine empfangen, den er ersuchte, die Juden vor Pogromen und Massakres zu schützen. General Skoropadsky sprach seine Verurteilung der antisemitischen Pogrombewegung aus. England. Eine Jüdische Delegation aul der interalliierten sozialistischen Konferenz. Die Poale-Zion Organisation und der Jüdische Nationale Arbeiterrat in England werden an der sozialistischen Konferenz der interalliierten Länder, die am 17. September in London begann, teilnehmen. Huysmans über die Judenfrage. Am 27. Oktober findet in London eine von den Poale-Zion veranstaltete große politische Kundgebung statt, in der Camille Huysmans, der Sekretär der sozialistischen Internationale, als Hauptredner auftreten wird Huysmans wird das Nationalitätenproblem behandeln und seinen Standpunkt zu den aktuellen jüdischen Fragen präzisieren. Aus aller Welt. Eine Jüdische Provinz in Österreich. In einer kleinen Broschüre „Nationalitätsprinzip und; Bevölkerungsaustausch (Eine Studie für den Friedensschluß)“, sucht Dr. Mehemed Emin Efendi unter Hinweis auf die zunehmende Kraft des Nationalitätenprinzips den Nachweis zu führen, daß bei der Neuordnung der menschlichen Gemeinschaft nach dem Kriege sich die Berichtigung der Sprachgrenzen als politische Notwendigkeit er-