Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 39 (27.9.1918)
- Date
- 1918-09-27
- Page
- Seite 467 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr, 39 Das Jüdische Echo 467 ■ Freundei Die bewährte Vertretung der Arbeiterpioniere in Palästina „Hapoel Haza’ir“ hat vor kurzem begonnen, ihre Organisation auszubauen und ihr Parteiorgan aufs neue herauszugeben. Uns jungen Zionisten im Galuth, denen „Hapoel Haza’ir“ Symbol" der Erlösung des Volkes, aber auch Kampfruf ist. liegt die Pflicht ob, unseren dort wirkenden Freunden zu Hilfe zu kommen. Ihr Freunde des „Hapoel Haza’ir“ habt unsere große Aufgabe bei Wiederbelebung des Landes und der. Arbeit, des Volkes und der hebräischen Kultur erfaßt. Ihr habt den Wert einer starken Organisation erkannt, Ihr wißt auch die Wirksamkeit eines Parteiorgans zu schätzen. An Euch wenden wir uns heute mit der Aufforderung, unseren Brüdern in Palästina sofort und kräftig zu Hilfe zu kommen. Laßt dem „Hapoel Haza'ir“ in dieser schweren Zeit geistige und materielle Unterstützung zuteil werden! In dieser Jeit der Grundsteinlegung zu unserem großen nationalen Bau in Erez Israel! „Hapoel Haza'ir“-Gruppe in Berlin. Geldsendungen sind an das Hilfswerk für Palästina mit dem Vermerk „Für Hapoel Haza’ir“, Berlin W 15, Sächsischestr. 8 (Postschekkonto Berlin NW 7 4192) zu richten. (Die jüdischen Zeitungen werden gebeten, diesen Aufruf zu veröffentlichen.) Deutschland. Fehdeansage der Frankfurter Trennungsorthodoxie. Die von Rabbiner Dr. Pinchas Kohn, Ansbach, unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. S. Brp"Qr, Frankfurt a. M„ herausgegebenen „Jüdischen Monatshefte“ haben ihrem soeben erscheinenden Heft 7/8 einen Prospekt beigegeben, in dem sie bekanntgeben, daß sie nur ein Judentum, nämlich das orthodoxe, anerkennen, „wie sie nur den einen Gott anerkennen, der sich in dieser Wahrheit (der Bibel, des Talmuds und der Codices) verkündigt.“ Sie ziehen daraus den folgenden Schluß: „Darum müssen sie (die „Jüdischen Monatshefte“) den polytheistischen Wahn von einer Gleichberechtigung aller Richtungen im Judentum, die Anschauungen des liberalen Judentums, ebenso wie die dem Zionismus zugrunde liegende Anschauung bekämpfen. Jüdische Gemeinden und Verbände, die sich zu diesen Anschauungen in verbindlicher Form bekennen, zerreißen die Einheit der von Gott geadelten Religionsnation. Däruin ist es die zweite dringende Aufgabe der „Jüdischen Monatshefte“, den Austritt aus den jüdischen Reformgemeinden und die Ablehnung der zionistischen Propaganda als unabweisbare Pflicht zu fordern.“ Mit diesem Programm der theoretischen und . praktischen Bekämpfung des Zionismus glauben die „Jüdischen Monatshefte“ den Freundeskreis ihrer Zeitschrift zu erweitern. Sie glauben, durch eine Verschärfung ihres Kampfes gegen den Zionismus ihrer orthodoxen Spielart neue Anhänger gewinnen zu können. Ihr Redakteur, Herr Rabbiner Kohn, scheint aus seiner Warschauer Erfahrung bis jetzt nichts gelernt zu haben, denn sonst müßte er wissen, daß er sich für seine Kampfansage, den möglichst ungünstigsten Augenblick gewählt hat. Wir können den Fehdehandschuh guten Mutes aufheben. Es wird sich dabei reichlich Gelegenheit bieten, die neueste Unterstellung der „Jüdischen Monatshefte“, daß der Zionismus „separatistisch“ sei, als das hinzustellen, wa sie ist: die Umkehrung der Wahrheit. Es wird1 sich zeigen, auf wen das Wort von der Zerreißung der Einheit des Judentums paßt, auf den Zionismus oder auf diese Abart der deutschen Orthodoxie. (Jüdische Rundschau.) Vom deutschen Pro-Palästina-Komitee. Das Exekutiv-Komitee des „Deutschen Komitees zur Förderung der jüdischen Palästina-Siedelung (Pro- Palästina)“ besteht gegenwärtig aus folgenden Personen: Prof. Dr. Ballod, Vorsitzender; Fehrenbach, Präsident des Reichstags; Gothein, Mitglied des Reichstags; Junck, Mitglied) des Reichstags; Noske, Mitglied des Reichstags; Prof. Dr. Hans Delbrück, Major Endres und Exzellenz Raschdau. Das Komitee hat kürzlich eine Denkschrift über „Die Ziele des Komitees“ veröffentlicht und als erste größere Publikation eine Schrift des Reichstagsabgeordneten Max Cohen (Reuß) „Die politische Bedeutung des Zionismus“ herausgegeben. Österreich- Österreich und der Zionismus. Das Jüdische Korrespondenzbureau im Haag berichtet: Italienische Blätter melden, daß die zionistische Organisation in Triest aufgelöst wurde. Sonderbestimmungen für die Juden in Ungarn. Dem Jüdischen Korrespondenzbureau im Haag zufolge meldet Dr. Blochs österreichische Wochenschrift, daß ein geheimer Erlaß der ungarischen Regierung den Verkauf oder die Verpachtung von Boden an die Juden verbietet und solche Pachtungen und Verkäufe rechtsungültig erklärt. Judenfeindliche Bekanntmachung österreichischer Behörden. Die „Selbstwehr“ vom 6. Sept. berichtet: Aul dem Prerauer Bahnhofe ist folgende Kundmachung auf allen Perrons sichtbar angebracht, welche mit einer Stampligie des Bahnhofskommandos versehen ist: „W arnung! Den Militärpersonen ist es strengstens untersagt, Gepäckstücke mit dem Schleichhandelszwecke dienenden Waren von Schleichhändlern m EMIL MAIERI DENTIST I München, Rosenstr. 7/2 Sprachst, 8—12 u, 2—6 Uhr ™ Sonnu. Feiertag 9—12 Uhr |Sü FERNSPRECHER 27446 M □ 5B5a5B5B5a5BSB5B5B5aSB5B5B5ain