Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 39 (27.9.1918)
- Date
- 1918-09-27
- Page
- Seite 468 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9072829-9102973-9138410--02347-9075169- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
468 Das Jöcflsch# Echo Nr. 39 90« JUlgrinrinr SüiiiWc liranfteuliflnö „Sdaatf^riifK“ i« letnfalem Örgonifötion rein europätfd) ©efctyäftslettung: Frankfurt a. AI. Sfolicr^ufcr für Anftetfcenbe ^oftfcf)ccüüonto Ar. 7785 Srhft. a. %. #öd)fte Anerkennung aller ^eprben S)ält ftd) für gewiffenljafte Uebernaljme non Stiftungen empfohlen! Aufnahme mtterfdjtebslos für Alle betten — 3intmer — 3abraeit — ©cbenktafel — Stiftungen Alan forbere bie Aebingungen ein. Briefe 31t rieten nach Aöberbergmeg 63. (polnischen Juden) in die Militärwaggons mitzunehmen und dadurch der Beschlagnahme zu entziehen. Es ist soldatische Pflicht, einen derartigen Vorgang dem nächsten Bahnhofkommando anzuzeigen. Militärpersonen, die bei diesem Vergehen betroffen werden, werden strengstens bestraft. K. K. Bahnhofkommando.“ Palästina. Die Delegierten-Konfernz In Judäa. Das Kopenhagener Zionistische Bureau berichtet: Die Konferenz der Delegierten der jüdischen Gemeinden und Organisationen von Judäa, über die wir schon kurz berichtet haben, bildete ein großes Ereignis im politischen Leben der palästinensischen Judenheit. Die etwa 200 Delegierten vertraten fast sämtliche Gruppen und Strömungen der Juden. Die Zahl der Gäste war groß. Zur Eröffnungssitzung erschienen mehrere höhere Militärs und Beamte als Ehrengäste. Eine Reihe großer englischer Tageszeitungen entsandten ihre Berichterstatter. In seiner Begrüßungsansprache führte der Vorsitzende, Herr Dr. Thon, der eine Übersicht über die gegenwärtige Lage in Palästina gab und in Worten tiefster Dankbarkeit der Palästina-Deklaration der englischen Regierung gedachte, weiter folgendes aus: „Die Stadt Jerusalem hat schwere Zeiten erlebt. Eine große Zahl unserer Besten und Tüchtigsten ist vertrieben. 6—7000 Juden wurden gewaltsam aus Jerusalem entfernt. Seit dem Ausbruch des Krieges sind in Jerusalem 10—12 000 Juden infolge der Not und der Epidemien gestorben. Unser Mut ist jedoch nicht gesunken, und wir sammeln neue Kräfte für die Zukunft. Zwei wichtige Gründungen sind es, die im gegenwärtigen Leben von Jerusalem eine besondere Rolle spielen: 1. Das Stadtkomitee (Waad Ha’ir) der Jerusalemer Judenheit. 2. Das Vereinigte Rabbinatskomitee, das an der Spitze der vereinigten Gemeinden der Stadt steht. Durch diese beiden Körperschaften sind wir imstande, mit der ganzen Bevölkerung in Kontakt zu treten. Jetzt steht eine wichtige Frage vor uns. Wir müssen das palästinensische Judentum zu einer starken Einheit organisieren. Wir müssen sämtliche vorhandenen autonomen Positionen stärken, unsere Gerichtsbarkeit befestigen und ausbauen, das Schulwesen reorganisieren und für uns einen Zentral-Kataster begründen. Das alles sind zwar Teilarbeiten, aber vereinigt bilden sie eine Kraft, die uns zu unserem Ziele führen wird, zur historischen Rückkehr nach Zion.“ Nachdem Dr. Thon das Andenken von Dr. Tschlenow, Josehua Eisenstadt. A. M. Luncz, Mendele Mocher Sforim, des Lehrers Wilkomitsch und anderer geehrt hatte, erteilte er das Wort Major Ormsby-Gore, dem Vertreter der englischen Regierung bei der zionistischen Palästina-Kommission, der von den Delegierten und Gästen mit stürmischem Beifall empfangen wurde. Er führte ungefähr folgendes aus: „Die britische Regierung hat deutlich ihren Wunsch ausgesprochen, die Bevölkerung Palästinas nach dem Kriege von der Herrschaft der Türkei befreit zu sehen; aber sie hat bisher nichts darüber geäußert, welche Regierung an deren Stelle treten soll, weil dies eine Angelegenheit für die Friedenskonferenz ist. Herr Balfour hat jedoch eine historische Deklaration mit Bezug auf die Zionisten abgegeben; daß er nämlich in Palästina eine nationale Heimstätte für das jüdische Volk errichtet und aufgebaut zu sehen wünscht. Was verstehen wir hierunter? Wir meinen, daß diejenigen Juden, die freiwillig nach Palästina kommen, um dort zu leben, in Palästina als Angehörige der jüdischen Nation, das heißt als Juden und nichts anderes betrachtet werden sollen, daß sie vollständige Freiheit haben sollen, das Land und die jüdische Kultur zu entwickeln und ihr eigenes Leben in ihrer eigenen Weise in Palästina zu leben, in völliger Freiheit und nur in gleicher Weise wie alle andern den Landesgesetzen unterworfen. Wenn ich nach Hause zurückkehren werde, werde ich der britischen Regierung berichten, was die Juden Palästinas bereits getan haben, um ihre Ideale zu verwirklichen, und welche Pionierarbeit für die nationale Heimstätte auf hebräischer Grundlage von ihnen bereits geleistet worden ist. Ich werde berichten, daß ihr alle, ob ihr aus Rußland gekommen seid oder aus Saloniki, aus Buchara, aus Polen, Amerika» England oder Yemen in Palästina verbunden seid durch das Ideal' des Aufbaus einer jüdischen Nation in allen ihren mannigfaltigen Erscheinungsformen und der Schaffung eines nationalen Zentrums für die Judenheit der ganzen Welt. Das ist das Ideal eurer . , £ e^n ^eal, das, wie ich überzeugt bin, verwirklicht werden wird ohne Unrecht und Ungel echtigkert gegen irgend einen eurer Nachbarn. nabt Geduld mit der britischen Regierung, die euer Bestes will! Erwartet nicht das Größte von ihr, sondern von euch selbst! Die britische Regierung hat euch die zionistische Kommission mit Dr. Weizmann an der Spitze gesandt, zu dem sie